Schüler mit besonderen Leistungen ausgezeichnet

Verein der Freunde der Lenau-Schule vergab Förderpreise in Temeswar

Freitag, 18. Mai 2018

Prof. Dr. Franz Quint vom Verein der Freunde der Lenau-Schule bekam Unterstützung seitens seiner ehemaligen Schulkollegen bei der Verleihung der Elsa-Lucia-Kappler-Preise.
Foto: Zoltán Pázmány

Eines der zwölf Projekte, die in diesem Jahr mit dem Carmen-und-Jakob-Walbert-Förderpreis (Platz 2) ausgezeichnet wurden, war der intelligente Spiegel, den zwei Zehntklässler gebaut hatten.
Foto: Raluca Nelepcu

„Good morning, handsome“, steht unten auf dem Smart Mirror, den Eduard-Alex Ciuhandu und Cristian-Vlad Klemens am heutigen Freitag vor dem Publikum präsentieren. Im Festsaal der Nikolaus-Lenau-Schule aus Temeswar haben sich Schülerinnen und Schüler und Unterrichtende eingefunden, um einem besonderen Ereignis beizuwohnen: Die jährlichen Elsa-Lucia-Kappler- und Carmen-und-Jakob-Walbert-Förderpreise werden verliehen. Die Gäste schauen neugierig zur Bühne hin, wo der intelligente Spiegel der beiden Nikolaus-Lenau-Schüler thront. Von dem Spiegel, der aus einem Monitor eines älteren Computergerätes angefertigt worden ist, kann man verschiedene Daten ablesen, wie etwa Informationen zum Wetter, zum Verkehr in der Stadt oder auch die neuesten Fußballnachrichten. Die beiden Schüler der 10. Klasse, Abteilung Mathematik-Informatik (MI), haben mit ihrer Erfindung die Jury überzeugt und teilen sich heute den zweiten Preis des Carmen-und-Jakob-Walbert-Förderpreises.

Insgesamt zwölf Projekte gingen in diesem Jahr in den Wettbewerb, davon wurden die drei besten ausgewählt. Der große Preis ging an Gabriel Tulcan (10. Klasse Naturwissenschaften), der die Widerstandskraft der Bakterien und ihre Entwicklung abhängig von der Konzentration der Desinfektionsmittel untersuchte. Ebenfalls auf Platz zwei befand sich das Team, gebildet aus Maria-Luiza Diaconovici und Andrei Pescaru, beide Schüler der 11. Klasse, Abteilung Naturwissenschaften, die einige Energie-Sparmethoden für ein vorteilhaftes Alltagsleben vorstellten. Der dritte Preis ging an Valentin-Robert Ganț, Schüler der 11. MI-Klasse, der ein Projekt zur Mikrowellen-Herstellung und zur Wellenlängenmessung erarbeitete. Darüber hinaus wurden weitere acht Projekte mit Sonderpreisen bedacht.

Es ist bereits drei Jahre her, seitdem der Carmen-und-Jakob-Walbert-Förderpreis an Schüler mit besonderen Ergebnissen in den naturwissenschaftlichen Fächern der deutschen Nikolaus-Lenau-Schule verliehen wird. Die Idee kam beim großen Lenau-Treffen in Temeswar auf. Das Preisgeld beträgt insgesamt 1300 Euro, dabei werden 800 Euro an die Gewinner und der Rest an die Schule ausgezahlt. Von dem Geld soll der Festsaal u. a. mit einer Rolloleinwand und einem Beamer ausgestattet werden, ließ Helene Wolf, die Leiterin der Nikolaus-Lenau-Schule, wissen. Seit 2015, seitdem der Carmen-und-Jakob-Walbert-Förderpreis verliehen wird, reist Dr. Jakob Walbert, der im Jahr 1980 die Lenau-Schule absolviert hat, jedes Jahr aus der Schweiz, wo er seit über 15 Jahren lebt und arbeitet, nach Temeswar. Auch in diesem Jahr war Dr. Walbert bei der Festveranstaltung dabei und überreichte die Preise. „Es ist immer wieder schön, an meiner ehemaligen Schule zu sein“, sagte er. Im Laufe der Jahre stieg die Qualität der vorgeschlagenen Schülerprojekte, die auch in diesem Jahr herausragend waren.

Wenn der Carmen-und-Jakob-Walbert-Förderpreis nur drei Jahre jung ist, so hat sich der Elsa-Lucia-Kappler-Preis in den letzten zehn Jahren längst etabliert. Mit diesem Preis werden die Schülerinnen und Schüler der zehnten bzw. elften und zwölften Klasse ausgezeichnet, die sehr gute Ergebnisse im Fach Deutsch bzw. bei dem Elsa-Lucia-Kappler-Wettbewerb erzielt haben. Der Preis trägt den Namen einer ehemaligen Lehrerin an der Lenau-Schule und wurde von deren Sohn, Prof. Dr.-Ing. Günter Kappler, gestiftet. In diesem Jahr sollten die Schüler u. a. darüber schreiben, wie sie sich das 150-jährige Nikolaus-Lenau-Jubiläum im Jahr 2020 vorstellen. Von einem großen Treffen an der Schule über ein Lenau-Festival bis hin zu einem Kirchweihfest war alles dabei. Die Preisträgerinnen der zehnten Klasse: Maya Ienașcu (3. Preis), Astrid Kataro (2. Preis) und Iulia Sucutărdean (1. Preis). Von den Elft- und Zwölftklässlern, die sich an dem Wettbewerb beteiligten, wurden ebenfalls die drei Besten mit Preisen geehrt: Eduard Bausche (Platz 3), Silvia Stroe (Platz 2) und Andreea Plettlinger (Platz 1). Die Preise vergab Franz Quint, der Vorsitzende des Vereins der Freunde der Lenau-Schule und Prorektor der Hochschule Karlsruhe, der ein paar Mal im Jahr nach Temeswar, an seine ehemalige Schule, fährt. Unterstützung erhielt er von seinen ehemaligen Kolleginnen und Kollegen des Jahrgangs 1983, die er auf die Bühne bat und die den Gewinnern die Diplome überreichten. Der Kappler-Preis ist mit insgesamt 1300 Euro dotiert – davon gehen 800 Euro an die jungen Preisträger und 500 Euro kommen der Schule zugute.

Wie schon seit einigen Jahren gewohnt, wurden auch diesmal die Lehrerinnen und Lehrer geehrt, die die Schüler in den Fächern Deutsch und Naturwissenschaften unterrichten. Bei der Feier im Festsaal boten die Schüler der NiL-Theatergruppe unter der Leitung der Schauspielerin am Deutschen Staatstheater Temeswar, Isolde Cobeț, zum Genuss des Publikums einige Sketches an. Ein musikalischer Auftritt der Lenau-Schülerinnen Jacqueline Kohl, Alexandra Nedel und Mira Elena Țâra stand ebenfalls auf dem Programm.

Der Verein der Freunde der Lenau-Schule feiert heuer ein rundes Jubiläum: Die Organisation mit Sitz in Deutschland wurde vor zehn Jahren ins Leben gerufen – die Idee kam beim 25-jährigen Treffen des Jahrgangs 1983 in Temeswar auf. Aktuell zählt der Verein, dessen Ziel die Unterstützung der deutschsprachigen Bildungsstätte in Temeswar ist, über 160 Mitglieder. Im Jahr 2020 feiert der Verein das 150-jährige Jubiläum der Nikolaus-Lenau-Schule mit einer Großveranstaltung in Temeswar.

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