Schuldenberg wurde immer größer

Krankenhaus für Infektionskrankheiten nimmt keine neuen Fälle auf

Samstag, 01. April 2017

In der Nähe des Temeswarer Jagdwaldes befindet sich das Victor-Babeş-Krankenhaus für ansteckende Krankheiten. Im Zuge der Masern-Epidemie wurden in den vergangenen Monaten hier Patienten behandelt, für die die Temescher Krankenkasse die Kosten nicht tragen konnte.
Foto: Zoltán Pázmány

Temeswar – Das, was wie ein Aprilscherz anmutet, könnte in Temeswar Wirklichkeit werden: Das Victor-Babe{-Krankenhaus für ansteckende Krankheiten soll ab Montag, dem 3. April, seine Tore schließen. Die Krankenhausleitung hat beschlossen, keine Neueinweisungen mehr vorzunehmen, denn sie verfügt nicht über die notwendigen finanziellen Ressourcen, um dies zu tun. Die Situation ist umso kritischer, zumal in diesem Spital in den vergangenen Monaten zahlreiche Masern-Fälle aus der gesamten Region behandelt wurden. Schuld daran sei die Temescher Krankenkasse, die sich seit geraumer Zeit weigert, die Gelder für die vielen Krankheitsfälle zu überweisen, aber auch das Bürgermeisteramt, das laut Krankenhausleitung nicht für die Unterhaltskosten aufkommt.
„Das Krankenhaus befindet sich in einer so schwierigen Lage wie noch nie zuvor. (...) Es ist in diese Situation gekommen wegen mehrerer Faktoren und Institutionen, die nicht verstehen, oder nicht verstehen wollen, dass die Gesundheit der Menschen über allen Interessen steht. (...) Ich fordere von der Temescher Krankenkasse, die Summen, die sie dem Krankenhaus schuldet, sofort zu überweisen, ich möchte aber auch das Bürgermeisteramt Temeswar auf dieses Problem aufmerksam machen, denn es hat die legale Möglichkeit, dieses Spital zu unterstützen“, schrieb Călin Dobra, der Temescher Kreisratsvorsitzende, an die Medien.

In der Pressemitteilung des Kreisratsvorsitzenden wird die Lage des Krankenhauses näher beschrieben: Seit dem 1. Januar 2013 habe die Temescher Krankenkasse die Kosten für 400 Fälle nicht getragen, das seien etwa eine Million Lei. Dazu kommen weitere 4,8 Millionen Lei aus der Zeitspanne 2013-2016, wobei das Krankenhaus selbst 3,6 Millionen Lei Schulden hat. Die Managerin des Krankenhauses, Voichi]a L˛zureanu, erklärte, dass die Krankenkasse die Kosten nur für eine gewisse Anzahl an Fällen erstattet, doch in der Temeswarer Einrichtung würde man deutlich mehr Patienten behandeln. Das Problem liege eigentlich nicht an der Temescher Krankenkasse, sondern müsste in Bukarest geregelt werden. Da sich auch das Bürgermeisteramt weigert, die Unterhaltskosten zu bezahlen, wird der Schuldenberg immer größer. Die Bedeutung des Krankenhauses für die Region ist eine sehr große: Hier werden Patienten mit  verschiedenen Infektionskrankheiten eingewiesen und müssen isoliert werden, sie können also nicht auf Wartelisten gesetzt bzw. in andere Spitäler geschickt werden.


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