Schuldlos Infizierte geheilt

Pressekonferenz zum Welttag des Kampfes gegen HIV/Aids

Freitag, 30. November 2012

Reschitza - Laut Petrică Agape, dem Vorsitzenden des Vereins „Inocenţă şi Speranţă” (Unschuld und Hoffnung) der Eltern HIV/Aids-infizierter Kinder aus Reschitza und dem Verwaltungskreis Karasch-Severin, gibt es nach wie vor rund 300 HIV/Aids-Kranke im Banater Bergland, von denen bei 146 die Krankheit ausgebrochen ist und sich in unterschiedlich akutem Zustand befindet. Agape machte die Mitteilung anlässlich des Welttags des Kampfes gegen HIV/Aids, den man in Rumänien vorgezogen begeht, weil am 1. Dezember Rumäniens Nationalfeiertag ist. Agape lud zum Welttag des Kampfes gegen HIV/Aids am Donnerstag zu einer Pressekonferenz ein, bei der auch Lucian Lotoroşanu, stellvertretender Geschäftsführer der Generaldirektion für Sozialbetreuung und Kinderschutz (DGASPC) dabei war.

Laut Agape leben gegenwärtig im Verwaltungskreis Karasch-Severin rund 300 HIV-Infizierte. 146 davon befinden sich in Intensivbehandlung, weil ihre Krankheit ein akutes Stadium erreicht hat. Für diese gibt es Behindertenbeihilfen, die über DGASPC ausgezahlt werden. „Rumänienweit”, so Agape, „ist die Zahl der HIV-Infizierten in der Zeitspanne 1. Dezember 2011 bis 1.Dezember 2012 stark gestiegen, durchschnittlich um 20 Prozent. Hingegen ist die Rate der Aids-Todesfälle massiv zurückgegangen, einerseits durch die verbesserte medizinische Versorgung und die Effizienz der Arzneimittel, andererseits durch die staatlichen Beihilfen, die zur Ermöglichung einer besseren und gesünderen Ernährung und auch der Stärkung des Organismus führen. Dank der Aktivitäten unseres Vereins ist es gelungen, im abgelaufenen Jahr keine einzige Unterbrechung der HIV/Aids-Behandlungen verzeichnen zu müssen.”

Agape, der bekannt ist auch für seine verbalen Ausfälle gegen die staatlichen Verantwortlichen, die es aus Finanzierungsmängeln des Systems seinen Vereinsmitgliedern oft an Unterstützungen mangeln lassen, hatte den Verein „Inocenţă şi Speranţă” zu Beginn der 1990er Jahre gegründet, als – nicht nur im Banater Bergland, sondern rumänienweit – zahlreiche Fälle HIV-infizierter Kleinkinder (im Alter bis zu drei Jahren) aufgetaucht waren. „Inocenţă şi Speranţă” lancierte schon früh die Vermutung – der allerdings nie ernsthaft nachgegangen wurde und deshalb nie eindeutig bestätigt worden ist – dass die Ursache des Auftretens der HIV-Infizierungen bei Kleinkindern in Blutkonserven zu suchen war, da damals Kinderärzte oft zur Stärkung schwach entwickelter Kleinkinder Bluttransfusionen verschrieben haben (die Methode ist von den Doping-Praktiken der Profi-Radfahrer hinreichend bekannt). Eines der Hauptargumente von „Inocenţă şi Speranţă” ist die Existenz mehrerer eineiiger Zwillinge, von denen nur einer Bluttransfusionen bekam und prompt HIV-infiziert wurde, während der/die andere gesund blieb. In allen Fällen jener Jahre waren die Eltern gesund.

Inzwischen haben die Überlebenden jener Infizierungen längst das Erwachsenenalter erreicht und sind selber aktive Mitglieder des Vereins, wobei die meisten sich gesellschaftlich geoutet haben und ein durchaus als normal zu bezeichnendes Leben führen. Lucian Lotoroşanu von DGASPC: „Wir konnten in diesem Jahr den zweiten Fall der Heilung eines HIV-Infizierten feststellen. Alle Analyseergebnisse sind negativ. Für uns ist das ein Zeichen, dass, wenn alle Voraussetzungen erfüllt werden, von entsprechender medizinischer Behandlung und bis zur vernünftigen Ernährung, die gegenwärtig verfügbaren Waffen im Kampf gegen HIV/Aids erfolgreich sein können.”

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