Schwache Bewerbung der Donau-Klamm

Natur- und anthropische Sehenswürdigkeiten haben kaum eine Sichtbarkeit

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Gewöhnlich unternimmt man auf dem Donaustausee Bootstouren. Immer häufiger aber versuchen sich Freizeitsportler oder Touristen auch mit Kanu-Fahrten. Manche Kanuten fahren die Donau ab Deutschland hinab – bis zum Schwarzen Meer.
Foto: die Verfasserin

Die Ökologische Gruppe für Zusammenarbeit (GEC) Nera organisierte gemeinsam mit dem Tourismus-Verein „Cazanele Dunarii“ aus Dubova vor kurzem ein Seminar zur Förderung des Raums der Donau-Klamm. „Wann auch immer ich durch die Welt ziehe, sehe ich an Flughäfen oder an den Hauptsitzen großer Tourismus Agenturen Bilder mit der Meeresküste, mit der Bukowina oder dem Donau-Delta, aber Bilder der Donau-Klamm habe ich noch nirgendwo gesehen. Nicht einmal am Flughafen von Temeswar“, sagte während dem Seminar Marin Caramizaru, Vorsitzender des Tourismus-Vereins „Cazanele Dunarii“.


Schlechte Straßen am Donau-Ufer

Die schwache Sichtbarkeit und Bewerbung dieser Gegend in der Öffentlichkeit ist ein Problem für die Unternehmer im touristischen Bereich - dies wurde als Schlussfolgerung des Treffens verkündet. Es kommen hierher zu wenig Touristen, weil die Gegend nur schwach aus Staat-Geldern gefördert wird, im Gegensatz zu anderen Zielen der Tourismusströme in Rumänien. Die mangelhafte Infrastruktur zur Besichtigung dieser Sehenswürdigkeiten und die schlechten Straßen sind auch ein Grund für die schwache touristische Aktivität, heißt es in einer Pressemitteilung der zwei Vereine.

Dass der Naturpark Eisernes Tor ein Hindernis für den Tourismus sein kann, leugnet Cornel Popovici Sturza, Vorsitzender der GEC Nera, ab, denn „dieser ist ein Naturpark, nicht ein Nationalpark“. Das heißt, dass die Besucher-Regeln viel flexibler sind, als in einem Nationalpark. „Die Grundsätze des Ökotourismus muss man nur in jenen Gegenden, die vollständig Schutzmaßnahmen unterworfen sind, in Acht nehmen. Es ist die Verpflichtung der Parkverwaltung, die Berücksichtigung der Vorschriften zu sichern“, so Sturza-Popovici. Diese findet man auf der Webseite des Naturparks www.pnportiledefier.ro. Es handelt sich nicht nur um das Respektieren des ungestörten Gedeihens von Flora und Fauna, sondern auch um das vorschriftsmäßige Campen und den Wassertourismus auf dem Donaustausee vom Eisernen Tor.

Wasserfahrt und Wanderweg

Die Schifffahrtspolizei sowie die Grenzpolizei wachen über die regelgerechte Schifffahrt auf der Donau. Bootsfahrer Mihai Gherghescu erklärt: „Diejenigen Boote, die kein Radargerät haben, müssen so nah wie  möglich am Rand der Donau segeln, denn die großen Schiffe verkehren in der Strommitte.“ Vom Landungsplatz Danubius im Zentrum von Orsova nimmt Mihai Gherghescu die Touristen ab, die eine Bootfahrt machen möchten. In den Sommermonaten sind es bis zu 30 Touristen pro Tag. Mit seinem Schnellboot fährt er die Touristen ungefähr drei Stunden lang auf die Donau hinaus, durch die Donau-Klamm, zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten: Tabula Traiana, Decebal Büste, das Kloster Mraconia, die Veterani-Grotte und die Ponicova-Höhle. In diesem Jahr hat der Unternehmer, für den Mihai Gherghescu arbeitet, eine bedeckte Schaluppe angeschafft. Damit sollen auch im Winter die Touristen auf die Donau fahren können, auch wenn es dann viel weniger sind.

Doch die Gegend der Donau-Klamm hat für Touristen viel mehr zu bieten, als nur eine Boots- oder Schifffahrt über den Donaustausee. Markierte Wanderwege in den Bergen erlauben den Besuchern, das „fabelhafte Naturerbe der Gegend“ aus der Höhe zu betrachten. „Vom Berggipfel ‘Ciucaru Mare’ hat man eine Aussicht wie aus dem Himmel auf die Donau-Klamm“, so der Vorsitzender des Tourismus-Vereins „Cazanele Dunarii“. Es gibt insgesamt 15 markierte Wanderwege. Diese sind auf der Webseite des Naturparks Eisernes Tor im Detail beschrieben, einschließlich Empfehlungen für die Touristen, die diese Routen nutzen möchten. Die Teilnehmer am Seminar, das von den NGOs GEC Nera und dem Tourismus Verein „Cazanele Dunarii“ veranstaltet wurde, haben desgleichen einige dieser Wanderwege ausprobiert und konnten daher schlussfolgern, dass „der Wert dieses Naturerbes über dem Durchschnittswert anderer, längst etablierter touristischer Brands Rumäniens, steht“.

 

 

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