Schwache Umsätze an der BVB, alle Aufmerksamkeit galt SNP-Aktien

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 18. Oktober 2016

Bukarests Börse schloss die vergangene Handelswoche mit Verlusten, die sich jedoch in Grenzen hielten. Der Energiewerte-Index BET-NG stand dabei mit minus 0,9 Prozent an der Spitze. Schuld daran war der Verlust von 2,8 Prozent vom Wert der Petrom-Aktien (SNP, 0,23 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9), doch dazu später mehr. SNP-Aktien haben die höchste Gewichtung im BET-NG-Index, daher auch die starke Belastung des Index. Der ROTX-Index verlor mit 0,1 Prozent am wenigsten von allen Börsenindizes. Auch hier belastete die negative Performance der SNP-Aktien den Index, doch machte ein Plus von 1,7 Prozent der Erste Group Bank (EBS, 122 Lei, ISIN AT0000652011) und ein Plus von 2,22 Prozent für die BVB-Aktien (BVB, 27,6 Lei, ISIN ROBVBAACNOR0) diese Belastung fast vollständig wieder wett. Der Hauptindex verlor auf Wochensicht 0,7 Prozent. Bei den Kursverlusten unterschritt keiner der Indizes an der Bukarester Börse seine derzeitigen psychologischen Grenzen.

Satte Abschläge auf SNP-Aktien

Alle Aufmerksamkeit galt in der vergangenen Woche den Aktien des Energieunternehmens Petrom. Der Fonds Proprietatea (FP, 0,805 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) hat 3,6 Milliarden SNP-Aktien auf den Markt geworfen, dabei wurde der Verkaufspreis bei 0,21 Lei je Aktie festgelegt. Private Anleger der ersten Stunde konnten sich einen Rabatt von 5 Prozent sichern, 3 Prozent gab es für spätere Zeichnungen. So wechselten Petrom-Aktien gestern bereits für 0,1995 Lei je Aktie den Besitzer. Damit lag der Abschlag zu dem von FP angekündigten Höchstpreis von 0,244 Lei je Aktie bei 18,2 Prozent.
Institutionelle Anleger erfreuten sich eines Abschlags von 14 Prozent – und dennoch war das Angebot nicht überzeichnet. Private Anleger scheinen mehr Appetit auf SNP-Aktien gehabt zu haben, das für sie geschnürte Angebot war am Ende überzeichnet. Trotz des Preisdrucks legten die Petrom-Aktien am vergangenen Freitag wieder leicht zu. Dennoch erwarten Analysten, dass die Erdölaktien kurzfristig wieder unter Druck geraten. Vor allem Privatanleger dürften versuchen, den fünfprozentigen Frühbucherrabatt in Gewinne umzumünzen.

Bewegung am Markt trotz schwacher Umsätze

Doch es gab ein Börsenleben auch jenseits von SNP. Allerdings war dies nur für die börseneigenen Aktien (BVB) sowie für den Fonds Proprietatea (FP) der Fall. Sie waren die einzigen sogenannten Blue Chips an der Bukarester Börse, die die Handelswoche mit Gewinnen abschlossen. Ansonsten strichen weitere 30 Emittenten Kursgewinne ein, während 28 börsennotierte Unternehmen an Marktwert verloren. Unter den Gewinnern der Woche befanden sich der Glashersteller Stirom (STIB, 17,3 Lei, ISIN ROSTIBACNOR1) mit einem Kurssprung von 49 Prozent. Die außergewöhnliche Performance ist der Übernahme durch die portugiesische Gruppe BA Vidro zu verdanken. Des Weiteren legten noch der Messgerätehersteller Mecanică Fină (MECE, 12,8 Lei, ISIN ROMECEACNOR3) und der Elektromotoren-Erzeuger Electroaparataj (ELJ, Lei, ISIN ROELJBACNOR6) mit 24 beziehungsweise 17 Prozent kräftig zu. Hohe Verluste mussten hingegen der Maschinenbauer Mecanica Ceahl˛u (MECF, 0,1085 Lei, ISIN ROMECFACNOR0) mit einem Wochenverlust von 10,7 Prozent, sowie die beiden Kunststoffverarbeiter Prodplast (PPL, 2,5 Lei, ISIN ROPRLAACNOR7) und Romcarbon (ROCE, 0,132 Lei, ISIN ROROCEACNOR1) mit Verlusten von 9,75 beziehungsweise 8 Prozent hinnehmen. Die Aktienumsätze sind im Vergleich zur Vorwoche um 70 Prozent auf insgesamt 87 Millionen Lei (19,3 Millionen Euro) zurückgegangen, doch hinkt der Vergleich. In der Vorwoche stützten sogenannte Deals den Umsatz an der BVB.

Devisen

Euro und US-Dollar legten in der vergangenen Woche im Verhältnis zum Leu wieder kräftiger zu. Dabei startete die rumänische Währung zwar kraftvoller, musste sich doch am Montag, als der Kurs für den Folgetag festgelegt wurde, geschlagen geben (minus 0,5 Prozent). Da erreichte der Euro vor allem bei einem Stand von 4,5175 Lei einen vorläufigen Höchststand. Dann ging es für den Leu erst einmal steiler bergauf (plus 0,6 Prozent), bevor die europäische Gemeinschaftswährung sich am Freitag durchsetzte und sich vorerst bis heute jenseits der 4,5-Lei-Grenze festbiss. Gestern kostete ein Euro 4,5016 Lei und damit 0,15 Prozent mehr als noch vor einer Woche. Der US-Dollar hingegen verhielt sich im Verhältnis zum Leu ruhig in der ersten Wochenhälfte. Am Mittwoch erlebte der Leu einen Kurseinbruch um 0,95 Prozent, von dem sich die rumänische Währung bis gestern nicht richtig erholt hat. Da kostete ein US-Dollar 4,0862 Lei und damit 1,1 Prozent mehr als noch vor einer Woche.

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