Schwarzarbeit unter Ex-Präfekt

Offiziell hatte Mike Security 300 Arbeitnehmer, Aufträge aber für 2000

Montag, 08. Februar 2016

Reschitza – Zu Zeiten, als Nicolae Miu-Ciobanu von seinem Posten als Polizeioffizier in die Privatwirtschaft wechselte und erst eine eigene (Miu-Guard) Wachgesellschaft gründete und dann zur Wachgesellschaft Mike Security per Fusion überwechselte und der PSD beitrat, schnellte deren Auftragslage hoch. Offensichtlich stand dahinter das Interessengeflecht zwischen den PSD-Familien Sîrbu-Ponta und Mocioalcă sowie deren Querverbindungen zu Miu-Ciobanu und dessen neuem Geschäftsgebiet. Die „Zufälle“ sind als Indizien zu offensichtlich. Gegenwärtig wird im Laufe der staatsanwaltlichen Strafuntersuchungen wegen Steuerbetrug von 25 Millionen Lei und Geldwäsche noch etwas immer offensichtlicher: dass Mike Security in großem Stil Schwarzarbeiter beschäftigte und Übertretungen des Arbeitsgesetzbuchs praktizierte (nichtbezahlte Überstunden, keinerlei Kompensationen für Mehrarbeit u.Ä.), auch und sogar vor allem, als der kürzlich zurückgetretene Präfekt von Karasch-Severin ihr Firmenadministrator war. Und die Enthüllungen der Territorialinspektionen für Arbeit (ITM), vor allem von Konstanza, hörten „zufällig“ und „auf wunderbare Weise“ gerade dann auf, als der krankenpensionierte Polizeioffizier und Ex-Lokomotivelektriker Miu-Ciobanu, einmal mehr PSD-empfohlen, zum Leiter des Kontrollamtes für Arbeit und Arbeitsbedingungen ITM Karasch-Severin wechselte.

Die Pressemeldungen über Unregelmäßigkeiten bei Mike Security begannen im April 2013 in Konstanza, aufgrund von Beschwerden der von der Firma angestellten Wachleute bei Enel Medgidia, denen keine Überstunden bezahlt wurden. ITM Konstanza entdeckte gleich, dass alle schwarz angestellt waren, sowohl die bei Enel Medgidia Beschäftigten, als auch jene von Trans-electrica Dobrudscha/Dobrogea. Seit Miu-Ciobanu bei Mike Security etwas zu sagen und Mike Security etwas bei der PSD zu sponsern hatte, hatte die Firma nur Großaufträge – vermutlich auch durch tatkräftige Unterstützung oder „Tipps“ seitens der Premierministers V.V. Ponta. Die Medien in Konstanza sprachen 2013-2014 von „Veruntreuung und Schwarzarbeit“ bei Enel Dobrogea und Mike Security, von „zweifelhaften Geschäften“ zwischen Trans-electrica und Mike Security, die mit letzterer einen Vertrag über 1.092.381,20 Lei abgeschlossen hatte, die zwischen 2011-12 von Transelectrica Rumänien 30 Millionen Lei kassiert hatte und dauernd Ausschreibungen für sich entschied, obwohl sie vollgepackt war mit Geldstrafen und Interdikten, überhaupt an Ausschreibungen teilnehmen zu dürfen. 2013 hatte Mike Security einen Umsatz von 16.049.008 Lei und einen Reingewinn von auffällig geringen 122.397 Lei. Den Medien fiel das auf, den Fachinstitutionen, die so etwas verfolgen sollen und dafür großzügig bezahlt werden, nicht.

Erst als die DNA showwirksam mit der Abführung des Präfekten zu Vernehmungen direkt aus einer Tagung des Präfekturrats Karasch-Severin eingriff, erwachten auch die anderen Wirtschafts- und Kriminalitätsüberwacher aus ihrem Wegschauschlaf. Letztendlich konturiert sich nun immer klarer, dass die Reschitzaer (seit 2011) Großfirma konsequent und mit allen Tricks „Mechanismen aufgebaut hat, mit deren Hilfe ab 2012, durch Implizierung mehrerer Firmen, Steuerhinterziehungs- und Geldwäschesysteme aufgebaut wurden“. Am auffälligsten in den Augen der mit der Untersuchung beauftragten Staatsanwälte: in den Büchern von Mike Security werden 300 Arbeitnehmer bei der Firma geführt, aufgrund ihrer aktuellen Auftragslage muss die Firma (auch) zur Stunde aber etwa 2000 Arbeitnehmer beschäftigen. Schwarz. Nur: seit Miu-Ciobanu Chef der ITM war, haben die ITM-Inspektoren bei Mike Security keine Unregelmäßigkeit mehr entdecken „können“. Schließlich war der PSD-Mann Nicolae Miu-Ciobanu, auch als er längst draußen war, immer noch selbst bei der Firma mit 17 Prozent Gesellschaftsanteilen drin.


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