Schwierige Müllverpackung

Fehlende Mülltrennung erschwert Kompaktierungsvorgang / Keiner packt so recht die Müllentsorgung an

Freitag, 03. August 2012

Eine Müllkompaktierungsmaschine kann 20 Tonnen in der Stunde zusammenpressen und verpacken – doch nur, wenn der Müll korrekt vorsortiert wurde.
Foto: Agerpres

Bürgermeister Mihai Stepanescu lud am Wochenanfang die Medien zu einer Pressekonferenz beim Sitz des Müllentsorgungsunternehmens ECOSAL ein, der sich in der Nähe der ehemaligen Mülldeponie am Lupaker Berg, oberhalb von Reschitza/Reşiţa, befindet. Gastgeber war Tiberiu Pădurean, vormaliger Vizebürgermeister (PDL) von Reschitza und heute ECOSAL-Direktor. „Ich möchte Ihnen zeigen, wie wir in der Übergangszeit – bis zur Inbetriebnahme der ökologischen Mülldeponie in Lupak/Lupac – die Frage des Transports, der Verdichtung und Lagerung des Mülls erledigen, der täglich in Reschitza und den uns zugeordneten Gemeinden anfällt. Und was wir vorrangig von der Bevölkerung erwarten“, sagte Stepanescu.

Mülltrennung muss Pflicht werden

Tiberiu Pădurean: „Wir haben 3000 Quadratmeter gepachtet, da, wo die Verdichtungs- und Verpackungsanlage steht. Allerdings: es handelt sich um eine Anlage, die für vorsortierten Haushaltsmüll konzipiert ist. Die Maschine kann 20 Tonnen in der Stunde zusammenpressen und verpacken, nur hängt das von der Zusammensetzung des Mülls ab. Einzige Bedingung: in ihren Bauch dürfen keine `nichtkonformen Abfälle` gelangen! Das wären Gebrauchtmöbel jeder Art, Elektrogeräte, Elektronik, elektrisch betriebene Haushaltsgeräte, Sanitärgeräte (Toilettenschüsseln, Waschschüsseln und Haushaltsgegenstände aus Porzellan, u. Ä.), Holz, Kautschuk und Reifen, usw. Was nicht in die Kompaktierungsmaschine darf, muss anderswo gelagert werden und findet eventuell anderwärtige Verwertung. Grundsätzlich gibt es ja keinen Abfall, nur sofort oder später verwertbare Rohstoffe, die achtlos weggeworfen werden.“

Die Verdichtungsmaschine ist strikt für Haushaltsmüll konzipiert. PET-Verpackungen müssen stöpselfrei sein, weil sie plattgepresst werden und ansonsten sich wieder aufblasen und die Müllballen sprengen.
„Lagerungsmöglichkeiten haben wir einstweilen für ein Jahr, allerdings mit der Möglichkeit, um ein Jahr, durch Zusatzpacht eines weiteren Grundstücks zwecks Lagerung, zu verlängern. Danach geht alles zur zentralen ökologischen Lagerstätte nach Lupak“, erläutert Pădurean.

Zu Beginn dieser Woche lagerten am Lupaker Berg 800 Tonnen verdichtete Müllballen, allerdings auch Bauschutt, verschlossene Plastbehälter, Kautschuk jeder Art und Sonstiges, oft schwer Definierbares. Außer dem Bauschutt könnte all das binnen zwei Tagen zusammengepresst sein, meinte Pădurean, „wenn es nicht einige Probleme gäbe.“

Diese seien elektrischer und mechanischer Natur, sagte der Ingenieur, „und alles kommt daher, dass die Haushaltsabfälle nicht vorsortiert sind. Sowohl die Müllentsorgungsunternehmen als auch die Kommunen sollten wissen, dass viel von dem, was sie uns zuschicken und uns damit technische Probleme bereiten, direkt als Sekundärressourcen verwertet werden kann – wenn man sie nur richtig sortiert. Recycling ist nicht nur eines der Modewörter, es ist auch eine Einkommensquelle. Nur muss man die Bürger zur Mülltrennung erziehen! Oder per konsequent gehandhabtem Geldstrafensystem dazu zwingen.“

Recyclingpflicht für 15 Prozent des Abfalls

Bis Ende vergangener Woche brachten acht Kommunen ihre Haushaltsabfälle zur Reschitzaer Anlage. „Wir sind aber dabei, mit allen 77 Kommunen des Banater Berglands Übernahmeverträge zu schließen“, sagte Pădurean, „Wenn wir jedoch schon bei den jetzigen Zulieferern Probleme mit der Mülltrennung haben, was erwartet uns wohl, wenn es dreißig, fünzig oder alle Kommunen sind, die ihre Abfälle herbringen?!“ 

Eine Verpflichtung, die Rumänien mit dem EU-Beitritt eingegangen ist, besteht im Vermindern des Volumens der Abfälle um mindestens 15 Prozent durch Recycling. Die Deponie für kompaktierten Müll ist nach dieser Richtlinie räumlich begrenzt worden, dass nämlich um 15 Prozent weniger Abfall hergebracht wird, als mathematisch errechnet in den Kommunen anfällt. Zudem: „ECOSAL musste sich vor den Kommunen verpflichten, den Preis der Abfallentsorgung nicht zu erhöhen: der Kubikmeter bleibt bei 45 Lei (zuzüglich die Mehrwertsteuer).“

In Reschitza dürfte das jetzt ökonomisch hinhauen, denn die Transportkosten sind neuerdings spürbar gesunken, seit man den Haushaltsmüll wieder vor der eigenen Tür abgibt und nicht bis Bokschan/Bocşa fahren muss. Aber trotzdem ist den Entsorgungsfirmen die Sache nicht attraktiv genug, denn niemand wollte die Entsorgung bisher vertraglich längerfristig übernehmen. Bürgermeister Stepanescu: „Wir bereiten die Papiere für eine neue Ausschreibung für die Müllentsorgung von Reschitza vor.“ 
Bekanntlich ist Karansebesch, nach Schließung der Mülldeponie von Ferdinandsberg/Oţelu Roşu, einen anderen Weg gegangen und liefert seine Haushaltsabfälle über eine in Lugosch ansässige Firma in den Verwaltungskreis Temesch ab.

Kommentare zu diesem Artikel

Emil, 03.08 2012, 20:25
Ein Ansatz wäre die Aufstellung von (notfalls selbstgebauten) Containern in jedem Dorf, um leere Plastikflaschen, Aludosen und Glasmüll gesondert zu erfassen, wie es teilweise schon gemacht wird in verschiedenen Verwaltungsbezirken (im Jud.Alba, Sibiu auf den Dörfern habe ich das so schon gesehen). Ein Anschlag am Rathaus, etwas Werbung, um die Leute zu informieren, das müsste klappen.
Die Leute müssen verstehen, dass es kein Müll ist, sondern wertvolle Rohstoffe, zu schade zum Wegwerfen!
Für sortierte, evtl. geschredderte PET-Flaschen wird pro Tonne ein guter Preis bezahlt, nur wird das meiste davon in China verarbeitet und kommt z.B. in Form (teurer) Fleecepullis zu uns zurück.

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