Schwimmhalle wurde geschlossen

Donnerstag, 31. Juli 2014

Die Olimpia-Schwimmhalle in Hermannstadt/Sibiu wurde am Dienstag vom Amt für Verbraucherschutz geschlossen. Zumindest zeitweilig. Festgestellt haben die Verbraucherschutz- Inspektoren eine Reihe von Unregelmäßigkeiten sowie unsaubere Toiletten, kaputte Wände und Böden, abgebrochene Treppen zum Sprungturm, usw.   
Die Kontrolle vorgenommen haben die Leute vom Verbraucherschutz, nachdem vergangene Woche ein 10-jähriges Mädchen vom 5-Meter-Brett – angeblich von einem Gruppenkollegen geschubst – auf den Betonrand des Sprungbeckens gefallen war und schwere Verletzungen erlitten hat. In der Olimpia-Halle lernen Kinder unter Anleitung von Trainern Schwimmen und Turmspringen, mehrere Gruppen betreiben Leistungssport. Die Trainerin soll zum Zeitpunkt, als das Mädchen vom Sprungbrett fiel, nicht in der Halle gewesen sein, die Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet, um festzustellen, ob sie als mitschuldig am Unfall betrachtet werden kann. Das Mädchen wurde mehrfach operiert, ist noch im Krankenhaus und möchte das Leistungsschwimmen fortsetzen. Die Mutter will ihre Tochter wieder schwimmen gehen lassen, wenn die Bedingungen in der Olimpia-Halle bessere sind.     

Wie das (leider) üblich ist, bemerken erst nach einem Unglück auch die Zuständigen – die Leitung des Hermannstädter Sportklubs, dem die Halle zugehört –, was längst bekannt ist: Dass es in der Schwimmhalle arge Probleme gibt. Selbst wenn der Trainerin der Arbeitsvertrag gekündigt wird, weil sie ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen ist, bleibt der katastrophale Zustand der Anlage bestehen. Die wird jedes Jahr am 1. August für Renovierungsarbeiten geschlossen, viel getan aber wurde bislang nicht, da kein Geld vorhanden ist, klagen die Verwalter. Gebaut wurde sie vor etwa 35 Jahren und war seinerzeit die einzige Schwimmhalle mit olympischen Maßen in Rumänien. Größere Investitionen hat es seither vonseiten des Sportministeriums nicht mehr gegeben, dem der Sportclub angehört. Der Putz bröckelt von den Wänden, der Schimmel sitzt fest, die Kacheln sind locker, die Halle ist zugig, da die Fenster nicht mehr schließen, im vergangenen Jahr flog ein Teil des Dachs bei einer heftigen Windböe weg, die Treppen zu den Sprungtürmen sind verrostet. Sehr zu wünschen übrig lässt aber auch die Sauberkeit. Der Sprecher des Sportklubs, Dan Magoş, erklärte in der Lokalpresse, die Halle müsse abgerissen und eine neue gebaut werden, weil es unmöglich sei, die notwendigen Reparaturen alle durchzuführen. Die Olimpia-Halle bleibt vorerst bis zum 1. September geschlossen, möglicherweise auch länger.   

In der Halle trainieren Kinder und Jugendliche, die auf nationaler Ebene zu den Besten in ihrer Kategorie gehören. Sie und auch die Schwimmfans, die das Becken am Nachmittag und Abend nutzen können, klagten auch bislang über die schlechten Bedingungen. Ob sie diesmal jemand hört? Seitdem vor wenigen Jahren ein Mädchen ertrunken ist, gibt es zumindest eine Aufsicht, die in Notfällen eingreifen kann. Bestraft wurde für den damaligen Vorfall niemand. Damals hatte Bürgermeister Klaus Johannis beim Ministerium die Übertragung der Schwimmhalle in die Verwaltung der Stadt beantragt, da die Stadt die Mittel aufgebracht hätte für die gründliche Sanierung. Der Antrag wurde abgelehnt. Im Ministerium weiß man doch immer alles besser.

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