Screening-Programm Gebärmutterhalskrebs

Pap-Test: Acht Prozent der untersuchten Frauen in Westrumänien leiden daran

Dienstag, 04. Juli 2017

Acht Prozent aller Frauen aus der Westregion wurden positiv innerhalb des nationalen Screening-Programms für Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert. Innerhalb einer Konferenz mit Beteiligung von  Kommunalbehörden, Fachärzten und Vertretern des Landesgesundheitsamtes wurde in Temeswar die Rolle der Prävention bei Gebärmutterhalskrebs erneut betont. Der Kontext für dieses Treffen ist besorgniserregend, denn jedes Jahr werden in Rumänien über 4000 Frauen mit Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert. Die Häufigkeit in unserem Land bedeutet zwölf Prozent aller solchen Krebsfälle in der Europäischen Union. Jährlich verlieren über 1900 rumänische Frauen den Kampf mit diesem Genitalkrebs. Die Häufigkeit zervikalen Krebses zeigt eine steigende Tendenz in ganz Europa. In Deutschland ist der Gebärmutterhalskrebs die elfthäufigste diagnostizierte Krebsart. Gleichzeitig ist die Erkrankung die zwölfthäufigste Ursache für krebsbedingte Todesfälle. Jährlich erkranken in Deutschland über 4700 Frauen neu an einem Zervixkarzinom, etwa 1500 sterben daran.

Innerhalb der Konferenz in Temeswar kamen zahlreiche Fachärzte zu Wort, darunter Dr. Elena Bernad, Koordinatorin des Screening-Programms in Westrumänien, und Dr. Carmen Ungurean, Koordinatorin des Programms auf nationaler Ebene. Der Temeswarer Frauenarzt Marius Craina, zugleich auch Manager des Temescher Kreiskrankenhauses, und Cornelia Cismaş-Malac, Geschäftsführerin des Temescher Gesundheitsamtes, unterstrichen dabei die Notwendigkeit, die Vorbeugung und Prävention zu verschärfen. „In Rumänien kommen dreimal so oft solche Krebsfälle bei Frauen vor, als durchschnittlich in der EU. Dabei belegt das Land den ersten Platz in der EU, was die Sterblichkeit an Gebärmutterhalskrebs betrifft“, nannte Dr. Carmen Ungurean die Statistikdaten. „Viele Frauen aus der Westregion sind sich der Gefahr gar nicht bewusst und haben in den vergangenen drei Jahren gar keine ärztliche Untersuchung für eine frühzeitige Erkennung durchführen lassen“, setzte die Fachärztin fort.

Man geht davon aus, dass ein großer Teil der Gebärmutterhalskarzinome von den humanen Papillomviren (HPV) verursacht wird. Das Zervixkarzinom wird am häufigsten im Alter von 45 bis 55 Jahren diagnostiziert, Vorstufen können schon bei 20- bis 30-jährigen Patientinnen auftreten. Das mittlere Alter bei der Erstdiagnose des Zervixkarzinoms sank in den letzten 25 Jahren um 14 Jahre und liegt derzeit bei etwa 52 Jahren. 2003 zeigte die Erkrankungshäufigkeit eine veränderte Altersverteilung, weil die Diagnose deutlich häufiger bei Frauen in einem Alter zwischen 25 und 35 Jahren gestellt wurde als bei Frauen, die über 65 Jahre alt waren. Eine Untersuchung zur Früherkennung ist der Pap-Test (Babeş-Papanicolau-Test). Eine Impfung mit einem HPV-Impfstoff verhindert eine Infektion durch die zwei häufigsten Hochrisiko-HPV-Typen und verringert damit das Risiko der Entstehung eines Zervixkarzinoms. Seit dem Beginn des Screening-Programms wurden in der Westregion rund 50.000 Babeş-Papanicolau-Teste durchgeführt. Dabei wurden bei acht Prozent der Fälle positive Ergebnisse festgestellt.

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