Seifenkistenrennen in Klausenburg

Österreichisches Unternehmen lockt tausende Zuschauer zu Werbeveranstaltung

Dienstag, 06. September 2016

Nicht alle Seifenkisten hielten den Anforderungen der Strecke stand. Nicht nur einmal musste eines der selbstgebauten Fahrzeuge über die Ziellinie geschleppt werden.
Foto: Michael Mundt

Hermannstadt – Schon kurz nach der Jahrhundertwende sind im Süden Deutschlands erste Rennen mit selbstgebauten Kleinwagen aus Holz dokumentiert. Das erste größere „Soap Box Derby“, also Seifenkistenrennen, fand 1933 im amerikanischen Dayton statt.

In Akron, im Bundesstaat Ohio, findet bis heute jährlich die Weltmeisterschaft statt. In der Bundesrepublik erlebten Seifenkistenrennen in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Blütezeit. Die jugendlichen Nachwuchsrennfahrer fuhren um den „Großen Opel- Preis“. Das Reglement war streng: Die Fahrzeuge mussten von den Teilnehmern selbst gebaut worden sein, fremde Hilfe war nur von Altersgenossen unter 16 Jahren erlaubt. Es durften nur die von Opel gelieferten Radsätze benutzt werden, Sturzhelme waren Vorschrift und Mädchen ausdrücklich nicht erlaubt.

Entgegen den Rennen mit festem Regelwerk erfreuen sich heute sogenannte Spaßrennen größerer Beliebtheit. Häufig werden sie von kommerziellen Unternehmen zu Marketingzwecken veranstaltet. Im belgischen Brüssel veranstaltet das österreichische Unternehmen Red Bull erstmals im Jahr 2000 ein „Red Bull Soap Box Race“. Vor zwei Jahren stürzten sich dann 51 Seifenkisten den Hügel am Bukarester Parlamentspalast hinunter.

Am Sonntag fand die Veranstaltung nun zum zweiten Mal in Folge in Klausenburg/Cluj-Napoca statt. Im Colina-Park stritten 41 Mannschaften in selbstgebauten Rennfahrzeugen um den Sieg. Wie bei Red Bull üblich, steht im Vordergrund die Unterhaltung. Je ausgeflippter die Boliden, desto besser. Eine Tanz-Choreographie vor dem Start war Pflicht. Mannschaften aus dem ganzen Land waren vertreten und jede hatte sich für ihren Boliden ein Thema ausgewählt.

Die American Football-Mannschaft der Cluj Crusaders trat in einem riesigen Helm an, der Fahrzeughersteller Ford war dabei und auch eine Banane war unterwegs. Bei bestem Wetter lockte die Werbeveranstaltung des Unternehmens mehrere tausend Zuschauer an den Klausenburger Stadtrand. Den ersten Platz und damit eine Reise zu einem echten Autorennen gewann das Team Migutzu’ No 1 in einem Boliden, der einem Flugzeug nachempfunden war – frei nach dem Werbespruch des Unternehmens: Red Bull verleiht Flügel.

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