Seilbahnneunutzung vorläufig verschoben

Ratsherren scheint das Projekt zu teuer und zu umfangreich

Mittwoch, 06. März 2019

Reschitza - Das Projekt der Umgestaltung und Neunutzung der Industrieseilbahn von Reschitza, das die aus Reschitza stammende und sehr erfolgreich in New York arbeitende und an diversen amerikanischen Universitäten unterrichtende Architektin Oana Stănescu Reschitza geschenkt hat, wird vorläufig nicht realisiert. Der Umfang des Projekts – allerdings: vergleichweise kostengünstige fünf Millionen Dollar – aber vor allem der Widerstand der Ratsherrn der PSD-geführten Opposition haben das Projekt ins Wunschstadium verbannt.

Im Sommer 2018 hatte das Team des Rathauses, das mit der Auffindung von Finanzierungsmöglichkeiten beauftragt ist, eine solche identifiziert, mit der die aus dem 1960er Jahren stammende Industrieseilbahn ein touristisches und ein Wochenend-Attraktionsobjekt werden könnte, als Promenade, Bungee-Jumping-Rampe, Restaurant-Standort über der Stadt und eventuell auch für Drahtseiläquilibristik. Dazu hätte die Bewerbung bis Februar 2019 vorgelegt werden müssen. Bedingung, um in den Besitz der Seilbahn zu gelangen, wäre aber gewesen, dass die Stadt auch die Schlackenhalde jenseits des Bergs, im }erova-Tal, mitkauft. Dagegen waren sowohl die linke Opposition, als auch einige der Liberalen. So fiel die Bewerbung bei UIA (Urban Innovative Actions der EU) aus. Wegen der auf der Schlackenhalde noch lagernden etwa zehn Millionen Tonnen kaum noch eisenhaltiger Hoch-ofen- und Gießereischlacke.

Die Verbindung zu Oana St²nescu wird aber aufrechterhalten. Am 22. März legt sie die finale Variante ihres Umgestaltungsplans der Industrieseilbahn (der auch Thema ihrer Diplomarbeit an der Temeswarer Architekturhochschule war) dem Stadtrat vor. Danach will Bürgermeister Popa „weiter sehen, wie wir das Ganze zur Umsetzung bringen. Vor allem mit der Finanzierung.“ Betreffs der Schlackenhalde hat der Reschitzaer Bürgermeister Lösungen in Belgien, Frankreich und im Ruhrgebiet angeschaut. „Eisenschmelzereien, Stahlwerke und Gießereien stehen weltweit und alle haben sie das Problem ihrer Schlackendeponien gelöst. Am einfachsten ist eine Ökologisierung. Mit Erdreich bepacken und bepflanzen. Aber man kann sie auch nutzen, etwa im Straßenbau. Nur stellt sich da das Problem des Transports. Zehn Millionen Tonnen aus einem Engtal fortzuschaffen ist eine logistische Leistung. Leider besteht das, was dort übrigblieb nach der Eisennutzung, aus einer Art Schlamm, wertloser Sand, wo die Transportkosten weitaus höher lägen als der Wert des Transportinhalts. Da keine Autobahn in der Nähe vorbeiführt, fällt die Idee des Verbauens. Auch in den kommenden 20 bis 30 Jahren. Bleibt bloß Ökologisierung.“

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