Selfies mit dem Osterhasen

Riesiges Nest in der Stadtmitte aufgebaut

Mittwoch, 27. April 2016

Pünktlich zu den orthodoxen Ostern begrüßt der traditionelle Ostermarkt die Passanten im Stadtzentrum.
Foto: Zoltán Pázmány

Eine riesige Osterhäsin aus Pappmaschee im frühlingshaften roten Kleid mit weißen Tupfen sieht stolz aus einem Riesennest direkt auf die Kathedrale im Stadtzentrum von Temeswar. Es ist Zeit für den Ostermarkt und die kleinen Holzbuden, von denen wir uns im Januar verabschiedet haben, sind wieder im Stadtzentrum aufgebaut worden. Vor allem das Osternest hat es den Passanten angetan, die sich nicht so stark beeilen und sich Zeit für ein Selfie nehmen.

Ein Wandel durch die Holzbudenlandschaft ist ein kleiner Genuss für die Sinne. Das Angebot ist sehr bunt und reicht von Kitsch bis zu wertvoller Handarbeit. Auf die Wunschliste könnten riesige Keramik-Eier kommen, die das klassische Sparschwein ersetzen, oder Holzeier, die man anmalen kann oder aber die teureren Eier aus Halbedelsteinen, einfach so zum Dekorieren des Ostertisches – die Auslage ist vielfältig, kann aber die zu Hause gefärbten Eier nur ergänzen.

Süßlich riecht es aus der Bude mit „Kürtöskalács“, die Nachspeise aus dem Szekler-Land, hat sich vor Weihnachten wie auch vor Ostern zu einer der süßesten Versuchungen gemausert. Nussig oder mit Kokosflocken überschneit schmeckt sie am besten. Unweit davon wirbt eine andere Bude für ihre radgroßen Pfannkuchen, die man auch als Fasten-Pfannkuchen kaufen kann (ohne Milch und Eier) und die sich variabel bestreichen lassen: Dafür gibt es Nussaufstriche oder Marmeladen von den klassischen Erdbeer- und Himbeermarmeladen bis zu Marmeladen aus scharfem Paprika oder sogar aus eingelegten grünen Tomaten. Obendrauf kommen als Pepp bunte m&ms oder Harribo-Gummibärchen, die sich in Massen auf den Tellern tummeln. Die Pfannkuchen sind übrigens riesig, weil sie auch keine „Pfannkuchen“ oder „cl²tite“ sind, sondern „Crêpes“ und die französische Kulinarik eben auf diese Übergröße setzt. Wer sich weiter für seinen Magen interessiert, macht an den Verkaufsständen mit Schinken, Riesenbroten oder Wein und Palinka halt.

Manch Fußgänger bekundet sein Interesse für die handgefertigten Waren auf dem Ostermarkt und denk dabei auch schon an ein Geschenk: so etwa Halsketten aus Keramik mit Swarowski-Steinen besetzt oder aus Leder angefertigte Taschen oder echte, kuschelige Schafspelze.

An den China-Importprodukten kommt man auch hier nicht vorbei, vor allem die Spielsachen tragen das bekannte Label „Made in China“, wobei so manche auch Kopien von Markenprodukten darstellen, etwa von Lego und deshalb nur zum Viertelpreis angeboten werden. So kann man Disney-Prinzessinnen im Viererpack kaufen, die Star-Wars-Serie ist im Sechserpack von Yoda bis zu Darth Vader vertreten. Eine „Frozen“-Packung ist scheinbar nicht nur zu Weihnachten eine gute Geschenkidee für kleine Mädchen. Und die Schlüsselanhänger mit den gelben, glupschäugigen Minions könnten ein Kinderherz auch höher schlagen lassen.

Für Kinder gibt es auch eine Keramik-Werkstatt, die jedes Mal vor den Feiertagen zur kleinen Entspannungs-Basteloase wird: Am Nachmittag füllt sich der Raum und viele kleine, flinke Hände sind beim Bemalen der verschiedensten tönernen Gegenstände zu beobachten.

Das Schönste am Ostermarkt ist wohl aber das Karussell – ein Märchen für die Kleinen, eine Augenweide für die Großen und dank Wiener Walzer ein Ohrenschmaus für alle.

 

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