„Sell in May?“ Bukarest Aktienmarkt erlebt Kurskorrektur zum Sommerbeginn

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 13. Juni 2017

Eine alte Börsenweisheit lautet „sell in May and go away, but remember to come back in September.“ Kurz erklärt, sollten Anleger ihre Gewinne im Mai ins Trockene bringen, also Aktien dann abstoßen, wenn sie nach Bekanntgabe der Ergebnisse des Vorjahres, der Dividendenpläne und sogar der Leistung im ersten Quartal nach Möglichkeit neue Höchststände erreicht haben. Dann sollten sie, wenn sich die Wogen der Gewinnmitnahmen nach der Rückkehr aus dem Urlaub wieder geglättet haben, möglichst preiswert wieder einsteigen. Das erklärt oft, warum der Verkaufsdruck am Anfang des Sommers wächst, der Handel in den Sommermonaten abflacht, um dann ab Herbst wieder aufzuflammen. Die Bukarester Börse machte in dieser Hinsicht in diesem Jahr nichts anderes. Nach mehreren Wochen wachsender Kurse startete der Markt mit einer kräftigeren Korrektur von durchschnittlich 2,2 Prozent in den ersten Sommermonat.

Verluste für alle Indizes

Am stärksten traf es den BETPlus-Index, der auf Wochensicht 2,93 Prozent verlor. Der Hauptindex BET musste einen Abstrich von 2,9 Prozent verkraften und fiel dadurch fast auf die 8500-Punkte-Marke zurück. Eine psychologische Marke unterbot der ROTX-Index, der wegen eines Wochenverlustes von 2,36 Prozent (406,38 Punkten) unter 17.000 Punkte fiel. Der Finanzwerte-Index BET-FI schloss die Handelswoche mit einem Minus von 0,9 Prozent und kratzt an der 33.000-Punkte-Marke. Ein Minus von 2,2 Prozent auf einen Stand von 748,43 Punkten gab es für den Energiewerte-Index BET-NG. Kursverluste gab es für 42 der gelisteten Aktien, die des Hafenterminal-Betreibers Oil Terminal (OIL, 0,155 Lei, ISIN ROOILTACNOR9) und des Stromversorgers Transelectrica (TEL, 29,45 Lei, ISIN ROTSELACNOR9) lagen sogar im zweistelligen Prozentbereich.

Oil Terminal überrascht den Markt

Vor allem die Entwicklung der OIL-Aktien überraschte. Am Freitag wurden plötzlich 84,7 Millionen Papiere des Unternehmens auf den Markt geworfen. Am Ende des Tages gab es nur noch Verkaufsordner und einen Kurseinbruch von 15 Prozent. Auf Wochensicht lag der Verlust bei 16,9 Prozent. Ob der unbekannte, 94-jährige Anteilseigner Valentin Sebastian Dumitrescu (11,3 Prozent), der seine Beteiligung im Mai kontinuierlich aufgestockt und damit den Anstieg des Aktienkurses vorangetrieben hat, die eingangs erwähnte Weisheit umgesetzt hat? Der Stromversorger Transelectrica hingegen erlebte eine gewöhnliche Korrektur, nachdem das Dividenden-Stichdatum verstrichen ist. Ähnlich erging es auch den anderen Strom-Aktien (EL, 14,02 Lei, ISIN ROELECACNOR5), (SNN, 6,81 Lei, ISIN ROSNNEACNOR8) sowie dem Fonds Proprietatea (FP, 0,872 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5).

Deren Verluste aber lagen zwischen 2,7 (SNN) und 6,15 Prozent (EL). Außerdem wog die Ankündigung der Energie-Regulierungsbehörde ANRE schwer, die Stromtransportpreise ab dem 1. Juli zu reduzieren. Doch es gab nicht nur Verlierer an der Börse in der vergangenen Woche. 22 Emittenten konnten sich trotz schwacher Börsenentwicklung über Gewinne freuen. Unter den sogenannten Blue Chips konnten Bank-Aktien BRD (BRD, 13,3 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) und Erste Bank (EBS, 151 Lei, ISIN AT0000652011) mit plus 2,46 beziehungsweise 1,34 Prozent überzeugen, ebenso Energiewerte wie Transgaz (TGN, 451 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8) oder OMV Petrom (SNP, 0,3305 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9), die um 0,44 beziehungsweise 0,3 Prozent zulegten.

Unschlüssigkeit über Dividendenauszahlung bei Transgaz

Hier erregte der Erdgasversorger Transgaz das Interesse der Anleger. Sie hatten erwartet, konkrete Angaben über die geplante Dividendenausschüttung aus dem Vorjahresgewinn und den Rückstellungen zu erfahren. In Erwartung dieser außergewöhnlichen Ausschüttung waren TGN-Aktien auf ein Allzeithoch von 480 Lei gestiegen. Die Unternehmensleitung aber gab am vergangenen Mittwoch nur die Quartalsergebnisse und den Investitionsbedarf bis 2019 bekannt. Daraufhin fiel die Aktie auf 451 Lei zurück.

Devisen

Am Devisenmarkt entwickelte sich der rumänische Leu uneinheitlich zu den beiden Hartwährungen Euro und US-Dollar. Gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung konnte sich der Leu in der ersten Juniwoche um 0,1 Prozent behaupten. Auf Wochensicht legte der Leu 0,0048 Lei zu, was zwar noch im positiven Bereich liegt, aber allenfalls als Seitwärtsbewegung bezeichnet werden kann. Der US-Dollar holte indes stärker auf und legte auf Wochensicht 0,0104 Lei zu, beziehungsweise 0,25 Prozent. Gestern kostete ein Euro demnach 4,5611 Lei, während ein US-Dollar bei 4,0795 Lei bewertet wurde.

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