Seminar des Deutsch-Europäischen Bildungswerks Hessen

Samstag, 23. September 2017

Das Seminar des Deutsch-Europäischen Bildungswerks in Hessen begann im Temescher Kreisratsgebäude.
Foto: Cornel Gruber

Temeswar - „Grenzüberschreitender Gedankenaustausch als Brückenschlag zwischen den Völkern im gemeinsamen Europa“: Dies ist der Titel des Seminars aus der Reihe „Begegnung und Verständigung“, das bis Mitte nächster Woche im Banat stattfindet. Veranstaltet wird es vom Deutsch-Europäischen Bildungswerk in Hessen e.V. und brachte rund 30 Teilnehmer aus Deutschland nach Westrumänien, die hier Land und Leute kennenlernen werden.

„Unser Ziel ist eine Verständigung zwischen den Völkern in Europa. Durch die Verschiebung der Ostgrenze hat es bei uns, in Deutschland, 13 Millionen Vertriebene und Flüchtlinge gegeben. Später sind viele Menschen aus anderen Ländern, wie zum Beispiel aus Rumänien, hinzugekommen. Um die alten, gewachsenen Verbindungen nicht einreißen zu lassen, sind wir jetzt unterwegs, nicht, um uns über die Vergangenheit zu beklagen, sondern dafür zu sorgen, dass es in Zukunft besser wird und dass sich in Zukunft die Völker besser verstehen“, sagte Seminarleiter Georg Stolle, Bürgermeister a.D.

Das Seminar ist so gestaltet, dass die Teilnehmer aus Deutschland durch Vorträge und Besichtigungen verschiedener Einrichtungen das Banat näher kennenlernen. Am ersten Tag bekamen sie im Temescher Kreisrat ein Bild von der Region, dargeboten von Agneta Kardo{ aus der Kreisverwaltung. Es folgte ein Besuch in der Nikolaus-Lenau-Schule, bei dem Schulleiterin Helene Wolf über den deutschen Unterricht in Rumänien referierte. „Unsere Schule besuchen zurzeit etwa 1600 Schüler – davon sind nur 15 Prozent deutschstämmig“, sagte Helene Wolf und hob dabei das gehobene Interesse der Mehrheitsbevölkerung für das Erlernen der deutschen Sprache hervor.

Am Donnerstagnachmittag gingen die Teilnehmer in das Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus, wo der Forumsvorsitzende Johann Fernbach über die Deutschen in Rumänien sprach, und Helmut Weinschrott, Geschäftsführer der Adam-Müller-Guttenbrunn-Stiftung, ihnen die sozialen und kulturellen Aktivitäten der AMG-Stiftung präsentierte. Nach einem Stadtrundgang gestern Vormittag fuhren die Seminarteilnehmer nachmittags nach Lugosch/Lugoj. Norbert Hansmann, Geschäftsführer des BVIK Banatia aus Temeswar, stellte die Fördermöglichkeiten für deutsche Unternehmer vor. Die Seminarteilnehmer sind heute in Lenauheim, Hatzfeld/Jimbolia und Großsanktnikolaus/Sânnicolau Mare unterwegs und fahren morgen nach Maria Radna und nach Neuarad/Aradul Nou. Kommende Woche stehen Besuche in Reschitza und Orawitza auf dem Programm. In Temeswar/Timişoara gibt es u.a. Gespräche mit dem Intendanten des Deutschen Staatstheaters, Lucian Vărşăndan, sowie einen Besuch im Kunstmuseum und in der Gedenkstätte der Revolution.

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