Senator sorgt fürs Söhnchen

Der Posten des Vizepräfekten von Karasch-Severin ist zu besetzen

Freitag, 13. März 2015

Reschitza - Laut Regierungsverordnung ist Silviu Hurduzeu seit Donnerstag nicht mehr Präfekt des Verwaltungskreises Karasch-Severin. An seiner Stelle rückte der Ex-Polizeioffizier und Ex-Leiter des Arbeitsamtes Karasch-Severin, Nicolae Miu Ciobanu, bisheriger Vizepräfekt, auf den Präfektenstuhl vor. Hurduzeus künftige Rolle im Regierungsgefüge ist von der Regierung in ihrer Mittwochssitzung nicht offiziell bestimmt worden, doch geht man im Banater Bergland davon aus, dass er den Posten eines Staatssekretärs im von seinem Ex-Klassenkollegen an der Lehrerbildungsanstalt Karansebesch/Caransebeş, Sorin Grindeanu (PSD), geleiteten Kommunikationsministerium übernehmen wird.

Nicolae Miu Ciobanu ist Absolvent der Polizeihochschule in Bukarest und hatte nach seiner Absolvierung 1987 verschiedene Kommandofunktionen inne. Er hatte es bis zum Stellvertreter des Polizeikommandanten von Karansebesch und danach jenes von Reschitza/Reşiţa gebracht, bevor er die Möglichkeit nutzte, die Karrieremilitärs offensteht, nämlich nach bloß 20jähriger Dienstzeit in Rente zu gehen. Das war 2010. Er engagierte sich als junger Rentner politisch in der PSD, gelangte – per Ausschreibung und Bewerbungswettbewerb - 2013 bis zum Leiterposten des Arbeitsamtes und wurde  zum Vizepräfekt vor einem Jahr, im März 2014, ernannt, als die Präsidentschaftswahlen bevorstanden...

Heftige Diskussionen und wilde Spekulationen gibt es im Banater Bergland gegenwärtig bezüglich der Person, die den bisher von Ciobanu gehaltenen Vizepräfektenposten einnehmen wird. Der Posten, obwohl per Verfassung ausdrücklich als unpolitisch definiert, fällt nach den neuesten politischen Agreements der Ponta-Regierung politisch der UNPR des Vizepremiers, Innen- und Verwaltungsministers Gabriel Oprea zu.

Nur will ihn im Banater Bergland neben dem als dominant und apodiktisch verschrieenen neuen Präfekten Miu Ciobanu niemand von der UNPR einnehmen. Mihai Bona, der Generalsekretär der UNPR Karasch-Severin soll ihn als erste Wahl dankend abgelehnt haben, auch sonst soll sich keiner vorgedrängelt haben, um den Posten des Vizepräfekten des Verwaltungskreises Karasch-Severin zu ergattern. Trotzdem stehen ein paar Kandidaten auf der Liste.

Denn da meldete sich u.a. der damit mal wieder seine berüchtigte Zwielichtigkeit unter Beweis stellende Senator Ion Simeon Purec aus Bukarest zu Wort und brachte einmal mehr seinen Sohn ins Gespräch. Kaum dass sich der Skandal um dessen Ernennung – auf ein gutes Wort des Papas in Bukarest, vom Senat aus, hin – als Chef der Agentur für Umweltschutz gelegt hatte, steht schon wieder der kaum etwas über 30jährige Sebastian Purec im Gespräch. Dessen einziges Verdienst in seinem kurzen Berufsleben darin besteht, Sohn seines Vaters zu sein.

Vater Purec war als PSD-Mann Vizebürgermeister von Reschitza, dann wurde er, als PPDD-Mann, Senator, wechselte nach dem Zerreibungsverfall der PPDD zur UNPR, der traditionellen Auffangpartei für Abtrünnige und spinnt von dort das Spinnennetz zur sozialen Konsolidierung für Söhnchen Sebastian (die ADZ berichtete bereits mehrmals).

Sebastian Purec war über die damals neue Partei PPDD 2012 Stadtrat in Reschitza geworden, nach ein paar Monaten, etwa zeitgleich mit dem Überwechseln des Papas zu UNPR, wegen Disziplinlosigkeit aus der PPDD gefeuert worden und musste – nach vielen Sträuben – den Ratsherrnstuhl räumen, worauf er binnen Tagen erst zur UNPR überwechselte, dann einen Posten und zwei Tage später den Leitungsposten in der Agentur für Umweltschutz zugeschanzt bekam, nachdem Papa Purec bei der damaligen Ministerin für Umwelt und Klimatische Veränderungen, Rovana Plumb, vorgesprochen hatte.

Jetzt darf man gepannt sein, wen Premierminister Ponta zum neuen Vizepräfekten des Banater Berglands ernennt.

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