Sich öffentlich distanzieren

Politische Erklärung des DFDR-Abgeordneten Ovidiu Ganţ

Mittwoch, 22. Februar 2017

Bukarest (ADZ) – Gegen die Verleumdungskampagne, die vergangene Tage in mehreren Fernsehsendungen sowie Print- und Online-Medien in Rumänien gegen das DFDR geführt worden ist, nahm der Abgeordnete Ovidiu Ganţ in der politischen Erklärung Stellung, die er am Dienstagmorgen im Parlament gehalten hat. Darin wies er die Anschuldigungen zurück, das DFDR sei eine Nachfolge-Organisation der Deutschen Volksgruppe in Rumänien und habe Immobilien der jüdischen Gemeinschaft zurückverlangt und erhalten, Lügen, die leider auch von einigen Mitgliedern der im Parlament vertretenen Parteien behauptet werden. MdP Ganţ appellierte an die Vorsitzenden der PSD, ALDE und PMP, den Mitgliedern der Parteien zu verbieten, dergleichen Propaganda der schlimmsten Art fortzuführen bzw. durch ihr Schweigen zu deren Komplizen zu werden, und forderte sie auf, sich öffentlich von den Aussagen zu distanzieren.

In seiner politischen Erklärung stellte MdP Ganţ das DFDR als Interessenverband der deutschen Minderheit vor sowie als Brücke in den deutsch-rumänischen zwischenstaatlichen Beziehungen. Erläutert wurde, dass das Deutsche Forum den von der Deutschen Volksgruppe in Rumänien durch freie Verfügungsgewalt von den Vereinen der deutschen Minderheit oder vom kommunistischen Staat willkürlich enteigneten Besitz zurückgefordert hat. Die Rückerstattung wurde nicht von Rathäusern, sondern einer Sonderkommission genehmigt, die der rumänischen Regierung unterstellt ist. Den Daten zufolge, welche die „Nationale Behörde zur Rückerstattung der Immobilien” (ANRP) der deutsch-rumänischen gemischten Regierungskommission 2016 zur Verfügung stellte, wurden dem DFDR insgesamt 11 von 136 angeforderten Immobilien rückerstattet (siehe die Pressemitteilung des DFDR in der Samstagsausgabe der ADZ).

Die Interessen Rumäniens in Deutschland habe er an der Seite der Ministerpräsidenten Adrian Năstase, Călin Popescu Tăriceanu, Emil Boc, Victor Ponta und Dacian Cioloş sowie Präsident Traian Băsescu vertreten. Damals war er von Nutzen, sei er jetzt der Vertreter einer Organisation nazistischer Inspiration, fragte der DFDR-Abgeordnete. Er teilte mit, dass er die Regierung Grindeanu im Ausland nicht unterstützen werde, sollte der Premier von den verleumderischen Äußerungen nicht öffentlich Abstand nehmen.

Das DFDR hat in den 27 Jahren seines Bestehens eine konstruktive, „pro”-europäische und „pro”-atlantische Politik für Demokratie und einen Rechtsstaat geführt. Für ihn sei es eine besondere Ehre, die Rumäniendeutschen im Parlament Rumäniens zu vertreten, die loyale Bürger des Landes sind und dergleichen Versuche, die rumänische Gesellschaft zu entzweien, verurteilen, sagte MdP Ovidiu Ganţ am Schluss seiner Ansprache.

Kommentare zu diesem Artikel

Peter, 22.02 2017, 14:57
Um vom eigenen Unvermögen abzulenken braucht die Regierung ein neues Opfer. Wie schon in der Vergangenheit müssen Minderheiten herhalten, heute sind es die Deutschen, morgen die Juden und für übermorgen findet sich schon Jemand. In jeder Handlung dieser Regierung zeigt sich, wie erbärmlich sie ist.
Francois, 22.02 2017, 11:32
Die Regierungsparteien beschimpfen den DFDR, zielen aber auf den Präsidenten.

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