Siedlungswasser für Vorstädte

Stadt hat nach Verzögerungen erste Verträge abgeschlossen

Samstag, 14. Juni 2014

Reschitza - „Nach allerlei Hürden und viel Bürokratie“ konnte die Stadt Reschitza die Finanzierungsverträge zur Siedlungswassereinführung in drei der Vorstadtviertel von Reschitza und der eingemeindeten Ortschaft Moniom unterzeichnen, teilten Bürgermeister Mihai Stepanescu und die Leiterin der Rathausabteilung für technische Dienstleistungen, Titiana Cătană, im Rahmen einer Pressekonferenz mit. Wegen der dafür nötigen Aushubarbeiten habe man die Neuasphaltierung der Straßen in diesen drei Stadtvierteln – die für 2014 vorgesehen war – hinausgeschoben, entschuldigte sich der Bürgermeister, aber man halte Fließendwasser und Kanalisierung für prioritär.

Das trifft vor allem für das auf kalkigem Untergrund errichtete Doman zu, wo regelmäßig von der Feuerwehr Trinkwasser hingekarrt wird, weil dort in Dürreperioden alle Quellen versiegen. Aber auch Sekul und Cuptoare sowie das von Reschitza aus verwaltete Dorf Moniom haben ihre Probleme, wenn nicht mit der Quantität, so doch mit der Qualität des Trinkwassers, denn die alle sechs Monate von der Gesundheitsbehörde DSP durchgeführten Untersuchungen der Trinkwasserquellen weisen in den beiden Ortschaften und für Moniom keine Quellen aus, deren Wasser bedenkenlos genießbar ist – sosehr manche der Bewohner auch darauf schwören. „Fließendwassersicherung und Kanalisierung sind für diese Stadtviertel schon lange eine Priorität für uns, aber es ist immer schwierig, Nachtragsfinanzierungen zu großen Projekten, wie es die Siedlungswasserwirtschaft in allen acht Städten des Banater Berglands war, genehmigt zu bekommen. Leider war im 60-Millionen-Euro-Projekt der Raum der Reschitza eingemeindeten Siedlungen nicht vorgesehen. Das hat viel zusätzliche Bürokratie gekostet.“

Stepanescu stellt die Unterzeichnung der Ausführungsverträge für die vier Vororte zwar so dar, als hätte die Stadt allein es bis dahin geschafft, doch ist bekannt, dass auch der Kreisrat kräftig am Strang gezogen hat, sodass seine Aussage: „wir haben in den vergangenen Jahren versucht, diese Notwendigkeit zu realisieren“ für beide Seiten gilt. Tatsache ist allerdings, dass „wir uns in allerlei Gestrüpp der Bürokratie verheddert haben und eine andere Finanzierungsachse attackieren mussten, um Regierungsgelder als Finanzierungsquelle anzuzapfen“.

Weil die Reschitzaer Vorstädte zu weit weg vom Stadtkern liegen (jeweils mehr als zwei Kilometer), konnte die Stadt kein EU-Geld zur Finanzierung ihrer Siedlungswasserwirtschaft beantragen, musste sich also auf den Erhalt von Regierungsgeldern konzentrieren. Zudem handelt es sich um bevölkerungsschwache Gemeinschaften – ebenfalls ein Handicap für EU-Finanzierungen.

Die Entfernung von der Hauptsiedlung und die weite Streuung der vier Siedlungen bewirkt zudem „sehr, sehr hohe Kosten“, erklärte der Bürgermeister. Pro Einwohner handle es sich hier um 2500 bis 3000 Euro, weshalb die EU das Projekt abgewiesen habe. Daraufhin habe die Stadt sich auf die Aktivierung des Regierungsbeschlusses Nr. 28 konzentriert. „Da wir jetzt die Finanzierung durch die Regierung unter Dach und Fach haben und da die Entwurfsarbeiten bereits begonnen wurden, darf noch in diesem Jahr mit dem praktischen Beginn der Arbeiten gerechnet werden“, sagte Stepanescu.
Denn sofort nach Abschluss der Entwurfsarbeiten habe man vor, die Aquisitionen zu starten „und für 2015 sind dann die Arbeiten budgetiert und ich hoffe sogar, dass sie, wenn die Finanzierung gesichert ist, in hohem Maße gegen Ende 2015 vor Abschluss stehen könnten.“

Inwiefern Bürgermeister Mihai Stepanescu mit einem tatsächlichen kontinuierlichen Fluss der Finanzierungsgelder aus Bukarest rechnen kann und nicht mit den üblichen Unterbrechungen der Bauarbeiten, weil Bukarest so ungern und unregelmäßig mit den bauausführenden Firmen abrechnet, das wird sich noch zeigen müssen. Deshalb klang schon viel realistischer, was die Leiterin des Technikressorts des Rathauses Reschitza sagte. Tatiana Cătană: „Unsere Machbarkeitsstudien sehen Fertigstellungstermine nach 17 bis 24 Monaten vor. Deshalb werden wir bei der Ausschreibung der Arbeiten als ein wichtiges Evaluierungskriterium den Fertigstellungstermin festschreiben. Leider wird das nicht reichen, denn das wichtigste ist die Verlässlichkeit der Regierungsüberweisungen.

Auch beim städtischen Zoo hatten wir einen viel kurzfristigeren Termin ausgemacht, den wir wegen der ständig hinausgezögerten Regierungsüberweisungen immer wieder verlängern mussten. Und diesmal geht es um viel mehr Geld: allein für Doman sprechen die Machbarkeitsstudien von 4,8 Millionen Lei für 8100 Meter Distributionsnetz, den Bau von zwei Trinkwasserspeichern, zwei Behandlungsanlagen des Rohwassers und eine Pumpstation. Moniom, Sekul und Cuptoare sollen zusammen 6,212 Millionen Lei kosten, bei 12.840 Meter Trinkwassernetz, einer Tiefenbohrung in Moniom, zwei Trinkwasserspeichern, zwei Behandlungsstationen und einer Pumpstation. Von diesen Summen sollen noch in diesem Jahr 450.000 Lei für Doman und 400.000 Lei für Sekul, Moniom und Cuptoare eintreffen.

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