Siedlungswasserwirtschaft für die Vororte

Investitionsvorhaben für 2014 in Reschitza weitgehend finanziell abgesichert

Samstag, 11. Januar 2014

Vor Jahresende 2013 hat der Kreisrat Karasch-Severin im Rahmen des alljährlichen „Haushaltsausgleichs“ Reschitza mehr als drei Millionen Lei „zur Begleichung von Altschulden bzw. ausstehenden Zahlungen“ zugewiesen. Das wurde auch (vielleicht etwas forciert...) als eine Art „historische Versöhnung“ zwischen Bürgermeister Mihai Stepanescu und Kreisratspräses Sorin Frunzăverde interpretiert, die seit Jahren in Fehde liegen und von denen es hieß, dass sie einfach nicht miteinander können. Geäußert hat sich diese gegenseitige (von keinem von ihnen bisher jemals kommentierte) Aversion mit Regelmäßigkeit zu solchen Anlässen wie Geldzuteilungen vom Kreisrat.

Bürgermeister Mihai Stepanescu definiert als Hauptziel seiner Amtsperiode nach wie vor die „Ausweitung der Siedlungswasserwirtschaft auch auf die eingemeindeten Moniom, Sekul, Cuptoare und Doman“, also die Reschitzaer Vororte bzw. Stadtteile.

Schützenhilfe bei Listenaufstellung

Die Machbarkeitsstudien für die Ausdehnung der Siedlungswasserwirtschaft auf die ehemaligen Satellitendörfer von Reschitza liegen dem Kreisrat und dem Ministerium für Regionalentwicklung und Öffentliche Verwaltung vor. Bürgermeister Stepanescu hofft, dass über die Schiene seiner Partei (PSD) und mit Schützenhilfe von Frunzăverde sein Projekt auf die Liste des Nationalen Programms für Kommunalentwicklung (die aufgrund der Dringlichkeitsverordnung der Regierung OUG 28/2013 entsteht) gesetzt wird. Es handelt sich eigentlich um drei Projekte (für Moniom, für Sekul und Cuptoare und für Doman) im Gesamtwert von 27 Millionen Euro.

Wie die Leiterin des Rathaus-Departements für Investitionen und Öffentliche Ankäufe, Augustina Lotorosanu, mitteilt, sollen in allen Vororten von Reschitza Wasserleitungs- und Kanalisationssysteme mit eigenen Kläranlagen entstehen, weil das für die wirtschaftlichste Lösung gehalten wird.

Am günstigsten gestaltet sich das Projekt für Moniom, wo für das Vorhaben 3,355 Millionen Lei angefordert wurden, auch weil Moniom durch seine Lage an der Straße Reschitza-Temeswar relativ einfach an die neue Kläranlage im fünften Reschitzaer Vorort, Col]an, angeschlossen werden kann. Für Sekul und Cuptoare wären 12,4 Millionen Lei nötig. Doman mit seinem schwierigen Untergrund und den vielen Abraumlagern aus dem Kohlenbergbau sowie wegen der durch den Banater Karst bedingten absoluten Quellenlosigkeit (in Dürremonaten muss die Feuerwehr mit Tankwagen täglich Trinkwasser nach Doman bringen – neuerdings hat die Stadt zu diesem Zweck einen eigenen LKW umgebaut) benötigt für die Siedlungswasserwirtschaft 11,191 Millionen Lei.

Grundstückskauf für Jugendwohnungen

Zu den Vorhaben der Stadt gehört auch der weitere Ausbau der Fahrradwege, indem die Altstadt mit der Neustadt in diesem Jahr mit einer 10,2 Kilometer langen Fahrradspur in beide Richtungen verbunden wird. Dafür ist das Geld – vier Millionen Lei, davon 2,4 Millionen Lei aus Mitteln des Fonds für Umweltschutz – bereits vorhanden, gab Augustina Lotoro{anu zu verstehen. Ebenfalls in diesem Jahr soll die dritte Etappe des Baus von Jugendwohnungen (ANL) an der Ausfahrtstraße nach Karansebesch eröffnet werden – wofür der im Dezember in Reschitza weilende Minister für Regionalentwicklung und Öffentliche Verwaltung, Liviu Dragnea, bereits vor Ort sein Okay gegeben hat. 19 Wohneinheiten sollen entstehen, indem weitere Treppenhäuser an die seit den 1960er Jahren vorhandenen Wohnblocks angebaut werden. Dafür muss die Stadt 1,03 Millionen Lei der insgesamt benötigten Baukosten von 5,25 Millionen Lei zur Verfügung stellen.

Für den Bau weiterer ANL-Wohnungen in den kommenden Jahren will die Stadt in diesem Jahr Grundstücke ankaufen. Auch das ist übrigens ein Vorhaben, das schon mehrmals angekündigt wurde.

Als ein Flop erwies sich allen Anzeichen nach der Gewerbepark im Ţerova-Tal, wo nach mehr als vier Jahren seit seiner Fertigstellung immer noch keine Investoren konkretes Interesse daran gezeigt haben. Trotzdem hält die Stadt hartnäckig an ihren (von vielen Besuchern als unrealistisch eingestuften) Vorhaben fest und spricht bezüglich der Pläne für 2014 schon wieder von einer (sehnlichst herbeigewünschten) öffentlich-privaten Partnerschaft für die touristische Nutzung des Gol-Platteaus oberhalb des Reschitzaer Stadtzentrums. Machbarkeitsstudien dazu gibt es schon seit geraumer Zeit (eigentlich fast schon, seit Mihai Stepanescu Bürgermeister ist, also seit 2008), aber ausländische Investoren erweisen sich bei jeder Gelegenheit als skeptisch betreffs der Wirtschaftlichkeit des Projekts (wegen der geringen Seehöhe und wegen der akuten Notwendigkeit von künstlichem Schnee – bei nicht ausreichender Wasserversorgung) und einheimische Investoren haben längst ähnliche Wintersport- und Freizeitprojekte am Bergstock des Semenik (Franzdorf/Văliug und Wolfsberg/Gărâna) realisiert oder sind dabei, sie am Bergstock des Muntele Mic zu verwirklichen.

Bessere Chancen dürften öffentlich-private Partnerschaften zur Anlegung neuer Parkplätze oder zur Vergrößerung vorhandener haben – was ebenfalls zu den Vorhaben von Reschitza in diesem und den kommenden Jahren gehört.

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