Siedlungswasserwirtschaft im Verzug

Begegnung des „AquaCaras“-Geschäftsführers mit Bürgermeistern

Donnerstag, 20. September 2018

Reschitza - In Anwesenheit des Kreisratspräsidenten Silviu Hurduzeu (PSD) gab es dieser Tage in Reschitza ein Treffen der Bürgermeister des Banater Berglands mit dem Geschäftsführer des Siedlungswasserverbands AquaCara{, Nicolae Miu-Ciobanu (PSD), ein pensionierter Polizeioffizier und Ex-Präfekt. Zur Diskussion stand das Stadium der Umsetzung des EU-finanzierten Siedlungswasserprojekts des Banater Berglands. Als das Treffen zu Ende war, sagten viele der Bürgermeister, sie hätten wieder Mal einige Stunden ihrer Arbeitszeit totgeschlagen... Der vor weniger als einem Jahr eingesetzte „AquaCara{“-Geschäftsführer – in Reschitza heisst es, dass sich, seit der im Amt ist, die Siedlungswassergesellschaft mit pensionierten Polizisten „gefüllt“ hätte – verlas eine Präsentation des Stands der Umsetzung des Projekts, demzufolge alle acht Städte des Banater Berglands eine komplette Siedlungswasserwirtschaft haben sollen. Laut Miu-Ciobanu stehen Neumoldowa und Karansebesch mit der Umsetzung am besten da. Am schlechtesten Anina und Bokschan. „In Karansebesch sind die Arbeiten am neuen Wasseraufbereitungswerk zu 85 Prozent bewältigt“, sagte Bürgermeister Felix Borcean. „Die Kläranlage ist fertig – die einzige der 24 im gesamten Banater Bergland geplanten – und in Karansebesch ist die neue Wasserleitung zu etwas über 71 Prozent fertig. Doch wegen der schlechten Wasserqualität von Karansebesch ist gegenwärtig dort das größte Problem jenes der Abkopplungen der Abonnenten von der Zentralversorgung. Aber das diskutieren wir separat – hat man mir bei AquaCaraş versprochen.“

Hart umstritten war die Frage, was mit den Wohnblocks geschieht, wo es notorische Zahlungsverweigerer der Fließendwasserrechnungen gibt – vor allem in jenen Ortschaften, wo die Fließendwasserversorgung noch nicht regelmässig oder von schlechter Qualität ist. Wie gerecht ist es, einem ganzen Wohnblock die Wasserzufuhr zu sperren, bloß weil ein paar der Mitbewohner ihre Rechnungen nicht begleichen wollen? Eine Antwort auf dieses soziale Problem gab es auf dieser Tagung nicht. Viele der Bürgermeister meinten, es sei nicht menschlich gedacht, wegen ein paar Zahlungsverweigerern eine ganze Bewohnergemeinschaft abzustrafen.

AquaCaraş-Geschäftsführer Nicolae Miu-Ciobanu, der Polizeioberst der Reserve, verweigerte im Anschluss an die Tagung jedwelche zusätzliche Auskunft und auch am Telefon ließ er sich verleugnen. Fakt bleibt, dass das hochverschuldete Siedlungswasserunternehmen seiner doppelten Aufgabe – Bauherr beim Ausbau des Siedlungswassernetzes und Verwalter des Vorhandenen – zu niemandes Zufriedenheit nachkommt und dass es allmählich zum Schwarzen Loch wird, dessen Nachfinanzierung weder der Kreisrat (der 51 Prozent der Aktien hält), noch die Mitgliedsortschaften bereit sind, zu übernehmen.

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