Siegessäule auf den Bălcescu-Platz

Ungarische Gemeinde fühlt sich durch Stadtinitiative beleidigt

Mittwoch, 31. Juli 2013

Die Siegessäule in Temeswar – „eine Beleidigung für die ungarische Gemeinde“, heißt es in einem an Bürgemeister Robu gerichteten offenen Brief.
Foto: Zoltán Pázmány

Temeswar - Die ungarische Gemeinde von Temeswar/Timişoara ist entrüstet. Dies, nachdem Bürgermeister Nicolae Robu angekündigt hat, die Siegessäule vom Heldenfriedhof mitten auf den Bălcescu-Platz versetzen zu wollen, wo diese Woche die Sanierungsarbeiten starten. Nach Umsetzung aller Maßnahmen soll die Statue den öffentlichen Platz zieren.
„Das Aufstellen des Denkmals an einem öffentlichen Platz widersetzt sich der Vielfalt, dem ethnischen Respekt, den positiven Errungenschaften der gemeinsamen Vergangenheit. Wir fordern, diese Initiative zu stoppen und ein Symbol, das eine Beleidigung für die ungarische Gemeinde der Stadt darstellt, nicht an einen öffentlichen Platz zu stellen“, schreiben Ferenc Halász, Vorsitzender des Ungarnbverbbandsi UDMR im Kreis Temesch, und Zsolt Molnár, UDMR-Abgeordneter im rumänischen Parlament, in einem offenen Brief, der an die Kommunalverwaltung gerichtet wurde.

Die Siegessäule, die jahrelang auf dem Heldenfriedhof an der Lippaer Straße gestanden war, wurde nach den Ereignissen 1848-1849 errichtet, nachdem die kaisertreuen österreichischen Truppen der Temeswarer Festungsgarnison über die ungarischen Revolutionsheere unter der Führung von Oberst József Bem siegten. Die neogotische Säule entwarf der Architekt Josef Kranner. Sie wurde am 17. Januar 1853 vor dem Alten Rathaus in Temeswar (heute Libertăţii-Platz) enthüllt, als Geschenk des Kaisers Franz Joseph I. an die Stadt Temeswar. Im öffentlichen Brief an Bürgermeister Nicolae Robu schildern die Vertreter der ungarischen Gemeinde, wie die Siegessäule zunächst von hässlichen Gestalten – Sinnbilder der ungarischen Revolutionäre – geschmückt war. Erst aufgrund des Drängens der ungarischen Bevölkerung der Stadt Temeswar wurden 1855 diese Gestalten beseitigt. 1936 verlagerten die rumänischen Behörden das Denkmal auf den Heldenfriedhof.

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