Sinnsprüche und Worte der Siebenbürger Sachsen

Ausstellung im Emil-Sigerius-Museum in Hermannstadt

Donnerstag, 25. Mai 2017

Viele der siebenbürgisch-sächsischen Stickereien weisen religiösen Inhalt auf.

Ältere Stickereien sind in Vitrinen ausgestellt, so etwa ein Kanzelpultbehang aus dem Jahr 1832.
Fotos: Eveline Cioflec

Hermannstadt – Die Ausstellung „Sinnsprüche und Worte der Siebenbürger Sachsen“ im Emil-Sigerius-Museum für Siebenbürgisch-Sächsische Volkskunde, im Schatzkästlein (Kleiner Ring/Piaţa Mică 21), Hermannstadt/Sibiu, wurde am vergangenen Donnerstag eröffnet und kann bis zum 15. Oktober besichtigt werden. Die vom Astra-Museum organisierte Ausstellung ist ein Beitrag zur 500. Jahresfeier der protestantischen Reformation Martin Luthers. Kuratoren der Ausstellung sind Simona Malearov und Camelia Ştefan, Ethnographinnen des Emil-Sigerius-Museums.

Das Leitmotiv der Ausstellung ist Martin Luthers bekannter Vers „Ein’ feste Burg ist unser Gott“, dieser ist auf mehreren Exponaten wie Stickereien und Inschriften zu sehen. Die Ausstellung wurde zusammengestellt aus Leihgaben der Sammlungen des Emil-Sigerus-Museums für Siebenbürgisch-Sächsische Volkskunde, des Friedrich-Teutsch-Begegnungs- und Kulturzentrums in Hermannstadt sowie aus privater Hand. Sie umfasst mehr als 50 Stickereien, Teile von Volkstrachten sowie Schautafeln mit Bildern und Infotexten. Eine Infotafel der Ausstellung gibt Einblick in die Geschichte der siebenbürgisch-sächsischen Stickereien: Gestickte Sprüche gibt es bereits seit dem 13. Jahrhundert, insbesondere mit „Lebensregeln, moralischen Anschauungen und eigenen Lebenserfahrungen“.

Nach der Bibelübersetzung Luthers, ab 1650, werden auch religiöse Sprüche in die Stickereien aufgenommen. „So heißt es: Das Wort bedeutet mehr als das Bild.“ „Die Idee der Ausstellung entstand während der Feldarbeit, bei Besuchen auf Dörfern in der Umgebung Hermannstadts“, so Simona Malearov. Die ältesten Stickereien in der Ausstellung sind vom Beginn des 19. Jahrhunderts. Besonders beeindruckend sind jedoch große fotografische Aufnahmen aus heutigen siebenbürgisch-sächsischen Haushalten, auf denen zu erkennen ist, dass die Tradition des Wandbehangs mit Stickereien fortgeführt wird. Die jüngsten Exponate sind Stickereien von Elisabeth Rosenauer aus Neppendorf/Turnişor, eine der wenigen, die die Tradition der Stickerei fortführen. Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind donnerstags und sonntags 10 bis 18 Uhr, freitags und samstags 10 bis 20 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Lei für Erwachsene und 1 Leu für Schüler.

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