Skandal um ALDE-Listen im Banater Bergland

Doina Frunzăverde über Nacht von der Liste verschwunden

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Reschitza/Bukarest – Die Tagung der Leitung der PNL-Abspaltpartei ALDE begann am Sonntagabend mit dreistündiger Verspätung. Der Grund: ein lauthals ausgetragener Streit zwischen dem Partei- und Senatsvorsitzenden Călin Popescu-Tăriceanu und seinem Vize, Ex-Landwirtschaftsminister Daniel Constantin. Ausgelöst wurde der Streit von Meinungsverschiedenheiten der beiden bezüglich der Besetzung der Kandidatenlisten. Und von der bei rumänischen Politikern fehlenden Streitkultur. Das Ergebnis ihres Streits ist eine Kandidatenliste, die, zumindest im Banater Bergland, kaum Chancen auf Zuspruch in den Wahllokalen haben wird. Auf Rang eins der Liste für den Senat steht nämlich im Banater Bergland Petru Lup{ac. Das ist dieselbe Person, der vor drei Jahren aus ihrer Garage in Ferdinandsberg ein tonnenschwerer Panzerschrank entwendet wurde, in dem laut Aussagen des Besitzers mehrere hunderttausend Euro aufbewahrt wurden.

Während dieser Zeit genoss eben dieser Lupşac einen exotischen Urlaub. Die ADZ berichtete mehrmals über den Fall, auch, dass die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft Untersuchungen eingeleitet hatte,  mit dem Ziel, herauszukriegen, wie ein mäßig bezahlter Leiter einer kleinen Fiskusfiliale, Ferdinandsberg, zu so viel Geld kommen konnte. Herausgefunden hat die DNA bislang nichts Vermeldenswertes. Auch hat die Polizei die Diebe des Safes nie gefunden. Lupşac steht auf der Liste anstelle der ehemaligen Rektorin der „Eftimie Murgu“-Universität Reschitza, Doina Frunzăverde, die für ein paar Tage als Listenführerin fürs Abgeordnetenhaus erschien, um nach dem Streit an der Führungsspitze von der Liste über Nacht zu verschwinden. Immerhin wird der ALDE im Banater Bergland ein Platz im Abgeordnetenhaus unter Umständen zugerechnet. Angeführt wird die ALDE-Liste für das Abgeordnetenhaus nun von Cristiana Anghel, jener dubiosen Lehrerin, die eine mehrwöchige Hungerstreikperiode mit Gewichtszunahme abschloss und danach für die ALDE im Parlament saß, wo sie durch Gesetzesinitiativen auffiel, die nicht nur realitätsfern waren, sondern auch bar jedweder ökonomischen Basis, dafür aber zweifellos extrem populistisch.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*