Sorgen belasten die Börse in Bukarest, MCSI bleibt vorerst verwehrt

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 16. Juni 2015

Die Bukarester Börse startete schwach in die vergangene Woche, der Umsatz lag bei umgerechnet nur 3,5 Millionen Euro. Insgesamt schaffte es der Markt umsatzmäßig mit der Vorwoche Schritt zu halten, allerdings wurde damals wegen des orthodoxen Pfingstwochenendes nur an vier Tagen gehandelt. So betrug der Umsatzunterschied zur Vorwoche nur 0,32 Prozent. Im Durchschnitt wurde mit Aktien in der vergangenen Woche umgerechnet 6,33 Millionen Euro umgesetzt.

Der Markt

Die Marktkapitalisierung stieg zunächst in der ersten Wochenhälfte auf fast 33 Milliarden Euro. Danach geriet der Markt wohl wegen anhaltender Sorgen um den Austritt Griechenlands aus der Eurozone unter Druck. Die Kapitalisierung ging in nur zwei Tagen um 1,5 Prozent zurück, auf Wochensicht ergab dies so einen Rückgang von 0,66 Prozent. Auch die Indizes schlossen die Handelswoche erneut mit Verlusten. Bis auf den ROTX-Index hielten sie diese jedoch weitgehend im überschaubaren Bereich. Der genannte Index verzeichnete ein Minus von 1,06 Prozent, die übrigen Indizes blieben mit den Verlusten unter der 1-Prozent-Grenze. Am besten schnitt dabei noch der Energiewerte-Index BET-NG ab mit einem Wochenminus von nur 0,39 Prozent. Eine psychologische Grenze unterschritt in der vergangenen Woche keiner der Indizes.

Von den über 74 gelisteten Unternehmen schlossen 37 die Woche mit Verlusten ab. Die höchsten hatten die Investmentgesellschaft SIF Moldova (SIF2, 0,7995 Lei, ISIN ROSIFBACNOR0) mit -51,1 Prozent und der Maschinenhersteller Electroputere (EPT, 0,0312 Lei, ISIN ROELPUACNOR3) mit -15,2 Prozent zu beklagen. Die Aktien der Molkerei Albalact (ALBZ, 0,292 Lei, ISIN ROALBZACNOR0) setzten ihren Abwärtstrend auch in der zweiten Woche nach dem Übergang zum Hauptmarkt fort. Allerdings ist dies weniger auf die Wirtschaftslage oder die Aussichten zurückzuführen, wie auf die Tatsache, dass der Investmentfonds RC2 wieder ALBZ-Aktien verkauft. Der in Zypern registrierte Fonds ist mit 25 Prozent zweitwichtigster Anteilseigner der Molkerei.

SIF Moldova

Der vergangene Montag war der erste Tag der Kurskorrektur der SIF2-Aktien sowohl nach der Kapitalerhöhung durch Neuemission, als auch nach Dividendenauszahlung in Höhe von 0,1015 Lei je Aktie. Durch die Neuemission wird das Stammkapital nun auf mehrere Aktien verteilt, was den Aktienkurs deutlich reduziert. Davon abgesehen ging der Kurs der SIF2-Aktien um nur 0,62 Prozent zurück in der vergangenen Woche.

Keine Aufnahme in den MCSI

Die Bukarester Wertpapierbörse BVB erlebte einen Dämpfer einer anderen Art in der vergangenen Woche. Der New Yorker Finanzdienstleister MSCI hat bekannt gegeben, die rumänische Börse doch nicht in seinen bedeutsamen MSCI Emerging Markets Index aufzunehmen. Stattdessen schaffte es die Börse in Kabul, in Afghanistan, in den renommierten Index für Schwellenmärkte aufgenommen zu werden. Damit rückte die Aufwertung der Bukarester Wertpapierbörse BVB, vor allem im Ausland, wieder ein Stückchen weiter.

Rasdaq

Der Sekundärmarkt Rasdaq startete, wie auch der Hauptmarkt, recht schwach in die neue Handelswoche. Der Umsatz schnellte am zweiten Handelstag auf fast das Sechsfache, ging dann aber schrittweise zurück – bis zum Freitag, als er nur wenig über dem Umsatz des ersten Handelstages lag. Insgesamt wurden in der vergangenen Woche knapp 180.000 Euro mit Aktien umgesetzt. Der Index legte in dieser Zeit 0,83 Prozent oder 12,74 Punkte zu und schloss die Handelswoche bei einem Stand von 1554,78 Punkten.

Devisen

Die Angst um Griechenland lässt der Region keine Ruhe. Der Druck auf den rumänischen Leu wurde stärker in der vergangenen Woche. Der Euro legte im Verhältnis zum Leu 0,6 Prozent zu auf Wochensicht. Damit kletterte die europäische Gemeinschaftswährung wieder über die 4,45-Lei-Marke. Am Montag kostete ein Euro 4,4696 Lei. Der US-Dollar kostete wieder einen Stärkemoment aus und legte zum Leu satte 1,37 Prozent zu. Damit kehrte die amerikanische Währung erneut über die 4-Lei-Grenze zurück und schloss die Handelswoche bei einem Stand von 4,0002 Lei.

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