Soziale Netzwerkarbeit fördern

Kirchliche und weltliche Hilfsvereine aus Rumänien trafen sich in Hermannstadt

Samstag, 11. Mai 2013

Zsuzsa László (re.) koordiniert die Netzwerkarbeit der Sozialorganisationen in Rumänien. Foto: Holger Wermke

Hermannstadt - „Die Netzwerkarbeit in Rumänien ist im Vergleich zu anderen Ländern unterentwickelt“, meint Zsuzsa László. Die 27-Jährige ist Koordinatorin des Projektes „Ausbau und Qualifizierung Netzwerk Sozialarbeit in Rumänien“, eines informellen Zusammenschlusses rumänischer Sozialorganisationen, in dessen Rahmen seit zwei Jahren der Informationsaustausch und die gegenseitige Kooperation gefördert wird. Von Mittwoch bis Freitag trafen sich die Mitglieder des Netzwerkes zu ihrer zweiten Tagung in Hermannstadt/Sibiu.

Insgesamt 21 Organisationen aus den Bereichen Kinder- und Jugendhilfe, Altenpflege oder Frauen- und Roma-Arbeit gehören dem Netzwerk laut László an. Dazu gehören konfessionelle Organisationen wie der Evangelische Diakonieverein aus Mediasch, die Christliche Stiftung Diakonia oder der Caritasverein „Samariteanul“ aus Arad. Aber auch weltliche Organisationen, wie die Kronstädter Stiftung „Agapedia România“ oder die Stiftung Humanitas, sind an gegenseitigen Kontakten interessiert. Die bisherigen Partner stammten zu einem großen Teil aus Siebenbürgen, allerdings stehe das Netzwerk Organisationen aus ganz Rumänien offen, sagte László.

Schirmherr der Tagung war Reinhart Guib, Bischof der evangelischen Kirche A. B. in Rumänien. Dieser betonte am Eröffnungstag in der Evangelischen Akademie Siebenbürgen (EAS), wie wichtig die soziale Arbeit ist in Zeiten, in denen sich der Staat aus diesem Bereich zurück zieht. Interessiert an der Arbeit der Organisationen zeigte sich auch Judith Urban vom Deutschen Generalkonsulat in Hermannstadt, die ein Grußwort übermittelte, ebenso wie Angelica Oprişiu vom Büro für Soziale Assistenz des Hermannstädter Rathauses und Stefan Barth vom Netzwerk Zivilgesellschaft.

Die soziale Netzwerkarbeit in Rumänien sei 2009 von der deutschen Diakonie angestoßen worden, informierte László. Anfangs schlossen sich diakonische Einrichtungen aus Großwardein/Oradea, Klausenburg/Cluj-Napoca, Hermannstadt und Kronstadt/Braşov zusammen. Ziel war eine projektbasierte Kooperation. Das Projekt wurde 2011 bei der Auftaktveranstaltung der Donauraumstrategie in Stuttgart vorgestellt. Hier kam der Impuls, das Netzwerk über Konfessionsgrenzen hinaus zu erweitern. Mithilfe einer bis 2015 laufenden Finanzierung durch die deutschen diakonischen Werke und die Baden-Württemberg-Stiftung wurde schließlich das Projekt „Ausbau und Qualifizierung Netzwerk Sozialarbeit in Rumänien“ entwickelt.

In dessen Rahmen fand im vergangenen Jahr eine Auftaktkonferenz in Klausenburg statt. „Noch sind wir in der Kennenlernphase“, meint László. Künftig möchte sie für die Netzwerkpartner zielgerichtete Weiterbildungen, beispielsweise für die Spendensammlung, Projektmanagement oder die interne Organisation, organisieren. Solche Workshops gab es an den beiden Konferenztagen. Die Teilnehmer konnten zudem einen „moralischen Vertrag“ ohne juristische Wirkung unterzeichnen, durch den die Mitglieder enger gebunden werden sollen. 

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