Spiele, Diskussionen und Medaillen: Generationentreffen des Dettaer Handball

Spätere Auswahlspielerin Simona Arghir begann Handball in der Temescher Kleinstadt

Donnerstag, 28. Juni 2012

Vointa Detta war für den ehemaligen Volleyballer Stefan Nagy die einzige Station als Handballtrainer einer Seniorenmannschaft. Beim Handballertreffen musste er in der Alte-Herren-Sieben die Angriffe des 15 Jahre alten Nachwuchses abwehren. Foto Siegfried Thiel

Der Applaus ist heftig, wenn in der neuen Sporthalle in Detta/Deta Medaillen vergeben werden. Es geschieht am Ende eines Vergleichs, in dem Frauen gegen Frauen, Männer gegen Männer und Männer gegen Frauen angetreten sind. Und zwei ehemalige Erstliga-Schiedsrichter sind ebenfalls dabei: Eduard Iaworski und Alexandru Boier. Nur werden die Medaillen diesmal nicht für den Sieger, den erfolgreichsten Torschützen und den besten Torhüter vergeben, sondern für Zeiten, in denen Handball noch Sonntags das Publikum lockte und Damen- und Herrenteams in der Kreismeisterschaft spielten – „damals war es eine Temescher Kreismeisterschaft mit Zweitliga-Niveau“, wie es gelegentlich hieß.

Die Temescher Kleinstadt Detta feierte nostalgiegetränkt ihre Handball-Helden. Fehlen wird jedes Mal die ehemalige Ausnahmekönnerin Simona Arghir-Sandu, das beste, was der Dettaer Handball je hervorgebracht hat. Sie ist Mitte der 1990er Jahre im Alter von 47 Jahren nach einer großen Karriere gestorben.

Vor allem das Ende der 70er Jahre gilt als die erfolgreiche Zeit im Dettaer Herren-Handball. „Wir hatten damals das erste Programmheft bei einem Verein in der Kreismeisterschaft“, sagt Stefan Nagy, zwei Jahre lang Trainer der Herrenmannschaft von Voin]a Detta, über den Enthusiasmus in der Stadt. Der Kreisläufer Erich Stanoie, den alle wegen seinem ursprünglichen Familiennamen „Webi“ nannten, hatte sich um Programmheft und 1977 um die Wiedergründung der Mannschaft bemüht. „Mit unserem Aufgebot konnten wir Ansprüche auf die Zweite Liga stellen, doch auf lokaler Ebene wollte man dies nicht“, sagt heute Stefan Nagy.

Es wäre wohl der bedeutendste Erfolg in der Handballgeschichte der Ortschaft nahe der serbischen Grenze geworden. So blieb ein solcher dem Frauenhandball vorenthalten: Dieser liegt nun schon fast 50 Jahre zurück. 1963 gewannen die Mädchen aus Detta den sogenannten Landwirtschaftspokal Rumäniens. Fotos, aber auch Mitglieder der Mannschaft von damals sind heute noch Zeuge davon. Am Tag des Treffens waren die Erinnerungsfotos aus 50 Jahren Handball in der alten Sporthalle, die heute einer der Festsäle der Stadt ist, angebracht.

Als Sportlehrer in Detta war der ehemalige Volleyballer Stefan Nagy zum Trainer der Handballer ernannt worden. Gelu Oana, Erich Stanoie, Erich Galambos, Dorin Grigoras, Pertrica Banias, Mihai Hegyi nennt heute Nagy, wenn er die Namen seiner Mannschaft von damals Revue passieren lässt.

Dorina Cocora lebt in Klausenburg, nahm aber die Gelegenheit eines Aufenthaltes wahr, sich mit Kolleginnen, aber auch „mit Personen, die ich zuvor gar nicht kannte, zu treffen. Es ist eine Herzensangelegenheit, heute dabeisein zu können“, sagt die ehemalige Handballerin, die als Lyzealschülerin Anfang der 1980er Jahre in Detta Handball spielte.

Auch ein weiteres Mal würde sie aus Klausenburg anreisen, um Handball in Detta zu diskutieren und ein wenig auch zu spielen. Der Sportlehrer und selbst ehemaliger Handballer Francisc Josef Szabo versucht heute, den Handball zumindest auf Schul- und Schüler-Niveau zu halten: „Heidi Laschescu, Ooana Mitan, Claudia Baldovin“, zählt Sportlehrer Szabo einige seiner Schützlinge mit bevorstehender Handballkarriere auf. „Viele der Mädchen von hier kommen an der Sportschule in Temeswar an“, sagt er. Mehr Erfolg auf dem Platz kann er sich schon vorstellen, doch er praktiziert einen Handball ohne viel Unterstützung. „Wegen einigen Zentimetern Ausmaß kann der Sportsaal keine offizielle Betriebsgenehmigung erhalten“, sagt Francisc Szabo. Turniere des Handballverbandes kann er deshalb keine ausrichten.

Zum Treffen der ehemaligen HandballerInnen sagt der Sportlehrer: „Uns bindet dieser Sport“. Er spricht damit zum einen die Nostalgie des Handball an, aber auch die Tatsache, dass eben durch diesen Sport das Interesse dafür geweckt wird.

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