SPORTECHO: Gewinner und Verlierer des rumänischen Sportjahres 2017

Sonntag, 21. Januar 2018

2017 endete mit einem Erfolgserlebnis für Simona Halep. Sie startete ins neue Jahr als Erste in der Weltrangliste und konnte ihren knappen Vorteil gegenüber Garbine Muguruza und Caroline Wozniacki verteidigen. Dabei nutzte sie auch die Wettkampfpause von Serena Williams. Halep ist wohl die beste Sportlerin Rumäniens und wird als Nationalheldin gefeiert. Bemerkenswert ist, dass sie die schmerzliche Niederlage gegen Jelena Ostapenko im Endspiel der French Open verkraften und später die Gunst der Stunde nutzen konnte.

Im Tischtennis wurde das rumänische Frauenteam, bestehend aus Elisabeta Samara, Daniela Dodean Monteiro und Bernadette Szöcs, Europameister. Das ist umso bemerkenswerter, da im Endspiel Gastgeber Deutschland knapp mit 3:2 besiegt werden konnte. Dabei ist nicht zu übersehen, dass Rumänien auf ein bewährtes Erfolgsrezept in dieser Sportdisziplin verzichtete und keine chinesische Sportlerinnen, wie die meisten anderen Topteams, einbürgerte.
Der dritte große rumänische Erfolg im Sportjahr 2017 kam Ende September in Sarasota bei der Weltmeisterschaft im Rudern zustande. Nach einer längeren Medaillenflaute gab es diesmal zwei Goldmedaillen, erzielt vom Achter der Frauen und von Ionela Livia Lehaci und Gianina Elena Beleagă im Leichtgewichts-Doppelzweier. Drei Erfolge, die auf das Konto der Sportlerinnen gehen, während ihre Kollegen da leider nicht mithalten konnten.
Denn es gab auch große Enttäuschung. Die Fußball-Nationalelf versagte in der Quali-Gruppe und konnte Siege nur gegen die Fußballzwerge Armenien und Kasachstan verzeichnen. So liegt nun die letzte rumänische Beteiligung an einer WM-Endrunde ganze zwei Jahrzehnte zurück. Dass dafür nur Nationaltrainer Christoph Daum als Sündenbock herhalten soll, ist eine viel zu leichte Schuldzuweisung, wenn man das Niveau der rumänischen Meisterschaft betrachtet sowie die Leistungen, die die rumänischen Topspieler bei ihren Vereinen im Ausland vorzeigen.

Eine Enttäuschung war auch das frühe Aus, bereits im Achtelfinale, der rumänischen Handballerinnen bei der Weltmeisterschaft in Deutschland. Besonders schmerzlich war das, weil die Mannschaft als eine der Favoriten galt und mit Cristina Neagu eine der besten Spielerinnen der Welt aufweisen konnte. Aber so ist es im Sport: bei der vorigen WM gelang ein Überraschungssieg gegen den damaligen Weltmeister Brasilien – diesmal gab es eine Niederlage in den Schlusssekunden gegen Tschechien – ein Team, das allgemein als Outsider gehandelt wurde.

Keine Medaille für Rumänien gab es auch bei der Turn-WM in Brasilien. Kunstturnen ohne rumänische Präsenz auf dem Siegerpodest – das zeigt, dass die Krise tief sitzt und dass der Nachwuchs auf sich warten lässt. Denn die Leistungsträger Cătălina Ponor, Larisa Iordache und Marian Drăgulescu haben sich entweder zurückgezogen, sind verletzt oder haben den Höhepunkt ihrer Laufbahn bereits hinter sich.

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