SPORTECHO: Marius Ionescu

Sonntag, 20. März 2016

Der erste rumänische Athlet, der sich für die diesjährigen Olympischen Spiele in Rio de Janeiro qualifizieren konnte, war der Marathonläufer Marius Ionescu. Die olympische Norm für diese so beliebte Disziplin schaffte er am 26. April 2015 in Düsseldorf, wo er den Metro-Group-Marathon mit 2h 13min 19sek gewinnen konnte. Es ist gleichzeitig seine Bestzeit, aber nicht rumänischer Landesrekord, der schon seit Jahrzehnten überlebt (2h 12min 30 sek – Cătălin Andreica, 3. September 1978). Damals habe einfach alles gestimmt, erinnert sich Ionescu. Gutes Wetter, eine Strecke, die ihm sehr gut lag, Mitkonkurrenten, mit denen er gemeinsam bis zu 30 km in einer Gruppe lief. Und, was wohl ausschlaggebend war: sechs Monate Vorbereitungszeit für diesen Marathon. Den Winter verbrachte er hauptsächlich in Portugal – ein Land dessen milderes Klima sich viel besser für Trainingseinheiten eines Langstreckenläufers eignet. Ungefähr bei Kilometer 35 kam dann der gefürchtete kritische Punkt.

Da musste er auf seine geballte Willenskraft zurückgreifen, sich sagen „Du schaffst das!“ und sich ständig wiederholen, es sei zu schade, dass nun seine gesamte Arbeit umsonst gewesen wäre. Und Marius Ionescu schaffte es, in seinen roten Laufschuhen, die ihm Glück bringen sollen, als Erster das Ziel zu erreichen. Aber auf dem Siegerpodest konnte er kaum das Maß Bier des Sponsors „Erdinger“ in den Händen halten – so erschöpft war er. Und vom Bier habe er auch nur zwei Schluck gekostet.
Der 1984 in Craiova geborene, 1,74 m hohe und 54 kg schwere Marathonläufer war auch in London beim Olympia-Marathon dabei, wo er den 26. Platz belegte. Damals, 2012, war es, 48 Jahre nach den Olympischen Spielen von Tokio (1964), längst einmal wieder an der Zeit, einen rumänischen Läufer unter den Marathonteilnehmern anzumelden. Und nicht zu vergessen: bei den Frauen haben die rumänischen Marathon-Läuferinnen vorgezeigt, wie man es macht. Der  krönende Erfolg kam 2008 mit dem olympischen Marathongold von Peking (Constantina Diţă). Marius Ionescus bemerkenswerte Leistungen (außer Düsseldorf, Siege in Chester, England, 2013 und 2014, Erster in van Alphen, Holland, im 20 km-Straßenrennen, 13. bei der WM in Daegu, Südkorea u.a.) haben in Rumänien auch dazu beigetragen, dass Jogging immer populärer wird. Sein Ratschlag lautet: „Wenn Sie mit der Arbeit gegen 8 Uhr beginnen, wäre es ideal, um 6 aufzuwachen, zu duschen und ein Stück zu laufen. Die größte Schwierigkeit besteht darin, frühmorgens aus dem Bett zu springen. Sie müssen einen starken Willen zeigen!“

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