SPORTECHO: Piţurcă hat es nicht leicht

Sonntag, 14. April 2013

Die rumänische Nationalelf hat aus den zwei Auswärtsspielen in der WM-Qualifikationsgruppe in diesem Frühling nur einen Punkt herausholen können. Und den auch nur mit viel Glück dank Chipciu, der in der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer zum letztendlich glücklichen 2:2 erzielte. Es folgte eine herbe 0:4-Niederlage gegen den klaren Gruppenfavorit Holland.

Sorgen bereitet den rumänischen Fans vor allem die schwache Form, die die Landesauswahl in beiden Spielen zeigte. Es folgen nun Anfang September die alles entscheidenden Heimspiele gegen die Türkei und gegen Ungarn. Da muss auf Sieg gespielt werden, um über den zweiten Gruppenplatz und über die Stichkämpfe im nächsten Jahr bei der WM in Brasilien mitzumachen.

Aber das ist für Victor Piţurcă, der Trainer der Landesauswahl, nicht das ihm vorgegebene Ziel bei seiner Verpflichtung. Er soll eine Elf aufstellen die sich 2016 für die EM-Finalrunde qualifiziert. Der mürrische Piţurcă erinnerte daran auf einer Pressekonferenz die den Sinn hatte, ihm die Gelegenheit zur Rechtfertigung zu geben. Also zu erklären, warum er nicht das Handtuch wirft, warum er nicht mehr Spieler von Steaua zur Nationalelf beruft, warum er Chipciu fragen muss, auf welcher Stellung dieser Lust zum Spielen hat usw. Unangenehme Fragen, wie sie eben nach schwachen Spielen von jedem Trainer in Kauf genommen werden müssen.

Pi]urcă konterte mit seiner Bilanz: 10 Siege, 6 Unentschieden und 4 Niederlagen seitdem er die Nationalelf wieder übernommen habe. Er hat sich zum Teil den Ärger vieler Fans selber eingebrockt. Seine sprichwörtlich schlechten Beziehungen zur Presse, sein Starrsinn aber auch sein Jahresgehalt von 400.000 Euro und vor allem das enttäuschende Spiel der Landesauswahl haben ihm viele Feinde und Neider eingebracht. Aber nur ihn zum Sündenbock zu stempeln ist viel zu einfach.

Noch bestehen Qualifikationschancen, da das Spielprogramm für unsere Elf angeblich günstiger sei. Allerdings müssen aber die Fans und die zahlreichen „Fachleute“ begreifen, dass Heimspiele nicht leichter als Auswärtsspiele sind, dass Ungarn und die Türkei nicht schwache Mannschaften sind, dass eine Landesauswahl keine Vereinsmannschaft ist. Und dass ein Trainer, dem man Ruhe gönnt und Vertrauen schenkt, bessere Erfolgschancen hat als einer, über den ständig gelästert und gespottet wird.

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