SPOTECHO: Kronstädter Kampfsport-Gala

Sonntag, 04. August 2013

Für die Kampfsport-Gala wurde mitten in die Sporthalle ein hexagonaler „Käfig“ aufgestellt.

Wer am Boden liegt, hat noch lange nicht verloren, denn ein gelungener Würgegriff im Bodenkampf kommt einem KO im Boxen gleich.
Fotos: Ralf Sudrigian

Die neu ausgebaute Kronstädter Sporthalle in der Nachbarschaft des Hauptbahnhofes wurde unlängst mit einer rumänischen Kampfsport-Gala wiedereröffnet. Es handelte sich um eine Mischung von Sport und Show, denn es gab zwar Zweikämpfe, Schiedsrichter, Verlierer und Sieger aber dazu auch viele Showelemente: Die Kämpfer wurden beim Betreten eines käfigartigen Sechseckes unter Lichteffekten und ohrenbetäubender Musik bei ihrem Eintritt über einen Bühnensteg vorgestellt. Dürftig bekleidete junge Damen kündigten nicht nur die nächste Runde an, sondern zeigten auch zwischendurch ihre tänzerischen und körperlichen Talente. Wer es sich leisten konnte, genoss die Show an Tischen ganz nah am „Ring“ und wurde dabei mit Getränken und Snacks bedient.

In der Gala, die zum Teil auch live auf einem Sportkanal übertragen wurde, traten in verschiedenen Gewichtskategorien Kämpfer aus Sportklubs aus Bukarest, Großwardein/Oradea, Miercurea Ciuc, Hermannstadt/Sibiu, Temeswar/Timişoara, Sfântu Gheorghe und Kronstadt an. Die Kämpfe waren für drei Runden von je drei Minuten angesagt, wobei es nach den Regeln des Mixed Martial Arts (MMA) ging. Diese kombinierte Kampfsportdisziplin vereinigt ganz verschiedene Elemente von Judo, Taekwando, Kickboxing usw. Sie wurde dank Bruce Lee sehr populär. Seine Einstellung war nämlich: „Der beste Kämpfer ist nicht Boxer, Karateka oder Judoka. Der beste Kämpfer ist jemand, der sich jedem Kampfstil anpassen kann.“ 

Demzufolge ist in diesen Kämpfen sehr vieles erlaubt, sowohl Faustschläge als auch Elemente aus dem Ringen, Judo, Fuß-  und Knieschläge. Nicht erlaubt sind Ellbogenschläge ins Gesicht oder Kopfschläge. Unter diesen Bedingungen ist es verständlich, dass selten über drei Runden gekämpft wird. Es kommt nämlich schnell zum K.O. oder zur Aufgabe infolge eines Würgegriffs oder anderer schmerzhaften Griffe. Dann stoppt der Schiedsrichter den Kampf oder der unterlegene Kämpfer klopft dreimal schnell hintereinander auf die Matte oder auf den Körper des Gegners.

Bei diesen modernen „Gladiatoren“ war es interessant zu beobachten, was für Kampfstrategien sie verfolgten. Für einige der Kämpfer war es sogar der erste derartige Kampf in ihrer Profi-Karriere. Jene, die im Faustkampf wenig Chancen hatten, versuchten schnell ihren Gegner durch Fußschläge oder Ergreifen eines Beines zu Fall zu bringen. Am Boden wurde gerungen, geschlagen oder einfach auch versucht, etwas Atem zu schnaufen. Beeindruckt hat der aus Großwardein stammenden Zsolt Balla – einer der Stars der rumänischen MMA-Szene, der wohl auch in internationalen Veranstaltungen gut mitmischen kann.

Letztendlich sind diese Kämpfe eigentlich mehr ein gutes Geschäft für die Veranstalter in einer Jahrmarkt-ähnlichen Show. Reines Boxen, Ringen, die Judokämpfe bleiben jedoch ein Niveau höher und verfallen nicht zu einem manchmal primitiven Drauflos-Prügeln und einfachem Raufen.

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