SPOTECHO: Skandal im rumänischen Amateurboxsport

Montag, 10. Dezember 2012

Der seit Jahren dauernde Skandal im rumänischen Boxsport scheint nun mit dem Abgang von Rudel Obreja von der Spitze des rumänischen Boxverbandes sich einem Ende zu nähern. Obreja stand spätestens seit 2008 im Mittelpunkt gleich mehrerer Konflikte. Seine unverblümten Äußerungen über Machenschaften innerhalb des Weltverbandes des Amateur-Boxsportes (AIBA) machten ihn zur Persona non grata in diesem Kreis. Er wurde nicht mehr als Vertreter des rumänischen Boxverbandes (FRB) anerkannt.

FRB sollte dringend einen anderen Präsidenten wählen, ansonsten würde auch der Verband zeitweilig aus AIBA ausgeschlossen werden. Rudel Obreja zeigte sich nicht beeindruckt von diesen Drohungen, dachte überhaupt nicht an einen Rücktritt und setzte somit praktisch die Zukunft des rumänischen Boxsports aufs Spiel. Mehr noch: Der „Saubermann“ Obreja wird beschuldigt Gelder veruntreut zu haben, als ausgerechnet seine Firma am 9. Juli 2011 die Boxgala „Champion für Rumänien“ veranstaltete bei der in Bukarest, im Romexpo-Komplex, der damalige Boxweltmeister Lucian Bute seinen Titel gegen Jean Paul Mendy verteidigte.

Dabei ging es um fast zwei Millionen Euro (ohne Mehrwertsteuer) die Obrejas Firma vom rumänischen Ministerium für Regionalentwicklung und Tourismus bekommen sollte. Obrejas Behauptungen, nicht er sei das Ziel dieser Untersuchungen, sondern die damalige Tourismusministerin Elena Udrea klingen nach Ausrede denn Obrejas Finanzabrechnungen warfen Probleme auf, so dass sich auch die Antikorruptionsbehörde einschaltete.

Buchstäblich in letzter Minute machte Obreja trotzdem einen Rückzieher und trat von seinem Amt als FRB-Vorsitzender zurück. Nach einem mehrere Tage dauerndem Theater in Zusammenhang mit den zugelassenen Kandidaten zu seiner Nachfolge wurde letztendlich Leonard Doroftei als Chef des rumänischen Boxsportes gewählt. Zwischen Obreja und Doroftei gab es im Vorfeld einen verbalen Schlagabtausch oft unter der Gürtellinie ausgetragen, um in der Sprache des Faustkampfes zu bleiben.

Doroftei der seinen Ruhm und Erfolg dem Boxsport verdankt (er war in Kanada Profi-Boxweltmeister geworden und öffnete sozusagen die Türen für Lucian Bute), versprach, sich für den rumänischen Boxnachwuchs einzusetzen und den rumänischen Amateur-Boxern wieder zu internationalen Erfolgen zu verhelfen. Für Obreja ist Doroftei kein guter Manager. Er hingegen habe es geschafft, nach Jahren, wieder 10.000 Zuschauer zu einem Boxabend (seine Gala) zu bringen.

Was den Amateurboxsport betrifft, ist unter Obrejas Mandat, mit Ausnahme des Frauenboxsports, nichts Positives zu vermerken. Es war höchste Zeit, dass die Reizfigur Obreja sich aus dem Rampenlicht zurückzieht und sich eher auf das konzentriert, was ihm mehr liegt – als Boxpromoter im Profiboxen tätig zu sein.

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