Spuren von Banater Schwaben in Wien

Vor 135 Jahren: Tischgesellschaft der Banater Schwaben (VI)

Mittwoch, 22. November 2017

Um den Verein bei Festlichkeiten, Begräbnissen und anderen Anlässen zu repräsentieren, stellte das Mitglied Othmar Schiff den Antrag, einen Fond zu gründen, mit welchem später eine Vereinsfahne anzuschaffen wäre. Der Antrag wurde von den Mitgliedern mit Begeisterung angenommen. (…) Ein Höhepunkt des Vereinslebens stellte die Weihe der in Rot-Gold gehaltenen Vereinsfahne dar, die zu Pfingsten des Jahres 1927 in der Basilika Maria Treu im VI. Wiener Bezirk, im Beisein zahlreicher in- und ausländischer Festgäste stattgefunden hatte. Während ihres Aufenthaltes in Wien gewährte Bundespräsident Michael Hainisch den prominentesten Gästen eine Audienz.

Deutsches Trachtenfest kurz vor dem Anschluss an das Dritte Reich (1938)

Am Samstag, dem 15. Jänner 1938, fand in allen Konzerthaussälen in Wien das Deutsche Trachtenfest des Deutschen Schulvereins Südmark statt. Im Vordergrund standen diesmal Trachten und Tänze aus dem Innviertel, aus Niederösterreich und aus der Wiener Biedermeierzeit. Aber selbstverständlich folgten auch alle Trachtengruppen des Grenz- und Auslandsdeutschtums dem Aufruf des Schutzvereines. Es folgten die Trachtengruppen, die mit großem Beifall begrüßt wurden: Egerländer, Schlesier, Böhmerwälder, die Deutschen aus dem Banat und die Siebenbürger Sachsen. (…)

Am 12.3.1938 marschierten deutsche Truppen in Österreich ein: Der Anschluss an Deutschland war vollzogen: Der Name Österreich verschwand in all seinen Zusammensatzungen: Niederösterreich wurde zu „Niederdonau“, Oberösterreich zu „Oberdonau“, Österreich zur „Ostmark“. Die bedenkliche politische Entwicklung in den dreißiger Jahren und die dauerhaft angespannte wirtschaftliche und soziale Lage erschwerten die Vereinsarbeit zusehends, was durch die Gleichschaltungsmaßnahmen des Dritten Reiches die völlige Lahmlegung der Vereinstätigkeit zur Folge hatte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Der Umsturz in Rumänien am 23.August 1944 hat auch die Deutschen in Rumänien sehr getroffen: politische, wirtschaftliche, kirchliche und kulturelle Organisationen wurden aufgelöst; im Jänner 1945 erfolgte die Verschleppung arbeitsfähiger Deutscher zur Aufbauarbeit in die Sowjetunion. Beim Herannahen der Front zogen endlose Wagenkolonnen mit Flüchtlingen aus dem Banat nach Österreich: Die meisten von ihnen verbrachten den Winter 1944/45 im Burgenland, in Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg. Doch schon im Frühjahr läuft die Repatriierung der Flüchtlinge aus der russischen Zone – Ostösterreich – an. Unter russischer Eskorte brachen vom Arsenal (neben dem heutigen Hauptbahnhof) die Trecks der Volksdeutschen in ihre Heimat auf.

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