Staatsanwalt gegen Freilassung

Über bedingte Freilassung des Reschitzaer Ex-Bürgermeisters entscheidet das Gericht

Dienstag, 08. Dezember 2015

Reschitza/Temeswar – Ein Vertrag von 2005 über die Lieferung vom Treibstoff für die Fahrzeuge der städtischen Wirtschaftsunternehmen brachte ihn zu Fall. Liviu Spătaru, Hochschullehrer für Wirtschaftskybernetik, Ex-ApR-Abgeordneter und ehemaliger Stellvertreter von Teodor Meleşcanu an der Spitze der ApR, Ex-Präfekt und einer der glänzendsten Redner unter den rumänischen Politikern, sitzt als Ex-Bürgermeister (2004-08) von Reschitza seit Mitte 2014 für drei Jahre im Gefängnis in der Temeswarer Popa-Şapcă-Straße. Für den (nicht voll honorierten) Vertrag über Treibstofflieferungen schenkte ihm die Firma, SC IDN Group Jassy/SC Petrodan Company SRL Reschitza, einen Ferienaufenthalt mit Familie in Montenegro. Zu 2085 Euro. Die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft warf ihm eine Schädigung der Stadtkasse um 130.000 Euro vor und ließ ihn einsperren. Das Urteil fällte ein Gericht in Craiova.

In der öffentlichen Meinung Reschitzas sieht man die Verurteilung Liviu Spătarus als zu hart und zudem unzutreffend an, da er nie ein kriminelles Potenzial an den Tag gelegt hat. Im Temeswarer Gefängnis betreut er die Bibliothek, hält für die etwas besser ausgebildeten Insassen Fortbildungsveranstaltungen und –kurse (etwa: „Vom Big Bang zum Big Mac“) und schreibt an einem 800-Seiten-Roman in 24 Kapiteln (er ist bei Kapitel 22 angekommen...). Außerdem koordiniert er eine Art Kollektiv-Tagebuch des Gefängnisses. Die Gefängnisleitung unterstützte seinen Antrag um Strafverkürzung wegen guter Führung, die Staatsanwaltschaft widersetzte sich einer Freilassung unter Auflagen, um die er angesucht hat. Nun wird die Causa vor Gericht entschieden.

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