Staatschef: Rumänien erkennt Krim-Referendum nicht an

EU-Außenminister beraten über Sanktionen gegen Russland

Montag, 17. März 2014

Bukarest (ADZ) - Rumänien erachtet das Krim-Referendum über einen Beitritt zur Russischen Föderation als illegal und erkennt dessen Ergebnis nicht an. Ein Plebiszit, das im Zeichen der militärischen Besetzung stehe, entspreche nicht den Normen eines demokratischen Prozesses, der von der internationalen Gemeinschaft legitimiert werden könne, verlautete Staatschef Traian Băsescu am Sonntag in einer Pressemitteilung.

Rumänien fordere Russland auf, im Einklang mit dem Völkerrecht und der UN-Charta zu handeln, unterstütze die Unabhängigkeit, territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine und spreche sich für eine diplomatische Regelung der Krise aus.

Chefdiplomat Titus Corlăţean reiste indes  nach Brüssel, wo die 28 EU-Außenminister Sanktionen gegen Russland beschließen wollen. Geplant sind offenbar Einreiseverbote sowie Kontensperrungen für Personen, die für die russische Militäraktion in der Ukraine verantwortlich sind. Das Treffen der EU-Minister hatte Corlăţean bereits im Vorfeld als „Stunde der Wahrheit“  bezeichnet – es gehe darum, die künftigen Beziehungen zwischen der „europäischen, euroatlantischen Gemeinschaft“ und der Russischen Föderation zu definieren. Sofern Moskau „profitable Wirtschaftsbeziehungen“ mit dieser Gemeinschaft wünsche, müsse es auch von jedwelchen „Aggressionsakten“ absehen, so Corlăţean.

Kommentare zu diesem Artikel

Konrad, 17.03 2014, 22:25
Herr Basescu und unser amtierender Aussenminister haben wohl uebersehen, dass es geopolitisch ueberhaupt nicht um die Krim geht. Bereits im April 2008 hat der damalige russische Aussenminister Grigori Karassin eindringlich davor gewarnt, die Ukraine in die NATO aufnehmen zu wollen und einen negativen Einfluss auf die europaeische Sicherheit angekuendigt. Russland kann einen NATO - Schwarzmeerhafen vis-a-vis des russischen Hafens Novosibirsk nicht gebrauchen. Die US - amerikanischen und die EU - Politiker sind gut beraten, weitere Versuche, die Ukraine unter westlichen Einfluss stellen zu wollen, zu unterlassen, weil das, was sich bis jetzt auf die Krim beschraenkt, sehr schnell einen Flaechenbrand ausloesen koennte, der kaum kontrollierbar ist. Der derzeitige status-quo zwischen den Machtbloecken sollte nach meiner persoenlichen Meinung nicht angetastet werden.

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