Staatspräsidenten übernehmen Schirmherrschaft für Stiftung

Gemeinnützige Organisation für Kirchenburgen

Donnerstag, 24. April 2014

Hermannstadt (ADZ) - Traian Băsescu und Joachim Gauck sollen die Schirmherren der „Stiftung Kirchenburgen der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien“ sein, gab die Evangelische Kirche bekannt. Laut Pressemitteilung haben der Präsident Rumäniens und der Bundespräsident ihr Einverständnis zur Übernahme der Schirmherrschaft gegeben. Die Bekanntgabe der Gründung der Stiftung sowie der gemeinsamen Schirmherrschaft werden auf einer Pressekonferenz am Montag, dem 28. April, in Heltau/Cisnădie erfolgen.

Die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien gründet diese Stiftung, um über eine eigene, gemeinnützige Nichtregierungsorganisation zum Erhalt und der nachhaltigen Nutzung eines Kulturerbes von über zweihundert Kirchen und Kirchenburgen beizutragen, heißt es weiter in der Mitteilung.

In ihrer größtenteils ursprünglich erhalten gebliebenen Bausubstanz sind die Kirchen und Kirchenburgen dank ihrer Vielfalt und Dichte einzigartige Kulturdenkmäler von europäischer Bedeutung. Erbaut von den deutschen Siedlern im 12. bis 14. Jahrhundert sowie im 18. Jahrhundert, seien die Kirchenburgen ein Symbol der für Siebenbürgen spezifischen Multikulturalität. Im Mittelalter zu Verteidigungszwecken ausgebaut, seien diese Denkmäler heute ein gemeinsames Erbe und ein Zeugnis für die kulturellen Beziehungen zwischen dem westlichen und östlichen Europa, gerade auch im neuen Kontext der europäischen Einheit.

Kommentare zu diesem Artikel

Skeptikus, 24.04 2014, 21:24
Immerhin: Wenn sich Gauck um siebenbürgische Kirchen kümmert, ist das besser als gar nichts! Jeder Millimeter bessere Presse für Rumänien in Deutschland kann nur helfen...
Jens, 24.04 2014, 14:47
Es ist doch Fakt, die ev. Kirche will die Dinger erhalten. Warum greift sie dann nicht in die eigene Tasche. Man kann, falls da kein Bargeld ist doch ohen Probleme einige Ländereien verkaufen und hätte das nötige Kapital dafür. Aber die Kirche weis auch, dass die Kichenburgen trotzdem nicht besucht würden zum beten. Also was soll das? Und wenn die es selber wissen, warum will man sie dann mit dem Geld anderer machen?

Meiner Meinung nach sollte die Kirche die Dinger doch verkaufen mit der einzigen Auflage, sie dürfen nicht abgerissen werden. In eine kommt eben ein Kongresszentrum, in die nächste ein Hotel, eine Disco oder einfach ein reicher Rumäne rüstet sich das Ding als Cabana fürs Wochenende um.
Evtl. wäre auch die Ortodoxe Kirche an der einen oder anderen interessiert.
Alles besser als sie jetzt aufzumöbeln und dann geht erst niemand hin.
Scahmloser, 24.04 2014, 14:27
@ Siebenbürgerin: Es stimmt zwar, dass man den Nachfolger des Präsidenten nicht nötigen kann, die Schirmherrschaft weiter zu pflegen. Allerdings: Müsste man ihn erst dazu nötigen, hätte man sowieso ein Problem. Ich riskiere nicht viel wenn ich wette, dass jeder Nachfolger dies weiter betreiben wird und man daher "de facto" durchaus von einer Schirmherrschaft des Amtes sprechen kann.
Karl, 24.04 2014, 14:16
Anstatt irgendetwas Substantielles für Siebenbürgersachsen in Siebenbürgen zu machen wird immer wieder der alte Plunder herangezogen. Als ob diese Kirchenburgen etwas Besonderes wären! Es gab sie u.a. auch in Bayern und anderen Teilen Europas. In Siebenbürgen wurden sie auf Befehl der ungarischen Krone errichtet und erhalten um die langen Mobilisierungszeiträume der ungarischen Verteidigung bei Bandeneinfällen zu kompensieren. Zu mehr taugten diese Burgen zu keiner Zeit. Siebenbürgersachsen waren (teilweise leibeigene) Bauern, denen die Ungarn niemals eine Bewaffnung gestattet hätten! Was mit aufmüpfigen Sachsen geschah konnte an Hand des Beispieles des Kronstädter Bürgermeisters gut demonstriert werden. Selbst mit hohem Mitteleinsatz hatten die Null Chancen gegen ungarischen Truppen. Das Überwechseln einzelner Sachsen zur ungarischen Seite änderte daran ebenso wenig wie ein gelegentliches "Schwertrecht" für saturierte Bürger reicher Handelsstädte ...

Ein wenig Geschichte lernen und dann die relativ geringe Bedeutung dieser Kirchenburgen erkennen! Anderswo sind die alle bereits weggerissen, da längst funktionslos geworden.

Anstatt wirklich was für siebenbürgersächsische Kultur zu machen werden diese völlig nutzlosen alten Steinkästen zu "ach wie besonderem Kulturerbe" hochstilisiert. Es geht ja kaum noch jemand wenigstens um zu beten hinein, da ja kaum noch jemand da ist.

Eine arge Augenauswischerei und völlig rmselig ...
Manfred, 24.04 2014, 13:51
Genau so ist es,Schamloser,man muß nicht alles politisch sehen.Hier geht es um den Erhalt einer schützenswerten kirchlich-historischen Bausubstanz und nicht um Wählerstimmen.
Siebenbürgerin, 24.04 2014, 13:31
Ich fürchte, Sie sind nicht richtig informiert. Die Schirmherrschaften werden nicht auf das Amt übertragen, sondern sind eine ''persönliche Entscheidung des Bundespräsidenten, die nur Geltung für seine Amtszeit besitzt. Der Bundespräsident ist nicht an Entscheidungen seiner Amtsvorgänger gebunden. Auch kann er durch die Übernahme einer Schirmherrschaft seine Nachfolger nicht an diese binden.* (zu lesen auf der Homepage des deutschen Bundespräsidenten).
Sicher kann man argumentieren, dass der Zweck die Mittel heiligt. Aber eine Gegenüberstellung Gauck-Basescu ist zumindest befremdlich.
Schamloser, 24.04 2014, 11:53
Es geht doch nicht um Băsescu und Gauck, sondern um die Präsidenten! Jeder vertritt "sein" Land und wird irgendwann einen Nachfolger haben. Es ist doch eine Ehre, wenn die Staatsoberhäupter so eine Schirmherrschaft übernehmen. - Wozu also die hysterische Aufregung?
Hanns, 24.04 2014, 10:59
@Siebenbürgerin - Sie sollten sich lieber dafür schämen, dass man diese wertvollen Kulturgüter bis jetzt verkommen hat lassen!
Siebenbürgerin, 24.04 2014, 10:18
Ich schäme mich für meine Kirche, dass sie die 'Galionsfigur' Basescu zum Schirmherrn gemacht hat.

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