Stadtplaner zeigen viel Unternehmungsgeist

Kronstadt erste „Smart City“ landesweit

Donnerstag, 12. November 2015

Moderne Technologie macht Kronstadt für die Bewohner angenehmer und sicherer. Foto: Karpatenrundschau

Seit den 2000er Jahren ist der Begriff „Smart City“ in den Sprachgebrauch verschiedener Akteure aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Stadtplanung eingegangen. Er wird für technologische Veränderungen und Innovation im städtischen Raum verwendet. Auch Aspekte wie  Umweltverschmutzung, demografischer Wandel oder Bevölkerungswachstum werden von diesem Sammelbegriff miteinbezogen. Gleichzeitig wird damit auch die Steigerung der wirtschaftlichen Produktivität durch Vernetzung verschiedener Bereiche auf lokaler oder regionaler Ebene  bezeichnet. Vor allem aber steckt viel Unternehmungsgeist hinter diesem Begriff. Im Rahmen eines Projektes wurde begonnen, eine ferngesteuerte Straßenbeleuchtung und ein neues Sicherheitssystem für die Stadtbewohner aufzubauen. Diese städtische Entwicklungsstrategie baut auf Technologie wie etwa Kommunikationsinfrastruktur oder elektronische Sensoren. Alle 399 Straßen des Stadtgebietes wurden erfasst. Auf einer Pressekonferenz wurden die Stadtbewohner über das System und die damit einhergehenden Neuerungen aufgeklärt. Laut dem öffentlichen Stadtverwalter Miklos Gantz ist mit der Durchführung dieses Projektes die Qualität der öffentlichen Beleuchtung gestiegen, die Instandhaltungskosten wie auch die des Stromverbrauchs werden um rund zehn Prozent gesenkt. Das System bietet auch die nötigen Informationen über Ausfälle im Netz der Straßenbeleuchtung, sodass diese schnell behoben werden können.

Ein Bestandteil des Vorhabens ist die Kontrolle der gesamten Straßenbeleuchtung – 10.841 Beleuchtungsmasten in 399 Straßen, die vom Rathaus aus gesteuert werden können. Von dort aus kann der Zustand jedes einzelnen Leuchtkörpers überprüft werden. Außerdem wird die Intensität der Beleuchtung automatisch geregelt. An Orten wie etwa Straßenkreuzungen, Eisenbahnübergängen, Streifen für Fußgänger oder Freizeitanlagen bleibt die Beleuchtung konstant. In den restlichen Gebieten wird sie je nach Bedarf reguliert. Mithilfe dieser Anlage werden Ausgaben für die Straßenbeleuchtung verringert. Die Kosten für das gesamte Projekt betrugen 9,8 Millionen Lei. Davon musste die Stadt nur für 196.000 Lei aufkommen. Die restlichen Gelder kamen über eine europäische Finanzierung, die nicht zurückerstattet werden muss. Die Arbeiten wurden von zwei Firmen, SC Flash Lighting Services SA in Zusammenarbeit mit SC Flashnet SRL, durchgeführt. Ein weiterer Teil des Projektes widmet sich der Sicherheit der Einwohner. 42 Beleuchtungsmasten im Stadtgebiet wurden mit Überwachungskameras und sogenannten Panikknöpfen ausgestattet. Auf diese Weise können 29 Stadtgebiete mit erhöhtem Risikofaktor beaufsichtigt werden. Über die Panikknöpfe haben Bürger im Notfall eine direkte Verbindung zur Polizei. Die Knöpfe geben die genaue Lage des Vorfalles und den Ort der Meldung an, sodass sich der in nächster Entfernung befindende Polizist oder eine Streife in kürzester Zeit vor Ort eintreffen können. Beide Systeme, sowohl das der ferngesteuerten Straßenbeleuchtung als auch die Überwachungskameras und die Panikknöpfe, werden vom Rathaus aus ständig beobachtet.

Außer den beiden Komponenten ermöglicht das System, weitere Anschlüsse für Investitionen im Bereich der Infrastruktur der Stadt vorzunehmen. Beispielsweise können an den Beleuchtungsmasten Steckdosen für das Laden der Batterien von Elektroautos angebracht werden. Zwei derartige Anschlüsse gibt es schon im Stadtgebiet. Auch soll die Festbeleuchtung der Stadt in der Weihnachts- und Neujahrszeit mit dem System verbunden werden. Wie die Beleuchtung der Skipisten in der Schulerau/Poiana Braşov, soll auch die Intensität der Festbeleuchtung je nach Bedarf geregelt werden. Durch das Konzept „Smart City“ hat die Stadtverwaltung dank der Zusammenarbeit von Fachleuten aus verschieden Bereichen ein modernes System ausarbeiten lassen, das nicht nur eine Modernisierung, sondern auch Einsparungen für den Stadthaushalt bedeutet.

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