Städte und Großgemeinden – meist Vorliebe für Klaus Johannis

Auch in PSD-geführten Ortschaften räumte der ACL-Kandidat ab

Freitag, 07. November 2014

Die Stadt Temeswar und die guten Wahlergebnisse im ersten Durchgang der Präsidentschaftswahlen für den Kandidaten der Christlich-Liberalen Allianz ACL, Klaus Johannis, hat der liberale Bürgermeister der Stadt, Nicolae Robu, kurz nach dem Wahlgang vom letzten Sonntag hervorgehoben. 65.616 Stimmen erhielt Johannis in Temeswar und erreichte damit einen Prozentsatz von 43,68, der etwas höher liegt als das Ergebnis auf Kreisebene: 42,03 Prozent. Zum Vergleich: Der Gegenkandidat von Johannis in der Stichwahl, Victor Ponta, kam in Temeswar mit 36.958 Stimmen auf 24,6 Prozent.

Nicht nur die Stadt Temeswar hat diesen Vorsprung von Johannis im Kreis Temesch mitgetragen – dies taten auch viele Gemeinden, in denen der rechts-liberale Kandidat und Mitglied des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien eine Stimmenmehrheit verzeichnete. In 57 von insgesamt 99 Kommunen des Kreises Temesch hat Johannis mehr Stimmen erhalten, als Victor Ponta. Johannis behielt auch in sieben der insgesamt zehn Städte des Kreises die Oberhand.

Eine ganz besondere Situation trat in der Gemeinde Sekasch ein, wo das Wahlergebnis mit gleicher Stimmanzahl ausgegangen ist. Sogar in Lugosch konnte sich Klaus Johannis durchsetzen, da wo der unangefochtene PSD-Bürgermeister Francisc Boldea bereits sein zweites Mandat ausübt. Außer Temeswar und Lugosch holte sich Johannis die meisten Stimmen auch in Großsanktnikolaus, Detta, Tschakowa, Gataja und vor allem in Hatzfeld, wo Johannis auf 48,59 Prozent kam, Ponta erhielt in der Kleinstadt an der rumänisch-serbischen Grenze 26,89 Prozent der Stimmen. Schlechter als sein Widersacher schnitt Johannis bloß in den Kleinstädten Fatschet, Busiasch und Rekasch ab. Fatschet ist seit Jahren eine PSD-Hochburg, Busiasch ebenfalls.

Gute Wahlergebnisse verbuchte der deutsche Präsidentschaftskandidat auch in den in letzter Zeit von Bevölkerungszuwachs gesegneten Großgemeinden um Temeswar. In Giroda, Jahrmarkt, Schag, Sanktandres, Sackelhausen, Dumbrăviţa, Girok und Neumoschnitza – überall hatte Johannis mehr Wähler auf seiner Seite als sein Gegenkandidat. Auch in ehemals deutschen Gemeinden kam der ACL-Kandidat auf viele Stimmen. So in Kleinbetschkerek, Tschene, Neubeschenowa, Gottlob, Großjetscha, Lenauheim, Liebling, Neupetsch, Bruckenau, Tschanad oder Tolwad. Andererseits scheint es kein Zufall, dass Victor Ponta gerade in abgelegenen Gemeinden des Kreises Temesch zu mehr Stimmen gekommen ist, als dies in Ortschaften mit gehobenerem Wohlstand der Fall war.

So ist Nadrag mit einer schlechten wirtschaftlichen Lage eher Ponta-freundlich, genauso wie es in anderen weniger betuchten Gemeinden im Osten des Kreises – Margina, Tomeşti, Bara oder Bârna – der Fall ist. Doch gibt es auch über weite Strecken Ausnahmen. So haben die Wähler in der PNL-geführten Ortschaft Triebswetter mehr für Ponta gestimmt, die ehemals deutsche Gemeinde Perjamosch war ebenfalls eher sozialdemokratisch ausgerichtet – wohl auch deshalb, weil ihr Bürgermeister die von der Ponta-Regierung gebotene Überläuferfrist nutzte und zur PSD wechselte. In Tschanad und Tolwad sind die beiden deutschstämmigen Bürgermeister ihren Parteien aus der ACL-Allianz treu geblieben und haben bestimmt auch zum Stimmenhoch für Johannis beigetragen. Die Ergebnisse in beiden Ortschaften mit einem Plus für Johannis bezeugen es.

Kommentare zu diesem Artikel

norbert, 10.11 2014, 01:57
Die meisten Leute wohnen auf dem Land. .Deswegen gewinnt ponta

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