Starfotograf besuchte Temeswar

Harald Kröher stellte als Premiere neue Bilderserie „Atlantik“ vor

Samstag, 25. Juli 2015

Harald Kröher hat 2500 Kilometer zurückgelegt. Von der portugiesischen Stadt Lagos fuhr der Starfotograf zusammen mit seiner Frau und ihren zwei Hunden in einem alten Sharan die Atlantikküste rauf bis nach Le Havre. Die Reise, die fast zwei Monate dauerte, hat Kröher in Bildern festgehalten, die im Oktober in einem Fotoband namens „2500 Kilometer Atlantik“ veröffentlicht werden. Temeswarer erhielten einen ersten Einblick in den fotografischen Exkurs Kröhers, der besonders für seine Fashion- und Aktfotografien bekannt ist. Allerdings nicht nur: Kröher ist ein Allrounder, der auch für Unternehmen, Werbeagenturen arbeitet, der auch touristische, Architektur- und Landschaftsbilder schießt. In Temeswar/Timişoara hielt Kröher im Rahmen der InterFoto Biennale 2015 eine eintägige Werkstatt. Zusammen mit zwei Models verbrachte Kröher ein Wochenende in der Begastadt, um mit Fotografen eine Einführung in die Aktfotografie zu machen. Zuvor stellte er auch eigene Arbeiten vor und darunter auch seine „Atlantik“-Serie. Diese besteht aus nichts anderem als den Urlaubsfotos Kröhers. Die Idee zu dieser Reise sei ihm und seiner Frau an einem verregneten Novembertag gekommen, als sie beide feststellten, dass sie selten etwas gemeinsam unternehmen. „Meine Frau und ich saßen abends am offenen Kamin“, erzählt Kröher. „Wir haben uns dann gesagt, wir müssen unbedingt mal weg in den Süden, weil ich bin so oft als Fotograf international unterwegs und wir machen sehr wenig zusammen.“

Mit einer dreißigminütigen Bildermontage stellte er den rund 50 Besuchern an einem schwülen Samstagabend seine Urlaubsreise vor, die alles andere als langweilig war. Für die schönsten Bilder kletterte Kröher auf Klippen, riskierte mehrmals sein Leben, verbrachte Stunden in der Natur und landete aufgrund eines schweren Sturzes im Krankenhaus. Was viele wundert, ist die Bereitschaft Kröhers, sein Leben zu riskieren. Wieso, fragen sich viele dann oft. Kröhers Antwort: „Erst einmal um zu sehen, ob man es überhaupt kann. Zweitens ist es leider so, dass viele Fotos erst dann entstehen, wenn man das Risiko eingeht. Nicht um des Risikos willens, sondern weil man an diesen Positionen die beste Perspektive hat.“ Doch mit Leichtsinn hat das nichts zu tun. Kröher selbst sieht sich nicht als ein risikofreudiger Mensch. Er würde schon gut einschätzen können, wie gefährlich eine Aktion ist. Selten kann man aber das Unvorhergesehene mit einplanen. Was viele als Wagnis empfanden, war Kröhers erste Reise nach Rumänien. Als er vor neun Jahren das erste Mal das Land besuchte, hielten es Freunde und Bekannte für halsbrecherisch. Sie argumentierten mit den gängigen Klischees. Doch gefährlicher war die Atlantikreise als seine gelegentlichen Besuche in Rumänien und seine Teilnahme an dem Interfoto-Festival, das von Sergio Morariu und der Kunsthochschule Temeswar organisiert wird. Harald Kröher lebt das Leben: Mit 57 Jahren konnte sich der Starfotograf pensionieren lassen, er macht heute das, was ihm gefällt. Und was ihm gefällt ist und bleibt die Fotografie.

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