Stellungnahme zu aktuellen Stadtproblemen

Zeidner Bürgermeister C²t²lin Muntean bietet Einsicht in gegenwärtige Projekte

Dienstag, 14. Oktober 2014

Blick auf die Kirchenburg in Zeiden
Foto: Dieter Drotleff

Auch die Ortsfremden stellen bei einem kurzen Aufenthalt oder bei der Durchfahrt leicht fest, dass Zeiden/Codlea, früher als Blumenstadt bekannt, gegenwärtig eine große Baustelle ist. Diese reicht aus dem alten Stadtkern bis hin in die einzelnen Straßen. Sie war auch Gesprächsthema auf der Begegnung des Bürgermeisters dieser Stadt mit den aus dem Ausland da weilenden ehemaligen Ortsbewohnern bei der heuer stattgefundenen 4. Zeidner Begegnung. Eine ausführliche Aussprache wurde innerhalb der Tagung des Zeidner Ortsgeschichtlichen Gesprächskreises (ZOG) geführt, anlässlich welcher der seit 2012 amtierende Bürgermeister Cătălin Muntean die Projekte vorstellte, aber auch auf die Fragen der Teilnehmer antwortete und für dabei gemachte Vorschläge Verständnis zeigte.

Museum der Traditionen im alten Rathaus

Eine europäische Finanzierung konnte für die Renovierungsarbeiten am Gebäude des ehemaligen Rathauses, dem Kulturhaus sowie der Stadtbibliothek herangezogen werden. Diese sind seit Monaten eingerüstet, wobei die Arbeiten gut vorangehen, obwohl sie am Gebäude des ehemaligen Rathauses zeitweilig eingestellt werden mussten, bis man die Mittel zur Bekämpfung des Holzwurms fand und diese Gefahr beseitigt werden konnte. Das Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, soll nach Abschluss der Arbeiten bis 2016 zu einem Museum der Zeidner Traditionen eingerichtet werden. Dieses umfasst drei Ebenen, bestehend aus Untergeschoss, Erdgeschoss und erstes Stockwerk. Beim Eingang werden Pläne und Archivfotos alter Gebäude aus der Ortschaft zu sehen sein. Im Parterre sollen Trachten, Haushaltsgegenstände, Möbel, Manuskripte und alte Münzen Einblick in die jahrhundertealte Geschichte von Zeiden/Codlea bieten. Im oberen Stockwerk wird Bezug auf die ehemalige Lokalverwaltung genommen, ausgehend von der Tatsache, dass der Bau früher als Rathaus gedient hat. Die Exponate stammen aus Schenkungen.

Dabei wurde auch an ehemalige Ortsbewohner, an die Heimatortsgemeinschaft in Deutschland und den Zeidner Ortsgeschichtlichen Gesprächskreis appelliert, die Einrichtung dieses Museums zu unterstützen. Seitens der HOG Zeiden in Deutschland wurde Altnachbarvater Udo Buhn in den Beirat herangezogen, der sich mit der konkreten Thematik des Museums befassen wird. Auch soll die Geschichte der Schwarzburg darin ihren Platz finden. Alle da lebenden Ethnien werden mit ihren jeweiligen Traditionen darin vertreten sein. Die Arbeiten wurden auf 13 Millionen Lei eingeschätzt, von denen nur mit 500.000 Lei aus dem Stadthaushalt beigetragen werden muss.
Die bei der Aussprache gemachten Vorschläge (Renovierung des Kirchturms als Wahrzeichen der Stadt, Subvention seitens des Bürgermeisteramtes für die in der evangelischen Kirche veranstalteten Orgelkonzerte, wieder die deutsche Ortsbenennung bei den Stadteinfahrten einführen, Reparatur des Dachs des Schulgebäudes) werden in Kürze eine Lösung finden. Bloß was den Kirchturm betrifft, benötigt es die Ausarbeitung eines entsprechenden Projektes, um dafür eine europäische Finanzierung heranziehen zu können.

Viele aktuelle Probleme gelöst

Seit den Lokalwahlen 2012 wurden in der Stadt mehrere Arbeiten durchgeführt, die dieser ein besseres Aussehen verleihen. Gehsteige wurden repariert, Grünflächen erweitert, der Verkehr systematisiert, elf Straßen erhielten Asphaltbelag, das Spital wurde renoviert und konnte seine Tätigkeit wieder aufnehmen. In diesem wurden auch die Praxen der Hausärzte untergebracht. Unzufriedenheit herrscht bei einigen Stadtbewohnern wegen der andauernden Straßenarbeiten. Doch diese sind auf die Modernisierung der Wasserleitungen und des Kanalisationsnetzes, den Austausch der Gasleitungen, und die unterirdische Verlegung von Oberleitungen zurückzuführen. Und erst wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, kann die jeweilige Straße auch asphaltiert werden. Der Großteil der Arbeiten soll im Laufe des nächsten Jahres abgeschlossen werden.

Gegenwärtig laufen auch die Arbeiten am Bau des neuen Sozialzentrums des Zeidner Bürgermeisteramtes. Es  entsteht  auf einem Gelände neben der ehemaligen Farbstofffabrik Colorom und soll innerhalb von zwei Jahren übergeben werden. Ein weiteres wichtiges Projekt, das vom Bürgermeisteramt eingeleitet worden ist und an dem sich weitere zehn Ortschaften aus dem Umfeld beteiligen, ist der Bau einer Unterkunft für Straßenhunde. Wenn diese fertig ist, können die Vierbeiner von den Straßen eingefangen und da untergebracht werden.
Erstmalig ist das Rathaus nach vielen Jahren bemüht, auch die Fußballmannschaft CSM Codlea, die in der vierten Liga rangiert, zu fördern und dafür auch die Umkleideräume zu bauen.

Sportkomplex am unteren Schulfestgelände

Ein ehrgeiziges und kostspieliges Projekt, das rund 20 Millionen Lei verschlingen soll, ist der Bau eines Sportkomplexes am unteren Schulfestgelände. Dieses soll ein Hallenschwimmbad, einen Tennisplatz (im Winter wird er als Eislaufplatz gestaltet), einen Mehrzwecksaal für Handball, Basketball, Volleyball, einen Kinderspielplatz und eine Skateboard- und Fahrradpiste umfassen. Die gesamte Anlage wird Alleen und Parkplätze erhalten. Ausgearbeitet und vom Stadtrat genehmigt wurde das Projekt in Anbetracht des wirtschaftlichen und touristischen Potenzials der Stadt. Um das Projekt verwirklichen zu können, wird die Stadt einen Kredit aufnehmen.

Es sind mehrere ehrgeizige Projekte, die hier durchgeführt werden. Durch diese soll die Stadt nicht nur den eigenen Einwohnern eine größere Vielfalt an Einrichtungen bieten, sondern auch für Investoren anziehender werden. Besonders der nur acht Kilometer weit entfernte zukünftige internationale Flughafen Kronstadt/Braşov – Weidenbach/Ghimbav wird sich sehr positiv auch auf Zeiden, wie aufs gesamte Umfeld, auswirken. Cătălin Muntean äußerte seine Bereitschaft, mit der Zeidner Heimatortsgemeinschaft zusammenzuarbeiten, wie auch mit der hiesigen evangelischen Kirchengemeinde, deren Presbyterium und dem Deutschen Ortsforum.

Kommentare zu diesem Artikel

Rolf Joachimr, 15.10 2014, 02:43
" Ein weiteres wichtiges Projekt, das vom Bürgermeisteramt eingeleitet worden ist und an dem sich weitere zehn Ortschaften aus dem Umfeld beteiligen, ist der Bau einer Unterkunft für Straßenhunde. Wenn diese fertig ist, können die Vierbeiner von den Straßen eingefangen und da untergebracht werden.
Meiner Meinung nach ist dies ein ganz uebles Projekt. Hier holt ein Unternehmer, der einer gewissen Partei angehört und diese massiv mit Spenden unterstützt hat, sein "Spendengeld" wieder zurück. Diese Partei hat in den 10 Gemeinden die Wahlen gewonnen. Auch auf Grund der Spenden des Unternehmers. Jetzt beschließen diese Gemeinden Steuergelder dafür einzusetzen, um die Hundeproblematik in den Griff zu bekommen. Den Auftrag dieses "Tierheim" zu betreiben und die Kosten dafür den Kommunen in Rechnung zu stellen, erhält der Spender, der gleichzeitig eine große Geflügelfarm mitsamt einem Krematorium betreibt......... So etwas nennt sich dann Tierheim! Enttäuschend ist der unkritische Beitrag des Journalisten Drotleff.....

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