Strafakte gegen Chef der Jäger

Mircea Ciobanu ist ein weiterer langjähriger Gefährte von Frunz²verde

Freitag, 24. April 2015

Reschitza – Gegen Mircea Ciobanu, einen Agraringenieur, der nach der Wende von den Revolutionären zum Verwalter des RKP-Vermögens erkoren wurde, um anschließend, vor etwa 20 Jahren, den Direktorposten des Kreisverbands der Jäger und Angler AJVPS zu übernehmen, laufen Strafermittlungen. Er wird wegen Amtsmissbrauch verfolgt, der ihm in einer Anzeige vorgeworfen wird.

Konkret wirft ihm der Anzeigeerstatter vor, als AJVPS-Direktor vor drei Jahren für die Karansebscher AJVPS-Filiale eine Immobilie zu einem überhöhten Preis angekauft zu haben. Dasselbe habe er mit Fischbrut getan, die vom Verband zwecks Besatz von Fischteichen des Verbands angekauft wurde, sowie mit Getreideankäufen, die als Wild- und Fischfutter gedient haben.

Im Fall der Karansebescher Immobilie soll es sich um ein Blockhaus im Randviertel Pipirig (ortsübliche Bezeichnung: „Fundătura Cetăţii”) gehandelt haben, das zum Zeitpunkt des Kaufs noch gar nicht fertig war, für das AJVPS aber den Preis von 46.000 Euro – weit über den üblichen Marktpreisen jenes Zeitpunkts – bezahlt habe. Mircea Ciobanu, den man in den vergangenen Jahren wiederholt versucht hat, zu stürzen, verneint, mit dem Kauf direkt zu tun gehabt zu haben: „Das war nicht meine Soße. Was die anzeigen, müssen sie halt vor ihrem eigenen Gewissen verantworten. Nicht ich, Mircea Ciobanu, sondern der Verband hat die Immobilie in Karansebesch zu völlig rechtmäßigen Bedingungen gekauft. Also müssten schon diejenigen, die Anzeige bei der Polizei erstattet haben, nachweisen, worin denn die Illegalität bestand. Außerdem: bisher hat man mich seitens der Polizei bloß offiziell gebeten, Details des Kaufs zu erklären. Der Kauf geschah ehrlich, mit Genehmigung der Koordinierungsrats der AJVPS-Mitglieder, also in aller Transparenz. Nicht Ciobanu hat sich in Karansebesch ein Haus auf AJVPS-Kosten gekauft, sondern der Verband für sich einen Sitz. Ich war nicht einmal beim Notar anwesend, als der Kauf getätigt wurde.”

Mircea Ciobanu hat die Fäden gezogen, als zu Beginn der 1990er Jahre das ehemalige „Parteihotel” am Lupaker Berg oberhalb Reschitzas der damals von Sorin Frunzîverde neugegründeten Kammer für Handel und Industrie (IHK) praktisch zugeschanzt wurde, unter bis heute nicht ganz transparenten Umständen. Seither gehört Ciobanu zur engsten, wenn auch zum sehr diskreten Flügel dieser Entourage des heutigen PNL-Vizepräsidenten und Kreisratsvorsitzenden und sitzt für die PNL im Kreisrat, genauso, wie er vorher für die PDL dort saß. In der öffentlichen Meinung von Reschitza herrscht vor, dass Ciobanu ein weiteres Mosaiksteinchen im Puzzle der Frunzăverde-Vertrauten sei, aus dem letztendlich staatsanwaltliche Untersuchungen gegen das Zentrum, Frunzăverde selber, gestrickt werden sollen (indem die staatsanwaltlich Verfolgten aus seiner Umgebung, um sich zu entlasten, Frunzăverde selber während der Untersuchungen und Verhöre belasten – nach dem selben Mechanismus, der bei bisher nahezu allen großen Korruptionsfällen, bei denen DNA ermittelt hat, funktionierte).

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