Straßenbahn und Wahlkampf

Bauarbeiten an Straßenbahn fallen in Wahlkampfperiode 2019/2020

Freitag, 24. August 2018

Reschitza - „Meine Gegner im Wahlkampf für die Kommunalwahlen 2020 reiben sich bereits die Hände und freuen sich: Die Bauarbeiten zur Wiedereinführung des Straßenbahnverkehrs fallen genau in die Zeitspanne des kommunalen Wahlkampfs, wenn die Nerven aller Verkehrsteilnehmer zum Reißen sein werden“, schmunzelte der Reschitzaer Bürgermeister zur Einführung bei seinem jüngsten Pressegespräch.

„Das wird Wasser sein auf die Mühlen aller, die nicht weiter als bis zu ihrer Nasenspitze denken können, für alle, die mich nicht übertrieben stark lieben.“
Reschitza werde in jenen Monaten zur größten urbanen Baustelle Rumäniens. Das sei mit Sicherheit nicht zur Freude der immer zahlreicheren Verkehrsteilnehmer, auch wenn sich die Bautechnik inzwischen erheblich freundlicher gegenüber diesen entwickelt hat. Andrerseits: „Das Projekt Straßenbahn ist mit Sicherheit eines, mit dem sich jeder Reschitzaer rühmen wird, auch meine Gegner im Wahlkampf...“ Zumal die Reschitzaer Initiative auf Landesebene immer wieder als beispielhaft hervorgehoben werde. Selbst aus den Reihen des technischen Personals des Entwicklungsministeriums ernte man viel Lob.

Ähnlich klingende Bemerkungen ließ Bürgermeister Popa auch am Rande der jüngsten Tagung des Stadtrats fallen, als er vor seinen Ratsherrn argumentierte, weswegen es nötig sei, einige Grundflächen aus dem öffentlichen Besitz der Stadt wegen des Straßenbahn-Neubaus umzuwidmen. Dabei fühlte sich der Oppositionsführer im Stadtrat, PSD-Frontmann Mirel Sabo, verpflichtet, einmal mehr die Nützlichkeit der Wiedereinführung der Straßenbahn in Reschitza infrage zu stellen. Damit entpuppte er sich als Wortführer der notorischen Meckerer unter den Reschitzaern, die immer öfter monieren, dass ein paar elektrisch betriebene Busse denselben Dienst tun würden wie die umständlich wieder einzuführenden Straßenbahnen.

Dazu der Bürgermeister: „Ich nehme diese Stimmen ernst. Wer sich ein wenig die kurze Geschichte der Reschitzaer Straßenbahn (etwa 1985-2005) anschaut, kann sogar einiges an Berechtigung für ihre Ablehnung finden. Nur: Sie haben keine Ahnung, was heutige Technologie im Bereich heißt, sie haben ihre ´Erfahrungen` mit den Technologien der 1950er Jahre gemacht, die in den 1980er Jahren in Reschitza eingeführt wurden... Natürlich haben sie da Vorurteile, aber sie dokumentieren sich darüber hinaus auch gar nicht weiter – und da beginnt ihr Fehlverhalten. Die werden alle noch von der Zeit eines Besseren belehrt. Aber grundsätzlich begrüße ich jede Debatte zum Thema, so lange man sich gegenseitig überzeugen und belehren lässt. Aufgrund meiner Begegnungen mit den Entwurfsteams weiß ich inzwischen: Da kommt ein Projekt auf uns zu, auf das wir alle stolz sein können! Und wer meint, dass durch die Straßenbahn Grünflächen verlorengehen, ist auch auf dem Holzweg: Unsere Straßenbahnstrecke wird voll begrünt sein, vor allem in der Neustadt. Und auch Umkehrschleifen brauchen wir keine mehr, weil die Straßenbahnen im unmittelbaren Pendelverkehr zirkulieren werden, das heißt, sie haben Steuerkabinen an beiden Enden der Waggons und Türen beiderseits der Fahrtrichtung. Nicht zuletzt: Durch den Neubau der Straßenbahngeleise wird die gesamte, elf Kilometer lange Hauptstrecke – das Rückgrat des Verkehrs in dieser Stadt – vollkommen erneuert, vom Bordstein bis zum gegenüberliegenden Bordstein.“

Und für die Umgehungsstraße sei auch bereits gesorgt, denn bis die Bauarbeiten für die Tram beginnen, werde die Umgehungsstraße über den ehemaligen Industriestandort Mociur fertig sein. Der Neubau der Straßenbahnführung werde abschnittweise gearbeitet, also nicht die ganze Stadt auf einmal umgewühlt und lahmgelegt.
Die Ratsherren stimmten zuletzt mehrheitlich dem Vorschlag des Bürgermeisters zu.

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