Straßenbahnschienen werden herausgerissen

Elektrobusse und Euro-6-Dieselbusse kommen in Reschitza

Samstag, 16. April 2016

Reschitza – Der (nach eigenen Aussagen) zur Stunde mit den besten Umfragewerten für einen Wahlsieg am 5. Juni akkreditierte Vizebürgermeister von Reschitza, Ioan Crina, der seit Oktober 2015 auch die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters übernommen hat, erklärte jüngst, seine persönliche Entscheidung betreffs der Zukunft des Nahverkehrs in Reschitza/Reşiţa  sei gefallen: die Straßenbahnschienen werden als perspektivlos herausgerissen, Trolleybusse sind insgesamt zu teuer, er will Elektrobusse und, für die Verbindungen mit den eingemeindeten Ortschaften, neue Busse, die umwelttechnisch sich den Euro-6-Regeln eingliedern lassen.

Wie bereits berichtet, läuft die Diskussion um die Erneuerung des Reschitzaer Nahverkehrs schon seit Herbst 2015 – und in einer Art Konkurrenz mit Temeswar/Timişoara, Arad und Hunedoara, den anderen Verwaltungsvororten der Westregion. Es geht um die Verteilung der zu diesem Zweck von der EU in der laufenden Haushaltsperiode zur Verfügung gestellten Unterstützungen (Reschitza behauptet, das wären, fair verteilt, 38 Millionen Euro pro Verwaltungsvorort) und die vorbereitenden Arbeiten zur Antragstellung dafür. Im Rahmen dieser Diskussion schielt man, natürlich, auch zum Nachbarn. Und von Temeswar holte sich Crina sein Argument, um die Trolleybusse aus der Diskussion um ihre Einführung in Reschitza auszuschalten: „Die haben nach Giroda eine Trasse eingeführt, die 1500 Meter Trolleybuslinie umfasst. Ohne Depot, ohne Ladestationen der Akkus, ohne Trafos. Und das hat trotzdem drei Millionen Euro gekostet. Wenn Sie mich fragen: So etwas kommt für Reschitza nicht in Frage.“

Natürlich warte man die abschließenden Konklusionen der in Auftrag gegebenen Nahverkehrsstudien ab und werde nicht nach Bauchgefühl entscheiden, beruhigte Crina skeptische Mahnungen, die vor allen aus Richtung der PNL-Fraktion im Stadtrat kommen. „Aber grundsätzlich sollten wir schon alle in eine einzige Richtung denken: das Nahverkehrsproblem der Stadt muss für eine Periode bis mindes-tens 2030, ideal bis 2050 gelöst werden.“ Auch die Bedenken bezüglich der Preise wischte Crina mit seinem „Trolleybusargument“ weg: „Ich kenne inzwischen ganz gut die Preise der Elektrobusse. Aber um einiges teurer ist die Einführung von Trolleybuslinien, und anschließend kostenintensiver in der Pflege und Instandhaltung. Ausgehend also von einer zur Verfügung stehenden Gesamtsumme von 38 Millionen Euro, bleibt die Lösung mit Elektrobussen und Euro-6-Dieselbussen die günstigste. Wir müssen realistisch bleiben. Ab Herbst 2016 könnte dann mit dem Herausreißen der Straßenbahnschienen und der Neuasphaltierung der Hauptverkehrsstraße von Reschitza begonnen werden.“

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