Straßenbaufirmen gefilzt

Vorerst geht es um eine Steuerhinterziehung von zwei Millionen Euro

Mittwoch, 05. November 2014

Reschitza – Dienstag fanden in Nadrag/Nădrag und Reschitza/Reşiţa Durchsuchungen und Beschlagnahmungen von Dokumenten der Firmen Tehnocer SRL und Dateco SRL statt. Diese Firmen des medienscheuen Reschitzaer Geschäftsmanns Florin Măran werden von der Antikorruptionsstaatsanwaltschaft verdächtigt, mittels gefälschten Rechnungen seitens von auf so etwas spezialisierten Firmen der Zigeuner aus Strehaia ihre besteuerbaren Einkünfte so stark verringert zu haben, dass die Steuerhinterziehung inzwischen mindestens zwei Millionen Euro ausmacht. Die Firmen von Florin Măran – in einer dritten Firma mit Sitz in Temeswar, die er kontrolliert, fanden zum Zeitpunkt der Redigierung dieses Beitrags weitere Durchsuchungen und Dokumentenbeschlagnahmungen statt – fielen vor allem zur Zeit der PDL-Regierung auf, als sie am laufenden Band Ausschreibungen für sich entschieden und u.a. die Bergstraße Karansebesch/Caransebeş - Muntele Mic und die Nationalstraße DN 58 Reschitza - Grădinari mehrmals asphaltierten. Mărans Firmen waren aber in ganz Westrumänien aktiv und haben laut Schätzungen der Medien in den vergangenen zehn Jahren mindestens 50 Millionen Euro Haushaltsgeld allein für Straßenverbesserungsarbeiten und Ausbesserungen aller Art kassiert. Teilweise ging er bei Ausschreibungen Hand in Hand mit dem schon vor sechs Wochen ebenfalls ins Visier der Antikorruptionsstaatsanwaltschaft geratenen Axente Obrejan, genannt Arabela, aus dem Bistra-Tal, bekannt als einer der Trinkgelagekumpel des Vizepräsidenten des Kreisrats Karasch-Severin, Ionesie Ghiorghioni.

Sowohl die Firmen des Obrejan, als auch jene der Zigeuner aus Strehaia stehen gegenwärtig, genau wie jene Mărans, im Blickfeld von staatsanwältlichen Untersuchungen wegen Korruption und Steuerhinterziehung. Florin Măran befindet sich gegenwärtig in Temeswar, einerseits um bei der Durchsuchung seiner dortigen Firma anwesend zu sein, andererseits um anschließend bei der Antikorruptionsstaatsanwaltschaft in erster Runde Rede und Antwort zu stehen. Die Firmen von Măran fielen erstmals den Medien auf, als sie sich an der Ausschreibung für den Straßenbau Reschitza – Slatina-Timiş beteiligt hatten. Damals, vor rund fünf Jahren, hatten sie in erster Instanz die Ausschreibung für sich entschieden, aber das Temeswarer Berufungsgericht hatte in zwei sukzessiven endgültigen Urteilen die Ausschreibung für ungültig erklärt und die beiden ursprünglichen Gewinnerfirmen, Tehnocer SRL des Florin Măran und Excav Prod SRL des Axente Obrejan, „wegen schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten in ihren Firmenpapieren” zurückgepfiffen. Seither hat keiner der beiden Unternehmer mehr eine größere Ausschreibung gewonnen und sie befinden sich im Visier der Staatsanwaltschaft. Bezüglich der drei Firmen von Florin Măran ließ einer der untersuchenden Staatsanwälte durchblicken, dass „vorläufig” eine Steuerhinterziehung von zwei Millionen Euro vermutet wird.

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