Strategiekonzept der Evangelischen Kirche verabschiedet

Samstag tagte die 81. Landeskirchenversammlung

Dienstag, 26. November 2013

Hermannstadt – Schwerpunkt der 81. Landeskirchenversammlung der Evangelischen Kirche A.B., die am Samstag im Bischofshaus in Hermannstadt stattfand, war die Verabschiedung des Strategiekonzepts „Zukunft Kirche“. Damit wurde eine Arbeit abgeschlossen, die drei Jahre lang gedauert und an der von der Basis bis zur Kirchenleitung alle Gremien der Gesamtgemeinde von Gemeindevertretungen und Presbyterien bis zum Landeskonsistorium und der Landeskirchenversammlung teilgenommen hatten.

Traditionsgemäß begann auch diese Landeskirchenversammlung mit einem Abendmahlsgottesdienst, der in der Johanniskirche abgehalten wurde. Zu Beginn der Arbeiten konnte Bischof Reinhart Guib außer den geistlichen und weltlichen Abgeordneten als Ehrengäste den Vorsitzenden des Verbands die Siebenbürger Sachsen in Deutschland, den Bundestagsabgeordneten Dr. Bernd Fabritius, und den Vorsitzenden des Verbands der Heimatortsgemeinschaften der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Hans Gärtner, begrüßen. Es war eine Gelegenheit, den Zusammenhalt der Sachsen in Siebenbürgen und in Deutschland zu betonen.

Schon im Vorfeld der Landeskirchenversammlung hatte am Vorabend die Präsentation des Bandes „Über Bitten und Verstehen. Zwanzig Jahre im Bischofsamt der Evangelischen Kirche Augsburger Bekenntnisses in Rumänien 1990 – 2010“ von Christoph Klein stattgefunden. Bischofsvikar Dr. Daniel Zikeli ging auf die Bedeutung des vom Altbischof verfassten Buches ein, das die Evangelische Kirche im Umbruch nach 1989 zeigt und durch die Veröffentlichung zahlreicher Dokumente eine wichtige Quelle darstellt.

Es wirft einen umfassenden Blick zurück, während das Strategiekonzept den Blick nach vorne richtet. Berücksichtigt wurden in dieser Strategie die Ergebnisse zweier soziologischer Studien. Nachdem Pfarrer Stefan Cosoroabă in der Landeskirchenversammlung im vergangenen Jahr das Verhältnis der nach Deutschland umgesiedelten Siebenbürger Sachsen zu ihrer Heimatkirche dargestellt hatte, hat diesmal der Leiter des Bukarester Meinungsforschungsinstituts IRSOP, Dr. Petru Datculescu, die Erkenntnisse einer tiefgründigen soziologischen Untersuchung der Gesamtgemeinde und ihres Umfelds präsentiert.

Das Strategiekonzept wurde von der Landeskirchenversammlung einstimmig angenommen. Landeskirchenkurator Prof. Friedrich Philippi dankte den Gemeinden und vor allem Bischof Guib, dessen Initiative es war, diese Strategie auszuarbeiten, für die intensive Arbeit daran.

Die Landeskirchenversammlung beschloss sodann das neue Statut der Ruhegehalts- und Unterstützungskasse, Richtlinien zur Gründung von Verbänden kleinerer Gemeinden, Regelungen zur Eingliederung von Personen mit Wohnsitz im Ausland, die sich in das kirchliche Leben in den hiesigen Gemeinden einbringen wollen, und sie beschäftigte sich mit Haushaltsfragen. Außerdem verabschiedete sie eine Erklärung der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien gegen die Goldförderung mit Zyanid in Roşia Montană und gegen die Schiefergaserkundungen und den -abbau mit Hilfe der Fracking-Methode.

Der Hauptanwalt der Kirche, Friedrich Gunesch, informierte abschließend über den Stand des Projekts zur Renovierung der Kirchenburgen mithilfe von EU-Fonds. Bei 17 der 18 Kirchenburgen hat die Bauabnahme stattgefunden, im kommenden Jahr stehen die feierlichen Wiedereinweihungen an. In einer zweiten Phase sollen weitere sieben Kirchen und Kirchenburgen in Arbeit genommen werden.

Bei einer kurzen Begegnung bekamen die Mitglieder der Landeskirchenversammlung die Möglichkeit, dem Kirchenmann und Forumspolitiker Prof. Dr. Paul Philippi zu seinem 90. Geburtstag zu gratulieren.

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