Streit um Geld für Handball

Freitag, 11. April 2014

Reschitza - Der seit vielen Monaten mit einstimmiger Zustimmung der Kreisräte zu seinen Beschlussvorlagen verwöhnte Karasch-Severiner Kreisratsvorsitzende Sorin Frunzăverde war am Mittwoch ziemlich geschockt: die Ratsherren der PSD, PC, UNPR und PP-DD stimmten durch Stimmenthaltung stur gegen jede Beschlussvorlage, die er oder seine PNL-Ratsherren eingereicht hatten. Stimmenthaltung hatten nur die PP-DD-Kreisräte bereits zu Beginn der ordentlichen Kreisratstagung vom April angekündigt, die wegen Ostern vorgezogen war. Kreisratspräses Sorin Frunzăverde konterte gleich nach dieser Ankündigung: „Ich weiß nicht, welches der Sinn dieser Stimmenthaltung sein sollte, aber das geht wohl nur euch an. Hier geht es um das Wohl des Verwaltungskreises.“ Dieses „Wohl des Verwaltungskreises“ zitierte er in gänzlich unterschiedlichen und nicht immer transparenten Zusammenhängen – etwa, als 114.000 Lei für die Unterstützung der Landwirtschaftskammer oder 476.000 Lei für die Unterstützung des Handballvereins HC Caraş-Severin zu votieren waren, als „positive Haushaltsaufstockung“.

Aber obwohl Frunzăverde wiederholt betonte, dass der Club dieses Geld brauche, um Schulden zu tilgen – vor allem beim Fiskus und für die Ausfahrten –, wurden sie zum Stein des Anstoßes für die ungewöhnlich vielen Stimmenthaltungen, die sich der durch Einstimmigkeit verwöhnte Frunzăverde auf dieser Kreisratstagung mit seinen Beschlussvorlagen holte. Der Fraktionschef der PSD-Gruppe, der clevere und sprachgewandte Oltenier Ion Spânu, der selber schon Stellvertreter des Kreisratsvorsitzenden war und die Interna und Funktionsmechanismen des Kreisrats gut kennt, schlüpfte in die Rolle, die er am besten beherrscht: die des Volkswirts (er hat Volkswirtschaft studiert und gilt als exzellenter Buchhalter). Er bat in seiner Stellungnahme, dass dem Kreisrat, bevor dieser über eine solch hohe Summe abstimmt, die er an den offensichtlich schlecht geführten Sportclub verschenken soll, eine Offenlegung der finanziellen Lage des Clubs – oder zumindest von dessen Ausgaben – gemacht werden soll.

Das beeindruckte den kaum an Widerspruch gewöhnten Frunzăverde überhaupt nicht, der weiter für die sofortige Ab- und Zustimmung bezüglich der 476.000 Lei für den Handballclub argumentierte: „Meine Herren Kreisräte, diese Finanzierung ist legal. Es geht um die einzige Erstligamannschaft, die wir im ganzen Sport dieses Verwaltungskreises haben. Als wir die Handballjungs übernommen haben, haben wir deren Löhne um die Hälfte gekürzt. Wenn wir nicht sofort abstimmen, verlieren wir auch noch dieses Team.“ Doch Spânu blieb nun stur und verkündete, dass die Haltung der PSD-Kreisräte feststehe: kein Votum auf dieser Tagung. Und für die nächste die Ausgabenliste, beizeiten: „Von unserer Seite gibt es keine Zustimmung für zusätzliche Gelder an den Handballclub, wenn wir nicht vorher eine Ausgabenliste vorgelegt bekommen.“

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