Streit um Goldgewinnung geht weiter

Certej: Temeswarer Umweltamt will Genehmigung nicht rückgängig machen

Freitag, 21. September 2012

Temeswar - „Ich werde die Umweltgenehmigung für den Goldtagebau in Certej  nicht rückgängig machen“, erklärte die Leiterin des Umweltamtes in Temeswar/Timişoara, Gabriela Lambrino, auf einer Pressekonferenz am Dienstag. Lambrino erhielt diese Woche den Auftrag vom Nationalen Umweltamt, die umstrittene Umweltgenehmigung für den Abbau des Goldvorkommens und die Zyanidlaugung des Goldes zu annullieren.

 „Wenn ich das tue, würde es heißen, dass ich die Genehmigung illegal erteilt habe, was nicht stimmt“, behauptet Gabriela Lambrino, die auch angab, dass sie alle für die Erteilung der Genehmigung notwendigen Dokumente in Betracht gezogen habe. Die Leiterin des Regionalen Umweltamtes Temeswar sagte, dass infolge der Kontrollen, die ein Ausschuss des Umweltministeriums in Temeswar durchführte, kein Protokoll erstellt und keine Schlussfolgerungen mitgeteilt wurden. „Als ich dies forderte, wurde mir gesagt, dass es eine heikle Situation ist und dafür kein Protokoll erstellt wird“, so Gabriela Lambrino auf der Pressekonferenz. Die letzten Dokumente vor der Erteilung der Genehmigung sollen in Anwesenheit des ehemaligen Umweltministers László Borbély (UDMR) erstellt worden sein, fügte Lambrino hinzu.

Die neue Umweltministerin Rovana Plumb teilte diese Woche der Öffentlichkeit mit, dass zwischen dem 4. und 12. September ein Kontrollteam den Ablauf der Genehmigungserteilung im Temeswarer Umweltamt unter die Lupe genommen hat. Dabei sollen einige Unstimmigkeiten entdeckt worden sein, ließ die Ministerin erkennen. „Die natürlichen Ressourcen Rumäniens werden kein illegales Transaktionsobjekt für die Beamten darstellen, die vergessen haben, dass die PDL keine Regierungspartei mehr ist“, sagte Rovana Plumb wörtlich.

Das Bergbauprojekt in Certej im Verwaltungskreis Hunedoara wurde von der kanadischen Eldorado Gold Corporation durch die lokale Firma Deva Gold initiiert. Dabei handelt es sich um einen Goldtagebau unter dem Einsatz von Zyanid und Ablagerung der zyanidverseuchten Schlamme in einem 63 Hektar großen Klärbecken. In einem Tagebau, der sich über mehr als 450 Hektar erstreckt, könnten in Certej etwa 45 Millionen Tonnen goldhaltiges Erz mit einer Konzentration von 1,8 Gramm Gold pro Tonne abgebaut werden. Dazu müssten jährlich etwa 1600 Tonnen Zyanid zum Einsatz kommen, die dann hinter Dämmen in Absetzbecken für das verseuchte Taubgestein abgelagert werden sollen. Der Tagebau von Certej ist für 16 Funktionsjahre geplant, geht aus einer Mediafax-Meldung hervor. Ungarn hat – als Land, das von einem Dammbruch über den Lauf der Marosch (die sich in die Theiß ergießt), unmittelbar betroffen wäre – als erstes Protest gegen die Umweltgenehmigung von Temeswar eingelegt. Von Deva Gold ist verlautet worden, dass man einstweilen davon ausgeht, dass der Beginn des Tagebaus infolge der erteilten Umweltgenehmigung möglich ist, aber dass man auch an Ersatzlösungen arbeitet, um an die geschätzten 80 Tonnen Gold des Vorkommens heranzukommen.

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