Strengere Regeln für Enduro-Fahrer

Wer von den Trassen abkommt oder Mensch und Tier stört, muss zahlen

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Martin Freinademetz und die Romaniacs setzen sich für die Regelung des Enduro-Tourismus ein.
Foto: Red Bull Romaniacs

Hermannstadt – Als erste im Kreis Hermannstadt/Sibiu will die Gemeindeverwaltung in Răşinari ein Regelwerk annehmen, welches den Zugang der Enduro-Fahrer zur Gebirgslandschaft in ihrem Verwaltungsbereich einschränkt.

Infolge zahlreicher Beschwerden betreffend die Schäden, welche die Enduro-Fans in den vergangenen Jahren auf Wanderwegen und nicht nur verursacht haben, hat die Gemeindeverwaltung nun entschieden, auch diesen Bereich zu regeln weil „zurzeit jeder, der Enduro fahren will, zu uns kommt und herumfährt, wo es ihm beliebt. Es kann nicht sein, dass über private Grundstücke gefahren wird oder dass die Tierzüchter gestört werden. Wo keine Wege sind, treten Rinnen auf, welche der Regen dann ausweitet. Zahlreiche Bürger beschweren sich, dass ihre Grundstücke oft beschädigt werden“, so der Bürgermeister Bucur Bogdan.

Das vorgeschlagene Regelwerk verbietet die Zufahrt zu dem 10.000 Hektar Wald der Gemeinde mit Ausnahme für diejenigen, die Sport oder Freizeit- und Tourismustätigkeiten betreiben, die nicht die Verwendung fossiler Brennstoffe voraussetzen. Den Enduro- und ATV-Fahrern werden künftig, mithilfe der Gasthäuser und Berg- oder Touristenführer in der Gegend, Karten sowie ein QR-Code zur Verfügung gestellt, anhand deren die Trassen ermittelt werden können, die noch befahren werden dürfen.

Festgesetzt werden die Strafen von den Vertretern des Bürgermeisters von Răşinari, wobei jeder einen Verstoß melden kann, der dies mit Beweismaterial wie Videoaufnahmen oder Fotos belegen kann. Das Abweichen von den vorgegebenen Trassen kann mit Strafen zwischen 50 und 300 Lei geahndet werden, wobei der festgesetzte Wert im Fall der Störenfriede bis auf 500 Lei angehoben werden kann.

Das Regelwerk des Bürgermeisteramtes sieht auch die Einführung eines „Registers der Begleiter für Abenteuertourismus“ vor, welches der Verein ProAdventure Transilvania verwaltet. Die Einschreibung ist kostenlos, muss aber durch die Vorlage eines entsprechenden Führerscheins belegt werden. Sollten Vergehen dieser Begleiter festgestellt werden, bezahlen diese das Dreifache des normal festzulegenden Wertes.

Die erste Reaktion zum Vorhaben des Bürgermeisteramtes in Răşinari kam Ende vergangener Woche von den Organisatoren der Hard Enduro Rally „Red Bull Romaniacs“. Martin Freinademetz, einer der Hauptorganisatoren der Rally teilte mit, sich bereits in Vergangenheit für die Ausarbeitung eines geregelten Rahmens für den Enduro-Sport eingesetzt zu haben, unabhängig davon, ob dieser im Rahmen von Sportveranstaltungen oder von Tourismus- und Freizeittätigkeiten betrieben wird. „Seit 14 Jahren findet unser Wettbewerb im Rahmen der in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden vereinbarten Regelungen und in guter Kooperation statt. Dementsprechend unterstützen wir das Vorhaben der Gemeindeverwaltung in Răşinari, den Bereich zusätzlich zu regeln. Aus unserer Sicht fördert dieses Vorhaben die Entwicklung des Enduro-Tourismus in der Gegend, welcher einen wichtigen Beitrag zu den Haushalten der lokalen Gemeinden leistet und ein bedeutender Faktor für die Entwicklung des Tourismus sein kann. Wir sind der Ansicht, dass ein produktiver Dialog der Gemeinden und der Kreisverwaltung mit den Vertretern des Enduro-Tourismus zur Entwicklung dieses Tourismuszweiges beitragen wird“, so Martin Freinademetz.

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