Studie des Landwirtschaftsministeriums belegt doppelte Produktionsstandards

Gleicher Markenname – unterschiedliche Qualität

Sonntag, 30. Juli 2017

Laborergebnisse belegen nun auch für Rumänien abweichende Produktionsstandards bei EU-weit verkauften Lebensmitteln bestimmter Marken.
Symbolfoto: pixabay.com

Bukarest (Mediafax/ADZ) – Eine Studie im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums bestätigt einen lange gehegten und diskutierten Verdacht: In Lebensmitteln, die unter demselben Markennamen in der Europäischen Union erhältlich sind, finden sich in Rumänien abweichende oder minderwertige Rezepturen. Für die Untersuchung wurden europaweit 29 Stichproben entnommen, insbesondere bei Fleisch- und Wurstwaren. Denen wurden Produkte gegenübergestellt, die hierzulande unter derselben Marke verkauft werden. Die vergleichende Untersuchung ergab, dass der Fett- und Eiweißgehalt der in Rumänien vertriebenen Ware von jenem der in den anderen EU-Staaten verkauften Produkte abweicht – eine in Rumänien erworbene Markensalami hat demnach mehr Fett und weniger Fleisch als ihr in einem anderen EU-Land gekauftes Pendant.

Vertreter des Landwirtschaftsministeriums weisen indessen ausdrücklich darauf hin, dass von den untersuchten Produkten keinerlei Gefahr für den Verbraucher ausgehe. Stein des Anstoßes sei vielmehr der in West- und Osteuropa abweichende Nährstoffgehalt bei gleicher Etikettierung des Produkts.
Landwirtschaftsminister Petre Daea kündigte auf einer Pressekonferenz an, die Ergebnisse schnellstmöglich an die EU-Kommission weiterleiten und auf eine juristische Untersuchung drängen zu wollen. Konkrete Markennamen wurden dabei jedoch nicht genannt.

Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, hat die in ost- und westeuropäischen Ländern voneinander abweichenden Produktionsstandards unterdessen als „inakzeptabel“ bezeichnet. Die EU-Kommission werde dieser Diskriminierung ein Ende bereiten.

Kommentare zu diesem Artikel

Schorsch, 31.07 2017, 20:51
Zum Glück wird dieser Skandall jetzt endlich einmal aufgegriffen. Das ist seit der Wende so. Kaffee, Waschmittel, Süßigkeiten, etc. pp. In Deutschland und Österreich wird davon natürlich nix in den Zeitungen zu lesen sein. Da gibt es im Blick auf Rumänien ja nur Dracula, Ceausescu und Korruption
Rolf, 31.07 2017, 19:18
Ich habe das zum Beispiel bei Kartoffelchips gemerkt. Habe einen deutschen und einen ungarischen Hersteller getestet. Für den deutschen Hersteller kann man sich nur schämen. Wissen die Überhaupt was sie da für einen Scheißdreck verkaufen? Ein Großteil der Chips war schwarz und ungenießbar. Das ist geschäftsschädigend. Seit dem boykottiere ich diese Marke auch in Deutschland. Die "ungarischen" Chips waren wesentlich günstiger, nicht perfekt, aber besser als der deutsche Hersteller für viel Geld.
Peter, 31.07 2017, 17:26
Jedenfalls gibt es Unterschiede bei Kaffee und Waschmittel, um zwei zu nennen. Bei Waschmittel kann ich nur sagen, was ich von Hausfrauen höre, beim Kaffee war es ein Selbstversuch und den Unterschied schmeckt man.
Norbert aus Ocna Sugatag, 31.07 2017, 08:55
Hallo Manfred, so wie Du den Lidl darstellst, kann es nicht sein. Da wuerde die Qualitaetskontrolle des Unternehmens nicht mitspielen.Bei Elektr. art. werden keine Ruecklaeufer verkauft. Da gibt es z.B. Sonderverkaufsaktionen mit stark red. Preisen.Fleischwaren mit versch. Qualitaet ist kein Lidlproblem, sondern begtrifft die Hersteller.\und bei Profi habe ich noch nie besser eingekauft.
Manfred, 30.07 2017, 11:35
Das wird auch Zeit,das Brüssel etwas gegen diese Schweinereien unternimmt.Wer ist Schuld?Sind es die Hersteller oder die Discounter?Oder beide?Wenn ich sehe,was ein Discounter mit 4 Buchstaben im Elektrogerätebereich in Rumänien in den Regalen hat,schäme ich mich fremd:ausschließlich Rückläufer,natürlich nicht preisreduziert....Beim selben Discounter kauft man statt Fischfilet auch verschnittene Lappen,Wassereis statt Sahneeis etc...Beim Profi kauft man besser !

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