Sturm an Reaktionen auf Antonescus Rückzieher

Von Anerkennung bis zu Verschwörungstheorien

Dienstag, 03. Juni 2014

Bukarest (ADZ) - Die Ankündigung von Ex-PNL-Chef Crin Antonescu, bei der Präsidentschaftswahl nicht mehr anzutreten, hat Parteikollegen, politische Widersacher und die Öffentlichkeit gleichermaßen überrascht und für zahlreiche Reaktionen gesorgt. Als einer der ersten Kollegen würdigte PNL-Vize Klaus Johannis Antonescus plötzlichen Rückzieher: Der Schritt sei „ohnegleichen“ in der rumänischen Nachwendepolitik und der eines „großen Politikers“, der die Interessen der Partei und des Landes eindeutig vor die eigenen stelle, sagte Johannis. Andere Spitzenliberale schienen komplett überrumpelt: Sie habe „keinen blassen Schimmer“, was diesen „unerklärlichen“ Entschluss veranlasst habe, vor einem klärenden Gespräch mit Antonescu wolle sie sich nicht dazu äußern, sagte die EU-Abgeordnete Norica Nicolai.

Die PSD rechnete prompt mit ihrem früheren Bündnispartner ab: Antonescus Abgang sei „ein Gewinn“ fürs Land, auch könne man nicht umhin sich zu fragen, „wer überhaupt noch für ihn gestimmt hätte, nachdem er die USL zerstört hat“, so der schnippische Kommentar des Abgeordnetenkammerpräsidenten Valeriu Zgonea. Premier Victor Ponta behauptete indes, „tieftraurig“ über Antonescus Abgang zu sein, sah jedoch eine Art Verschwörung am Werk: Es gebe „Strukturen“, die Klaus Johannis als künftigen Staatschef vorzögen – sowohl ihm selbst als auch Antonescu, erläuterte Ponta am Sonntag dem Sender  „România TV“.

Kommentare zu diesem Artikel

Linares, 04.06 2014, 11:08
Man muss kein Philosoph sein, zu sehen, was vor sich geht: Die Bloecke stellen die ihrer Meinung nach aussichtsreichen Kandidaten fuer das Praesidentenamt auf. Wer nicht in der Wolle PSD-gefaerbt ist und deswegen die Strategie des amtierenden Ministerpraesidenten sachlich bewerten kann, muss erkennen, dass dieser nur ein Ziel hat, naemlich die Ausschaltung jeglicher Opposition, damit er unser Land in der Weise umgestalten kann, wie er es fuer richtig befindet. Was dies im Detail bedeuten wuerde, laesst sich ( zum Beispiel ) an seinem Aeusserungen ueber die Inhaftierung gewisser Lokalbarone, die seiner Partei angehoeren, und das damit zusammenhaengende Vorgehen der Justiz erkennen. Die oppositionellen Kraefte in diesem Land haben wohl - recht spaet - erkannt, dass sie nur GEMEINSAM eine Alternative zu dieser fuer die Demokratie bedrohlichen Situation schaffen und nur GEMEINSAM einen Kandidaten aufstellen koennen, der im Rest der Welt anerkannt wird. Wer sonst als Johannis kaeme wohl dafuer infrage ?
sraffa, 04.06 2014, 02:56
Diese Kommentare hier tragen ja schon fast philosophische, wenn nicht auch staatsmännische Züge. Könnte es sein daß die besten potentiellen Rudergänger Rumäniens aus diesem erlauchten Kreis von Kommentatoren kommen ??
Hans, 03.06 2014, 14:13
Und dass Klaus Johannis Antonescu so lobt, ist ja klar, weil er ihm den Weg an die Parteispitze freimacht.
Manfred, 03.06 2014, 13:54
Der Rückzug ist eine logische Konsequenz und keine Überraschung,dafür meinen Respekt!Das Ponta tieftraurig ist,glaube ich ihm sogar,weil er im Präsidentenwahlzweikampf gegen Antonescu höchstwahrscheinlich gewonnen hätte.Zgoneas Kommentar ist wie gewohnt dümmlich arrogant,auch der Mann ist eine Fehlbesetzung!
Achim, 03.06 2014, 12:51
Rumänen können in aller Regel nur klauen, betrügen und abschreiben. Siehe Mihail Eminovici, besser als Mihai Eminescu bekannt. Zu ihren Tugenden gesellen sich dann noch das freche Lügen und vor allem die Hektoliter an Krokodilstränen, die sie bei jedem Anlass verschütten.
Dass Ponta ihren Premier miemt, ist nur allzu bezeichnend. Selbst die allseits gespielte Überraschung und Traurigkeit über Antonescus Rückzieher sehe ich unter diesen Vorzeichen. Man sagt halt nicht: "Das habe ich geahnt und das geht mir am Allerwertesten vorbei."
Siegrid, 03.06 2014, 11:05
Da Premier Victor Ponta behauptete, „tieftraurig“ über Antonescus Abgang zu sein, gebe ich zu, "tieftraurig" zu sein über Pontas plagiatorische Doktorarbeit.

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