„Südbahnhof? Noch drei Monate Baustelle!“

Bürgermeister hält am beabsichtigten Bau einer Fußgänger-Hochbrücke fest

Mittwoch, 11. Juni 2014

Oberflächlich betrachtet, scheint der Umbau des Südbahnhofs abgeschlossen zu sein. Bürgermeister Mihai Stepanescu, der die Abnahme unterzeichnen wird, weiß aber, dass da - bis auch die Grünflächen und Parkplätze rund um den Bahnhof fertig sind – noch monatelang gearbeitet werden muss. Foto: der Verfasser

Reschitza – Ende Mai - Anfang Juni hätte der Umbau des Südbahnhofs Reschitza fertig sein und abgenommen werden sollen. Nichts hat sich gerührt. Die Baustellenleitung drückte sich vor jeder Auskunft über das reelle Stadium der Durchführung der Arbeiten. Umso auskunftsfreudiger zeigte sich Bürgermeister Mihai Stepanescu auf seiner jüngsten Pressekonferenz: „Die sind um mindestens drei Monate im Verzug mit ihren Arbeiten“, machte Stepanescu reinen Tisch. „Die Investition ist sehr wichtig und zur gleichen Zeit nötig“, fuhr er fort, „aber die Fertigstellung wird zum Problem. Ich glaube nicht mehr, dass wir, wie erwartet, die Fertigstellung der Generalsanierung an den Tagen der Stadt, zu Peter-und-Paul, also am 29. Juni, feiern werden können.“

Der wahre Grund für die Hinauszögerung der Fertigstellung der Generalsanierung sei das Stocken des Geldflusses von der Nationalen Kompanie für Eisenbahnen (SNCFR), die als Hauptunternehmer und Verwalter der EU- und Regierungs-Gelder auftritt. Sie sei es auch gewesen, sagte Stepanescu, die den Bau einer Fußgänger-Hochbrücke direkt von der Läden-Zeile am Boulevard der Revolution vom Dezember 1989 bis auf den Bahnhofsvorplatz aus dem ursprünglichen Projekt gestrichen hat, mit dem bizarren Argument, es gäbe in diesem Raum schon zu viele Hochbrücken für Fußgänger. Bizarr ist das deshalb, weil es nämlich keine einzige Fußgänger-Hochbrücke hier gibt, wohl aber drei Bersaubrücken, die, alle, die Fußgänger zwingen, die Gleise von SNCFR zu Fuß zu überqueren. Dass es nicht gleich vier Fußgänger-Hochbrücken hätten sein müssen, wie in einem der etwas früheren Projekte (mit fertiger Vor-Machbarkeitsstudie) vorgesehen, ist verständlich – obwohl es um die direkteste Verbindung des sehr belebten Bahnhofs- und Marktplatzes am Südbahnhof mit dem Stadtzentrum geht – aber keine einzige reibungsfreie Verbindung für die Fußgänger ist nunmal zweifelsfrei die Gegenlösung.

Bürgermeister Stepanescu, der sich immer gern in die Diskussion um mehr oder weniger utopische Projekte verwickeln lässt (man denke nur ans Skigebiet auf dem Gol-Berg, von dem er nach jahrelangem Hoffen jetzt abgelassen zu haben scheint) zeigte sich immer noch enttäuscht von der Ablehnung durch die Nationale Kompanie für Eisenbahnen der fußgängerfreundlicheren Lösung, ließ aber auch durchblicken, dass er das Projekt an sich nicht aufgegeben hat: „Ich habe dieser Tage mit dem Minister für Entwicklung gesprochen, über den Bau einer solchen Fußgängerüberführung. Es gibt ja seit längerem auf dem Schreibtisch des Ministers eine Vor-Machbarkeitsstudie auch dafür, aber um sie zu verwirklichen, braucht man Geld. Wir sind übereingekommen, dass dafür ein EU-Finanzierungsantrag geschrieben werden muss, den das Ministerium unterstützt. Die Finanzierung für die absolut nötige Fußgänger-Hochbrücke kann nur mittels EU-Geldern passieren, soweit sind wir uns inzwischen selber im Klaren.“

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