Südliche Route wieder ein Thema

Wann kriegen das Südbanat und Oltenien ihre Autobahn?

Samstag, 02. Juni 2012

Autobahn Symbolfoto: sxc.hu

Großprojekte waren schon immer Dauerbrenner hierzulande. Weil solche Sachen eben dauern. Gute Beispiele geben da die in unserem Land schwierigsten Projekte, die Autobahn-Projekte, ab. Über manche dieser Projekte wird eigentlich jahrelang nur diskutiert, debattiert und gestritten, es passiert letztlich wenig Konkretes: Zu diesen einheimischen Projekten, immer wieder im Gespräch, immer wieder aufgewärmt, um doch fallengelassen zu werden, zählt auch das Projekt der Süd-Autobahn, die die Hauptstadt auf der Trasse Bukarest – Alexandria – Slatina – Craiova – Temeswar mit dem Banat und der rumänischen Westregion, aber auch mit dem paneuropäischen Korridor IV verbinden soll.

Die neue Ponta-Regierung hat überraschenderweise gerade dieses Vorhaben den anderen Infrastruktur-Prioritäten ihres Programms zugeordnet: Hinzukommt noch die Fertigstellung der Autobahnen Bukarest – Ploieşti und Cernavodă – Konstanza. 

Was hat eigentlich diese Autobahn Besonderes aufzuweisen? Es sind schon 22 Jahre seit der Wende vergangen, doch man hat amtlich leider nie ernsthaft über eine südliche Autobahn gesprochen. In Richtung der meisten rumänischen Großstädte hat man reihum den Bau von Autobahnen gestartet, nur in Richtung Bukarest – Craiova – Temeswar kam es über das übliche Gerede nicht hinaus. Die Ponta-Regierung ist die dritte rumänische Regierung, die sich nun mit der Süd-Autobahn beschäftigen möchte. Zuletzt wurde sie in einer der Amtszeiten des ehemaligen Transportministers Radu Berceanu „begraben“. Gemäß der Pläne der damaligen Regierung von 2009 sollte der Bau der Süd-Autobahn im Jahr 2010 gestartet werden und 2014 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten, die damals vonseiten der Regierung auf 300 Millionen Euro geschätzt wurden, sollten von der EU, der Europabank und der rumänischen Regierung beglichen werden, sie müssen aber leider heute als unrealistisch und völlig unzureichend betrachtet werden.

Die Bedeutung dieser Autobahn ist nicht nur eine nationale. Es ist nicht nur ein wichtiger Verbindungsweg auf der Trasse Bukarest – Alexandria – Slatina – Craiova – Orschowa – Karansebesch – Lugosch – Temeswar. Diese Autobahn schafft gleichzeitig auch die Verbindung zur Westautobahn Nadlak – Arad – Temeswar sowie über die Donaubrücke bei Calafat – Vidin zu Bulgarien und der gesamten Balkanregion.

Vorerst spricht man in Regierungskreisen nur über eine provisorische Machbarkeitsstudie. Man spricht auch davon, dass dieses Projekt nicht nur von der Regierung, sondern auch in Brüssel gutgeheißen wird, sodass die Autobahn in der Zeitspanne 2014–2020 auch mit EU-Geldern finanziert werden könnte.

Der Bau würde keine besonderen Schwierigkeiten ergeben, bloß die Strecke Orschowa – Karansebesch im Banater Bergland ist von einem höheren Schwierigkeitsgrad. Derzeit ist auf der Strecke Temeswar – Lugosch – Karansebesch – Orschowa, auf der Nationalstraße DN 6, nach der Sanierung dieser Strecke, erneut dichter Verkehr, vor allem fahren da viele Großlaster. Im Dezember 2011 wurde die Umgehungsstraße von Karansebesch ihrer Bestimmung übergeben. Im Mai war sie wegen Reparaturarbeiten für den Verkehr schon wieder gesperrt.

Gute Nachrichten gibt es aber von der Autobahnstrecke Temeswar – Lugosch (Gesamtlänge 32 Kilometer): Zur Hälfte fertiggestellt war die erste Strecke von 9,5 Kilometern schon Anfang April. Dieser erste Teil stellt die Verbindung zur Autobahn Arad – Temeswar bei Jahrmarkt her und führt bis zum Kilometer 54. Für die Arbeiten an der zweiten Strecke fehlt noch der Bauunternehmer.

Kommentare zu diesem Artikel

HermannGrimm, 04.06 2012, 16:33
Ein europäisches Land ist ohne Autobahnen
nicht denkbar. Rumänien wird auch wirtschaftlich interessanter, wenn es ein
Autobahnnetz vorweist.
Also sollten auch die europäischen Geldquellen ausgeschöpft werden.

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